Tested on Tour:

Der Reitregenmantel der Firma „Fahrsport Lessing“

Zum Beginn der Wanderreitsaison gehört auch das Zusammenstellen der richtigen Ausrüstung für Pferd und Reiter. Eines darf ganz bestimmt nicht fehlen, wenn bald wieder die Satteltaschen gepackt werden: ein vernünftiger Regenmantel. Vor gut einem Jahr haben wir den Reitregenmantel der Firma „Fahrsport Lessing“ entdeckt und ihn während der vergangenen Saison 2012 einem Praxistest unterzogen. Unser Fazit: Der Mantel trotzt sowohl hartnäckigem Nieselregen als auch einem ordentlichen Wolkenbruch und ist leicht mit kleinem Packmaß. Allerdings bekommt er auch ein paar Minuspunkte, insbesondere für die etwas umständliche Handhabung und die Verarbeitung.

Wanderreiter erwarten von einem guten Regenmantel vor allem drei Dinge: Dicht muss er sein, groß genug, um auch Sattel und Gepäck abzudecken, und er sollte ein geringes Gewicht und Packmaß haben. Schließlich sind Wanderreiter auch bei schlechtem Wetter oft mehrere Stunden am Tag unterwegs, da muss der Regenschutz schon richtig dicht halten. Ist der Regenmantel nicht weit genug geschnitten, läuft das Wasser meist am Vorderzwiesel in den Sattel, sodass der Reiter irgendwann in einer unangenehmen Pfütze sitzt. Bei Sonnenschein wird der Mantel am besten als Rolle oder einfach zusammengerafft hinter dem Sattel befestigt. Ein Regenmantel, der sich einfach und möglichst klein zusammenlegen lässt, ist dann praktischer, als ein riesiger Wulst auf den Hinterpacktaschen. Ob der Regenmantel der Firma Fahrsport Lessing diese und weitere Kriterien erfüllt, haben wir während unserer Wander- und Ausritte 2012 getestet.

Hält er dicht?

Der Mantel hat uns bei Nieselregen, Schauern, Landregen und auch mal einem tüchtigen Gewitterwolkenbruch treue Dienste geleistet. Er hält auch nach dem ersten Waschen (bei 40° ohne Waschmittel) und ohne Imprägnierung immer noch absolut dicht. Eine sehr schöne und praktische Besonderheit des Lessing-Regenmantels ist seine Pellerine, eine Art Umhang, der Schultern und Arme bedeckt. Darunter sitzt man sehr geschützt und das Wasser läuft gut ab. Weiterer Vorteil: Auch die Hände bleiben unter der Pellerine trocken und haben dennoch jegliche Bewegungsfreiheit zur Zügelführung. Die Pellerine liegt über dem eigentlichen Mantel und kann extra geknöpft werden.



Der Mantel selbst hat unter der Pellerine keine Ärmel, sodass man ihn sehr gut auch über dickeren Jacken tragen kann, ohne in kürzester Zeit in Schweiß gebadet zu sein. Neben der guten Belüftung sorgt der Schnitt auch für viel Bewegungsfreiheit, sodass der Regenmantel auch längere Zeit oder bei einem Fußmarsch bequem zu tragen ist. Ein langer Schlitz an der Rückseite sorgt dafür, dass man ohne Probleme aufs Pferd steigen kann und der Stoff beim Sitzen gut fällt.

Schnitt und Handhabung

Der Schnitt dürfte durchaus noch etwas länger und großzügiger sein. Das Gepäck hat unser Testmantel in Größe S gerade noch in akzeptabler Weise bedeckt. Ohne Gummistiefel oder zusätzliche Regenhose, würden die Unterschenkel des Reiters bei längerem Regen oder beim Durchreiten von hohem, nassem Gras aber wohl nicht trocken bleiben. Zu lang sollte ein Regenmantel aber natürlich auch nicht sein, schließlich muss man sich damit auch noch zu Fuß gut bewegen können.

Der Mantel ist schön leicht (850 g bei Größe S) und lässt sich problemlos zu einem kleinen und praktischen Packmaß zusammenrollen, sodass er als Rolle oder zusammengerafft sehr gut hinter dem Sattel zu befestigen ist.

Die Optik des Regenmantels ist entsprechend seiner Herkunft aus dem Fahrsport klassisch mit ganz normalen Knöpfen. Auch die Pellerine ist übrigens ein typisches Kleidungselement aus dem Fahrsport. Die Knöpfe sind relativ schwer zu knöpfen. Druckknöpfe oder ein Reißverschluss wären hier praktischer und schneller zu handhaben, dies würde aber natürlich nicht so richtig zum klassischen Fahrsport-Design passen. Ebenfalls etwas unpraktisch sind die beidseitig fest angenähten Beinschlaufen, sodass der Mantel nur schwer auf dem Pferd sitzend rasch übergezogen werden kann – zumindest, wenn man die Beinschlaufen nutzen möchte. Außerdem kann man darin schnell hängen bleiben und dabei die Schlaufen abreißen. Was dem Mantel fehlt, ist eine Kapuze. Das könnte zumindest Helmträger stören.



Qualität und Verarbeitung

Die Verarbeitung des Regenmantels ist einfach, nicht alle Nähte im Innern des Mantels sind gesäumt und das Innenfutter ist nicht vernäht. Beim Preis von 159 Euro könnte man hier etwas mehr erwarten. Ein Knopf ist bereits während der ersten Wochen flöten gegangen. Das Material des Mantels selbst (100% Polyester) ist robust, reißt nicht so schnell und ist sehr pflegeleicht.

Gesamtergebnis
(Bewertung mit Schulnoten von 1 bis 6)

Wasserdichtigkeit: 1
Atmungsaktivität und Durchlüftung: 2
Handhabung: 3
Gewicht und Packmaß: 1
Qualität und Verarbeitung: 3
Schnitt und Design: 2

Insgesamt bekommt der Regenmantel von Fahrsport Lessing von uns die Note „gut“.

In den für Wanderreiter wesentlichen Anforderungen schneidet er gut bis sehr gut ab. Pluspunkte bekommt er für seine absolute Wasserdichtheit, auch bei länger anhaltendem Regen, die Pellerine und sein geringes Gewicht bei kleinem Packmaß. Abzüge gibt es allerdings für die etwas unpraktische Handhabung beim An- und Ausziehen und die Verarbeitung. Wen das nicht stört, der bekommt mit dem Reitregenmantel von Fahrsport Lessing einen ordentlichen und robusten Regenschutz, den wir gerne weiterempfehlen.

Regenmantel für Reiter und Fahrer
Erhältlich in den Größen XS, S, M, L, XL und XXL und
in den Farben Marine, Schwarz oder Oliv.

Preis: ab 159 Euro zzgl. Versand

www.mlessing.de

 
 
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