<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wanderreiter-Magazin-Blog</title>
	<atom:link href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog</link>
	<description>Leser schreiben für Leser</description>
	<lastBuildDate>Thu, 17 May 2012 13:35:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
		<item>
		<title>Pfälzerwald/Nordvogesen: Grenztrail &#8211; Eppenbrunn -&gt; Obersteinbach -&gt; Bundenthal</title>
		<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=215</link>
		<comments>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=215#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 May 2012 19:28:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alison</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=215</guid>
		<description><![CDATA[Wir wissen Alle, dass der April uns manchmal mit verschiedenen Wetterscherzen überrascht&#8230;. Und am letzten Wochenende in April 2012 hatten wir eine sehr schöne Überraschung, als wir vom Ransbrunner Hof (Nähe Eppenbrunn) starteten. Das schönste Frühlingswetter. Wir waren 8 Reiter, &#8230; <a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=215">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir wissen Alle, dass der April uns manchmal mit verschiedenen Wetterscherzen überrascht&#8230;. Und am letzten Wochenende in April 2012 hatten wir eine sehr schöne Überraschung, als wir vom Ransbrunner Hof (Nähe Eppenbrunn) starteten. Das schönste Frühlingswetter. Wir waren 8 Reiter, mit ganz unterschiedlichen Pferden, vom Knuddelhaflinger bis hin zum Quarab&#8230;. Aber eins hatten die Reiter gemeinsam &#8211; sie waren eins mit ihren Pferden, und liebten es mit ihnen in der freien Natur unterwegs zu sein. <span id="more-215"></span>Unser Weg führte uns an wunderschönen Weihern entlang, und dann hoch zu den herrlichen Altschlossfelsen. Diese Felsen sind schon einmalig &#8211; eine 1.7 km lange Felsformation aus rotem Sandstein &#8211; mit Säulen, Höhlen, und eine Vielfalt der Texturen über Jahrtausende vom Wetter in den Stein gemeiselt. Unsere Pferde haben schon geschwitzt, da sie noch teilweise Winterfell hatten, aber die Felsen sind einfach so fotogen, das wir immer wieder Fotopausen einlegten.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-216" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=216"><img class="alignnone size-medium wp-image-216" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/Dieter-Altschloss-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Unser Weg führt uns weiter an die Zollstockhütte, wo wir dann nach 1,5 Stunden Reitzeit eine schöne Picknickpause genossen.</p>
<p>Nach der Pause erfrischt, führte uns der Weg ins Tal runter, fast bis nach Sturzelbronn, aber wir bogen dann an der Fischerhütte ab, und ritten Richtung Campingplatz. Dort angekommen, war uns allen schon klar &#8211; die nächste Pause ist schon fällig, sowohl um den reiterlichen Durst zu stillen, und auch so das die verschwitzte Pferde wieder etwas Ruhe hatten.</p>
<p>Die Wirtschaft in Bremmelbach bot schattige Plätze für die Pferde, und auch erfrischende Getränke für die Reiter. Nachdem wir auch den Pferden eimerweise Wasser holten, ritten wir dann auf die Ruine Lutzelhardt, die eine herrliche Aussicht auf unsere Station in Obersteinbach bot.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-217" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=217"><img class="alignnone size-medium wp-image-217" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/Harald-Lutzelhardt-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>In Obersteinbach warteten unsere Freunde aus Bundenthal auf uns, die uns dann ein leckeres Abendessen vom Grill mit selbstgemachtem Kartoffel- und Krautsalat vorbereiteten.</p>
<p>Am nächsten Tag ging es weiter nach Bundenthal, aber erst nachdem wir ein Paar schöne Felsformationen, Burgruinen und Aussichtspunkten angeritten hatten.</p>
<p>Unser Weg führte uns nach Osten, am oberen Rand von Obersteinbach entlang, unter der Arnsbourg, und dann weiter das Tal hoch bis zu der Ruine Wasigenstein.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-218" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=218"><img class="alignnone size-medium wp-image-218" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2012/05/IMG_0423-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Unser nächstes Ziel war das Friedenskreuz, das Panoramablicke über den südlichen Pfälzerwand und Petersbächel bietet.</p>
<p>An der Ruine Blumenstein angekommen spürten wir alle, dass bald Mittagspause sein müsste, also ritten wir weiter nach Wegelsbach, wo die Wirtschaft sehr schöne Anbindeplätze für die Pferde bietet, und das Essen hat eine sehr schöne französische Flair. Gegenüber von der Wirtschaft haben wir dann unsere Pferde am Brunnen tränken können.</p>
<p>Ein steiler Weg führte uns dann vom Dorf hoch zu den Zigeunerfelsen &#8211; die &#8220;kleine Schwester&#8221; von den Altschlossfelsen, und der Aussichstpunkt am Klingenfels bietet wunderschöne Blicke über die Nordvogesen.</p>
<p>Von dort aus ritten wir auf ziemlich gerader Linie Richtung Hirschtal. Der Brunnen bot wieder willkommene Erfrischung für die Pferde, bevor wir wieder los ritten. Oberhalb von Hirschtal gibt es eine der schönsten Ecken Deutschlands &#8211; eine weitreichende Wiese, mit den Ruinen Fleckenstein, Hohenbourg, Loewenstein und Wegelnburg im Hintergrund. Hier führte uns eine schöne, sandige Gallopstecke hoch bis kurz vor der Wegelnburg. Oben angekommen traf uns das Aprilwetter wieder, und die Wolken öffneten sich. Bundenthal lag aber auf der anderen Seite von dem Berg, und wir waren bald alle angekommen.</p>
<p>Die Gastfreundlichkeit von Hans und Petra Bachmann, die Ranchbetreiber in Bundenthal, sucht einfach seines Gleichen. Nach Ankunft haben die Pferde Wasser und Heu bekommen, die Reiter freuten sich über das üppige Küchenbüffet.</p>
<p>Ein sehr, sehr schöner Ritt, in super Gesellschaft.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2&amp;p=215</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Alpencross mit 3PS</title>
		<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=182</link>
		<comments>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=182#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 08:32:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Alpen]]></category>
		<category><![CDATA[Alpentrekking]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderreiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=182</guid>
		<description><![CDATA[Alpencross mit 3 PS Von Füssen über 11 Pässe und ca. 6000 Höhenmeter an den Garasee  im Sommer 2010. 2 Jahre war es nun schon her, als wir mit unseren 2 Pferden knapp 500 km von Memmingen bis nach Pullmancity &#8230; <a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=182">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><strong><a rel="attachment wp-att-188" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=188"><img class="size-medium wp-image-188 aligncenter" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1070749-300x225.jpg" alt="" width="401" height="300" /></a></strong></p>
<p style="text-align: center"><strong>Alpencross mit 3 PS</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Füssen über 11 Pässe und ca. 6000 Höhenmeter an den Garasee  im Sommer 2010.<span id="more-182"></span></p>
<p>2 Jahre war es nun schon her, als wir mit unseren 2 Pferden knapp 500 km von Memmingen bis nach Pullmancity geritten sind. Dieses befreiende Erlebnis mit den Pferden so langsam in der Natur zu reisen, dass die Seele flogen kann, werden wir nie vergessen. Seit dem ließ uns der Gedanke nicht los, es wieder zu tun. Ein lang ersehnter Traum soll wahr werden. Endlich haben wir so viel Wanderreiterfahrung gesammelt, dass wir uns mit der nötigen Vorbereitung ins Hochalpine wagten.</p>
<p>Andi ritt mit seinem Paso Peruano Wallach Hidalgo und Gitti wurde getragen von ihrem Paso Peruano Wallach Fernando und als Packpferd nahmen wir die zuverlässige Islandstute Freyja mit. Zusätzlich begleitete uns auf diesem Abenteuerritt noch die gute Wanderreitfreundin Chrisi mit der Deutschen Reitponystute Celly, beide aus Wolfratshausen.</p>
<p>Als Richtlinie nahmen wir für unsere erste Planung den alten Römerweg, die Via Claudia Augusta.  Füssen, nördlich der Alpen sollte unser Startpunkt sein und der Gardasee am südlichen Alpenrand war für uns ein guter Zielpunkt. Für die ungefähre Streckenplanung besorgten wir uns insgesamt 10 Topo-Karten im Maßstaß 1:50 000 und 1:25 000. Schon Monate zuvor ging das große Planen los. Diese Vorbereitung hat eine besondere Spannung. Man empfindet schon vorab ein gewisses Urlaubsfeeling und so kann man die lange Wartezeit im kalten Winter gut überstehen. Außerdem bekamen wir von Angi Mersch, die einen Teil der Strecke schon geritten ist, hilfreiche Tipps, um schwierige Passagen zu meistern und reizvolle Wege zu finden.   Man wird bei so einem Urlaub nicht wie ein gebuchtes Postpacket in ein Flugzeug gesetzt und in ein Urlaubsresort verschickt. Sondern man muss sich und die Pferde selbst organisieren. Das fordert schon eine gewisse Logistik.</p>
<p><strong>20. August .. unsere Abenteuerreise beginnt….<a rel="attachment wp-att-203" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=203"><img class="alignright size-medium wp-image-203" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1070044-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p>Pünktlich um 7.00 bzw. 6.00 Uhr haben wir es geschafft alles in unsere Autos zu packen, die Pferde zu verladen und loszufahren. Gegen 8.00 Uhr trafen wir alle am Schluxenhof in Pinswang an dem ausgemachten Treffpunkt ein. Das Aufpacken der Pferde war sehr zeitintensiv, deshalb konnten wir unseren Begrüßungssekt, der inzwischen 10 x umgefallen, gut geschüttelt und gewärmt erst gegen 9.30 Uhr schlürfen. Jetzt begann nun endlich unsere langersehnte Erlebnisreise.</p>
<p>Zu Beginn folgten wir einer wenig befahrenen Teerstraße von Pinswang bis zur viel befahrenen, groß gefürchteten Fernpassstraße, der wir dann auf einem Feldwanderweg bis zum Urisee folgten. In Breitenwang Reutte plagte uns der Hunger und wir machten uns auf die Suche nach einem Dorfladen. Kurz darauf fanden wir eine Bäckerei, in der wir 3 leckere Leberkässemmeln kauften und erkundigten uns gleichzeitig nach dem besten Weg durch Reutte. Ein interessierter Kunde der Bäckerei lauschte unserer Nachfrage und bat uns sofort seine Hilfe an. Er packte Andi in sein Auto und machte eine <em>Seightseeing</em>tour durch Reutte. Nach extrem langen 5 Minuten kamen die beiden zurück gebraust. Nun hatte Andi alles bestens im Blick und lotste uns gekonnt durch Reute bis hin zur Burgwelt Ehrenberg. Zum Burghügel führte uns ein schöner Wanderweg. Dort angekommen waren wir die Touristenattraktion. Am Brunnen im Innenhof stärkten wir Pferd und Reiter mit dem erfrischenden Wasser. Nun ging es weiter Richtung Heiterwang. Auf der Via Claudia führte uns ein netter Wanderweg bis kurz vor das Dorf. Ab jetzt war eine längere Strecke Teerstraße angesagt die durch Heiterwang bis nach Bichelbach und Wängle führte. Ein netter Wanderer empfahl uns den Panoramaweg auf der gegenüberliegenden Seite. Nun waren wir daran die stark befahrene Fernpassstraße zu überqueren. Endlich geschafft standen wir nun auf der anderen Seite und der so viel versprechende Weg war mit einem Gatter versperrt. Bevor wir uns versahen, öffnete uns der alte Bauer die Tore und wir durften den Weg passieren. Nun folgten wir dem Panoramaweg der seinem Namen alle Ehre machte bis kurz vor Leermoos. Ein ziemlich steiler Geröllweg brachte uns nach Leermoos. Dort an der Hauptstraße entlang betrachteten uns wieder 1000 Touris… als die schwarzen Gewitterwolken über die Berggipfel zogen, waren wir heilfroh schnell den Moosweg nach Biberwier gefunden zu haben. Die erste Etappe war nun geschafft. Der Stall in dem unsere Pferde untergebracht waren schien ein bisschen asselig. Gegessen haben wir im Gasthaus „Löwen“ und als Nachtlager schlugen wir unser Zelt in der Werkstatt des Hofes  auf.</p>
<p><strong>20. August  „Tag 2“</strong></p>
<p>Nach einer harten und unbequemen Nacht krochen wir 3 verknautscht aus unserem 2- Mann-Zelt. Wir erkundigten uns beim Gastwirt noch nach dem Weg und machten uns ohne Morgenwäsche und Frühstück auf die Socken. Kurz nach Bieberwier führte uns der Römerweg steil bergan zum wunderschön gelegenen Weißensee. Dort angekommen plantschten unsere Pferde im türkisgrünen Wasser. Nun ging es stetig bergauf. Am höchsten Punkt angekommen, konnten wir über das ganze Fernpasstal blicken. Mit den Radfahrern hatten wir unseren Spaß, da wir sie bergauf zügig überholten und bergab dann wieder die Radler vorbei düsten. Am Fuße des Berges angekommen standen wir nun an der stark befahrenen Fernpassstraße. Als nach einer empfundenen Ewigkeit endlich eine kleine Lücke in der nicht endenden Autokolonne auftauchte nutzen wir die Gelegenheit und rutschten hinein. Dabei bremsten wir einen sehr hartnäckigen Holländer mit seinem fetten Wohnwagen aus der absolut nicht bremsen wollte um somit endlich die Strasse überqueren zu können. Nun begann ernsthaft unser Abenteuerritt. Wie von Angi Mersch empfohlen gingen wir nicht den Weg über die Holzbrücke am Felsen entlang, sondern entschlossen uns den Weg am Bach entlang zu nehmen. Nachdem der Weg nicht besonders einladend erschien folgten wir unserem Bauchgefühl lieber in 2 Etappen den steilen Steig zu gehen um jedes Pferd einzeln führen zu können. Denn unser Packpferd Freyja meisterte die Stecke bis hier her meist allein. Geschickt tasteten sich Andi und Chrisi mit je einem Pferd den gefährlichen Weg nach unten. Gitti wartete mit den beiden Paso`s am Einstieg des Weges. Als wir unten angekommen waren, sprang Andi, der arme Kerl nochmals nach oben um dort unsere Nachhut abzuholen. Alle Aufregung war entschädigt mit dem zauberhaften Ausblick der Fernpass-Seenkette. Am Fernsteinsee unterhalb der Raststätte angekommen gönnten wir uns eine Mittagsrast. Die Hottis badeten im See, konnten saftiges Gras finden uns wir stärkten uns an der Raststation mit ein paar Semmeln. Anschließend führte uns der Weg Richtung Nassereith durch den schnuckeligen Campingplatz und herrlich duftenden Waldwegen in der Sommerhitze. Im Dorf angekommen machten wir Stop beim Adeg und kauften uns neuen Proviant. Auch hier staunten die Menschen nicht schlecht, als sie unsere 4 Pferde voll bepackt vor der Ladentüre sahen. An einer schönen Wassertretanlage konnten wir nicht widerstehen und kühlten unsere heißgelaufenen Füße. Bald hatten wir unser Tagesziel erreicht und erfreuten uns über die schön gewachsenen Streuwiesen entlang des Gurgelbaches. Nach einer kurzen Bremsenplage erreichten wir den traumhaft in Mitten von Bergen gelegenen Seehof,  auf dem wir herzlich empfangen wurden. Die Pferde übernachteten auf der Koppel und wir legten uns ins selbstgemachte Heulager.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>22. August  „Tag 3“</strong></p>
<p>Nach einer weichen aber zugig kalten Nacht im Heu standen wir früh auf und genossen den wunderschönen Sonnenaufgang über dem Tschirgant. Zum Frühstücken durften wir ins Wohnzimmer der Gastgeber. Heute klappte das Packen des Packpferdes schon wesentlich besser, so ritten wir gegen 09.50 Uhr los. Hier ein großes Lob an unser Gepäckpferd Freyja sie machte ihre Arbeit so gut, das sie auf unbefahrenen Straßen in Mitten unserer kleinen Gruppe frei laufen darf. Wir ritten Richtung Imst an einem verträumten Bachlauf entlang, wo wir in Tarrenz an einer märchenhaften Knappenwelt vorbei kamen. Mit Hilfe eines Stadtplanes lotste uns Andi auf kürzestem Wege durch Imst. An der Raftinganlegestelle gingen unser Pferde, allen voran Celly, todesmutig über die so gefährliche Gitterrostbrücke und nahmen ein Bad im Inn. Genau zur Mittagszeit hatten wir nun wieder ein längeres Teerstück vor uns und die Sonne brannte erbarmungslos auf uns runter. Jeder Brunnen war eine willkommene Gelegenheit zum trinken und abkühlen. In Arzl erklommen wir, bestimmt nicht zur Freude der ausgebremsten Autofahrer, die Serpentinen, die wir leider nicht umgehen konnten und wurde dafür anschließend mit einem schönen Bergpfad mit super Ausblick belohnt. Besonders beeindruckend fanden wir die Mäharbeiten der hiesigen Bauern auf den steilen Berghängen. Kurz nach dem Örtchen Wenns begann nun der Endspurt zu unserem heutige Quartier in Neu Amerika das auf 1300 m lag. Noch lange lag uns der herzlich, würzig, duftende Geruch der Heidelbeersträucher an einem sonnenverwöhnten Hang in der Nase. Als gelungenen Tagesausklang erfreuten wir uns besonders an dem letzten Waldstück, das mit seinen vielen kristallklaren Bergwasserläufen traumhaft lag. Auf den letzten 500 Metern sprangen uns buchstäblich die größten und schönsten Pilze in die Hände, die wir dann natürlich auch mitnahmen. In Neu Amerika angekommen fühlten wir uns wie im Wilden Westen auf einer gemütlichen Ranch. Unsere Pferde genossen eine kalte Dusche und eine tolle Box mit frischem Heu. Anschließend erkundeten wir den kleinen, urigen „Eiters“ Saloon und unsere einfachen aber sauberen Betten. Peter, der Chef und Koch, freute sich nur mäßig über unsere stolz präsentierten Pilze die er uns „gerne“ zu unserem Abendessen dazu machte. Nun das „High Light“ eine Dusche und die ganz allein für uns! Bei einem gemütlichen Abendessen tauschen wir uns interessiert mit 5 Wandersleuten aus, die sich auf dem Weg von Obersdorf nach Meran/ Bozen auf der Via Claudia über die Alpen befanden. Alle 7 genossen wir die luxuriöse Übernachtung in Bett und Boxen. Da unsere Pferde bereits ein paar Wehwehchen hatten, entschlossen wir uns am nächsten Tag einen Pausentag einzulegen. Um den Luxus richtig zu nutzen, haben wir gleich noch unsere Klamotten im Waschbecken vom größten Dreck befreit.</p>
<p><strong>23. August „Tag 4 und Pausentag“</strong></p>
<p>In der Früh schliefen wir erst einmal bis 07.30 Uhr aus und genossen das reichhaltige Frühstück. Um das schöne Wetter zu nutzen entschlossen wir uns alle zusammen einen Erkundungsrundgang der Klausens Wasser- und Erlebniswelt zu machen.</p>
<p>Der Weg führte uns endlang an klaren kühlen Bergbächen und über kleine Holzbrücken und Stege. Wir alle erfreuten uns an der abwechslungsreichen und herausfordernden Stecke. An einem schön gelegenen Grillplatz bauten wir einen kleinen Paddock auf und ließen die Seele baumeln. Nach einer Weile zogen schwere schwarze Regenwolken auf und wir traten den Rückweg an. Gemütlich ließen wir den Tag auf der Ranch ausklingen.</p>
<p><strong>24. August „Tag 5“</strong></p>
<p>Heute Morgen standen wir schon recht früh auf. Um 6.00 Uhr dämmerte es und wir kruschtelten schon allerwichtigst an unseren Packtaschen herum. Heute soll es über die Pillerhöhe und den sogenannten „Gachen Blick“ ins Inntal gehen. Dank dem Tipp von Peter haben wir auch schon eine passende und gemütliche Wanderreitstation empfohlen bekommen, so brauchten wir nicht ins teure Wellnesshotel gehen. Außerdem versicherte uns die Frau von „Mannis Ranch“, dass sie uns am nächsten Tag durch das gefürchtete Reschentunell fährt. Es ist wolkenverhangen und es schüttet. Nach einem reichhaltigen Frühstück sattelten und packten wir aufwandreich unsere Hottis, so das Peter meinte er würde mit uns gewiss keine Bank überfallen, da wir sooo langsam sind. Chrisi beschließt Celly (besser gesagt die Reibestellen von den Packtaschen am Rücken) heute zu entlasten und packt die Packtaschen deshalb direkt auf den Sattel und möchte im Wechsel mit uns alles laufen. In voller Regenmontur zogen wir los. Es ging stetig und steil bergauf und nach ca. 200 Höhenmetern waren unsere Regenklamotten von innen wie von außen klitsch nass. Die Serpentinen nach oben zogen sich bis ins Unendliche. Als wir doch dann endlich die Piller Höhe (1558 m) erreichten hatte der liebe Gott ein Einsehen mit uns, schob alle Wolken sowie den Regen beiseite und belohnte uns reichhaltig mit Sonne und einer überwältigenden Aussicht. Nach weiteren 500 Metern übertraf der sog. „Gache Blick“ alle unsere Vorstellungen. Den Blick ins Inntal genossen wir in vollen Zügen und es folgte ein ellenlanger Abstieg von 800 Höhenmetern ins Tal am Inn. Auf einem schönen Forstweg schlängelte sich der Weg nach unten. Nach ca. 1 Std. Fußmarsch und ca. ¾  des Weges geschafft war, tapte Freyja in eine Wasserrinne und verstauchte sich ihren eh schon lädierten Hinterfuß. Wenige Minuten später lahmte sie nun auch vorne und so waren wir gezwungen als wir Prutz im Tal erreicht hatten, das komplette Gepäck von Freyja auf alle Reitpferde umzuladen, um die Stute zu entlasten. Nun ging Freyja im Ebenen wieder ganz normal – Puh- was nun aber den Nachteil mit sich brachte, dass nun alle 7 Teilnehmer laufen mussten….</p>
<p>Es lagen laut Karte bestimmt noch gute 20 km und gefühlte 80 km vor uns. Das Wetter wurde wieder wechselhaft und gewitterte zwischen durch. Dieser Ebenen- hatsch zog sich bis ins Unendliche und Andi trieb uns an wie 2 lahme Kühe. Selbst zum Trinken am Brunnen ließ er uns nicht lange ruhen. In Tösens zwangen wir Andi zur Rast und stärktenuns mit Essen vom Nah und Gut.<a rel="attachment wp-att-191" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=191"><img class="size-medium wp-image-191 alignright" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1070907-300x225.jpg" alt="" width="366" height="274" /></a></p>
<p>Auch unsere Pferde bekamen eine große Tüte trockenes Brot von den Kindern des Hauses. Weiter gings und die Füße wurden immer und immer schwerer. Nach Lafairs, Birkach war endlich Pfunds in Sicht und am Ortseingang auch gleich „Mannis Ranch“. Wir wurden sehr, sehr herzlich von der ganzen Familie (Manni mit Tochter und Frau Doris) empfangen. Nach dem Abduschen stellten wir unsere so armen, müden Pferde auf eine Weide, wo sie „zu unserer Freude“ frisch und munter 1Std. fangen spielten. Danach kamen sie in große Paddockboxen und wurden gut versorgt. Unser Nachtquartier war ein voll nobles „Matratzenlager“ mit Dusche und schönen Betten. Zum Abendessen fuhr uns die liebenswerte Tochter nach Pfunds um uns dort einen Dürrüm zu holen. Die Augen hielten beim Essen noch durch, aber danach vielen wir hundemüde in die Betten.</p>
<p><strong>25. August „Tag 6“</strong></p>
<p>Im schönsten Matratzenlager das wir bis jetzt gesehen haben, wachten wir gut erholt auf. Da Doris versprochen hatte uns heute durch den Reschentunnel zu fahren, entschlossen wir uns kurzer Hand,  unser Gepäck samt Freyja gleich mit dem Hänger zum Girnhof am Reschensee fahren zu lassen. Zu unserer Freude stimmten Manni und Doris zu und so konnten wir ohne Gepäck und mit nur 3 Pferden den landschaftlich reizvollen Tag genießen. Über waghalsige Pfade und Stege führte uns der Weg am Inn entlang von Pfunds im hohen Gericht, zur Kajetansbrücke bis hin zur mittelalterlichen, landesfürstlichen Zoll- und Grenzburg „Altfinstermünz“ (ab 1470) und der alten Reschenstraße. Überpünktlich trafen wir und auch das Hängergespann am ausgemachten Treffpunkt vor dem Reschentunnel ein. Andi stieg mit Hidalgo zu und das Gespann brachte Freyja die bereits im Hänger wartete nach Italien. Unsere Pferde glaubten wir spielen heute 10 kleine Negerlein oder russisches Roulett, denn wir wurden immer weniger. Chrisi und Gitti bekamen noch einen Geheimtipp um den 1. Tunnel umreiten zu können bis das leere Gespann wieder zurück ist. Der geheimnisvolle Pfad der in schmalen Serpentinen sich den Berg hoch schlängelte führte uns über die 3. und gleichzeitig schwierigste Mure des Tages. Gekonnt schickten wir unser 2 Pferde alleine über das Geröll. Celly drehte zu unserer Verwirrung noch eine Pirouette auf ca. 30 cm breiten Weg um sicher zu gehn, das ihr Sch..haufen wirklich von ihr ist. Die malerische alte Reschenstraße die für Fahrzeuge und Personen aber nicht für Pferd und Reiter gesperrt war, führte uns direkt zum ausgemachten Treffpunkt zwischen 2 Tunnelöffnungen. Rasant bremste Doris einen großen LKW aus um mitten auf der Straße uns aufzulesen. In Windeseile öffneten wir den Hänger und schickten unsere Pferde im Trab hinein. Manni hielt uns während dessen mit seinen Krücken wild fuchtelnd die LKW´s vom Hals. Schnell sprangen alle ins Auto und brausten los. In Nauders trafen wir Andi und Hidalgo wieder und ritten zusammen nun weiter Richtung Italien. Ein entspannter Galopp auf einem Wiesenweg lockerte unsere festgesessenen Knochen. In Grenznähe sahen wir, dass Grenzpolizisten ungewöhnlicher Weise alle PKW´s kontrollierten. Aufgeregt stellten wir fest, dass nur wir Menschen unsere Papiere dabei hatten, da unser Gepäck samt den kostbaren Pferdepapieren ja bereits in Italien auf uns wartete. Also schlenderten wir unauffällig am Fußweg der Via Claudia Augusta über die Grenze vorbei an den Grenzbeamten. Keine Sau interessierte sich für uns. ITALIEN – wir haben`s geschafft und sind mächtig stolz und genießen den historischen Augenblick die europäische Wasserscheide zu überschreiten. Rasch überquerten wir das letzte Wiesenstück und nach kurzer Zeit erblickten wir unser heutiges Etappenziel, den Reschensee. Jetzt mussten wir noch ein paar 100 Meter am See entlang und schon begrüßte uns Freyja mit lautstarkem Gewieher. Die Pferde übernachteten heute in einem großen Paddock , bekamen duftendes Bergwiesenheu, auf dem wir im Stadl heute Nacht Quartier beziehen durften. Bei einem Glas Rotwein und Vollmond, der über den Bergen aufging und sich im Reschensee wunderschön spiegelte, ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.</p>
<p><strong>26. August „Tag 7“</strong></p>
<p>Heute Morgen erwachten wir bei wunderschönstem Sonnenschein. Als wir die Pferde vom Paddock holten, stellten wir fest, dass Freyja´s Hinterbein etwas mehr angeschwollen war, als die Tage zuvor. So beschlossen wir, auf die Schnelle, das Pony heim zu schicken, das Gepäck drastisch zu reduzieren und mit nur 3 Reitpferden weiter zu reiten. Andi erledigte einige Telefonate und so starteten Markus und Steffi heute Mittag um 12 Uhr von Memmingen um die Stute wieder in den Heimatstall zu bringen. Nach einer lautstarken Verabschiedung machten wir uns auf den Weg den Reschensee hinter uns zu lassen. Am Haidersee wechselten wir die Uferseite und ritten durch ein stimmungsvolles Moorgebiet mit vielen Holzstegen und einer, im Wasser gelagerten, schwimmenden Seebrücke. Erst im Nachhinein merkten wir, dass dieser Weg auf der Karte gepunktet ist und über unserem Schwierigkeitsgrad liegt. Ab hier wurde es trist… Am Ende des Haidersee´s entspringt der Fluss „Ätsch“ und eine unendliche Teerstraße den Reschenpass entlang bis nach Meran beginnt. Selbst hiesige Reitersleute  finden und kennen keine andere Möglichkeit den Berg hinunter zu gelangen. Zudem müssen wir uns diese hässliche heiße Teerstraße mit sehr vielen, teilweise unvernünftigen Radlern teilen. Für uns heißt es im Gänsemarsch im Schritt auf einer nicht mehr endenden Radstrecke langsam dahin zu tuckeln. Auch die Ätsch bietet uns keinerlei Abwechslung, da sie entweder durch Zäune gesperrt oder für uns unzugänglich war. Die Sonne brannte  uns und unseren treuen Pferdchen auf den Kopf. Der Weg der Via Claudia zog sich durch Burgeis über Schleis, Glurns und Schluderns schließlich nach Spondining.  Ein Lichtblick laut Karte führte durch das Schlundernser Biotop ein interessanter Pfad. Der am Anfang so vielversprechende Weg endete in einer Sackgasse mit Kletten, jap. Springkraut und mannshohem Gestrüpp. Da wir unsere Macheten Zuhause hatten, mussten wir wohl oder übel umdrehen. Weiter schwanden unsere Kräfte und wir waren keinen Meter voran gekommen. Kurz darauf ging uns restlos die Spucke aus und wir strandeten in Spondining  an Irmis Touri-Reiterhof. Wir boten für die wartenden Touris ein breit gefächertes Angebot vom Wanderreiter bis hin zum Naturduscher am kalten Wasserschlauch hinter einem Traktor. Irmi hatte für unsere Pferde eine „extra fette und gemulchte“ Weide parat, die mit einer sehr beeindruckenden Zaunkunst eingerahmt war. Wir aßen am schön gelegenen Fischerhäusle am Weiher und durften liebenswerter weise im Stüberl am Boden nächtigen.</p>
<p><strong>27. August „Tag 8“</strong></p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-192" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=192"><img class="size-medium wp-image-192 alignright" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1070912-300x225.jpg" alt="" width="393" height="293" /></a><br />
</strong></p>
<p>Alle Schlaftabletten mussten heute Nacht gute Wirkung leisten, da der Boden sehr hart war und die Ferienreitermädels uns netterweise um 5 Uhr schon geweckt haben. Auch laut Irmi besteht für uns keinerlei Möglichkeit außer dem Radweg weiter zu folgen. Unmotiviert zweifelten wir schon an unserem Ziel weiter zum Gardasee reiten zu wollen. Trotz alle dem machten wir uns heute bereits um 8 Uhr auf den Weg. Von nun an ging es durch Obstplantagen wo wir zu unserer Freude auch am Seitenstreifen dem Teer ausweichen konnten. Am Ende einer großen Obstplantage folgten wir nun einem langersehnten Feldweg „Schgumserweg“ bis nach Laas. Dort angekommen bewunderten wir den für Laas so bekannten weißen Marmorstein, der in der ganzen Ortschaft aufwendig verarbeitet wurde. Nach einem kurzen Brotzeitstopp ließen wir Laas und auch für ein kurzes Stück die Teerwüste hinter uns. Wir genossen das abwechslungsreiche Gelände entlang vieler Flussauen mit bunter Fauna und Flora des „Stilfserjoch“ (Nationalpark). Von Göflan über Gürgelwiesen wieder durch große Apfelplantagen bis nach Goldrain. Glücklicherweise konnten wir in der Ortsmitte noch rechtzeitig Schutz unter 3 großen Weiden vor dem losbrausenden Regen inkl. Gewitter suchen. Schlagartig wurde es kälter und der Regen prasselte so stark herunter, das in kürzester Zeit wir und unser gesamtes Hab und Gut durchnässt war. Wir entschlossen ab der nächsten Ortschaft „Latsch“ uns um ein Nachtquartier umzuschauen. Keiner, der uns begegneten Leute hatte eine Idee, wo wir nächtigen könnten. Über einige Umwege erreichten wir nun Latsch, wo Andi in der Touristinfo mit der liebenswerten Hilfe der Touristdame bei Udo Dietl eine Unterkunft für uns ausmachte. Was zuerst so aussichtslos schien verwandelte sich in unbeschreibliches Glück, denn seit mehreren Kilometern war kein Weidetier mehr in Sicht. Udo empfing uns sehr herzlich und bot uns allen das reinste Paradies. Die Pferde bekamen reichlich Futter und einen tollen Laufstall mit Paddock. Wir durften im Haus der Familie  ein Stockbettzimmer mit Bad beziehen. Die ganze Familie bemühte sich rührend um uns, da die Familie selbst begeisterte Wanderreiter sind blieben keine Wünsche offen. Besonders freuten wir uns über Udo´s Gesellschaft beim Abendessen in der leckeren Pizzeria am Aquapark. Vor lauter Gequatsche saßen wir bis spät in die Nacht, wo wir dann auch Katharina die jüngere Tochter von Udo kennen lernen durften. Überglücklich, papp satt und mit neuen Wegaussichten fielen wir in die weichen Betten in den Tiefschlaf.</p>
<p><strong>28. August „Tag 9“</strong></p>
<p>Nach einem gemeinsamen Frühstück mit Udo und Katharina erreichten wir endlich voller Freude den schier unerreichbaren Rudi Aufderklamm am Telefon. Somit war es klar, unsere Route würde sich ab hier schlagartig ändern. Wir konnten nun der grusseligen Teerwürste entfliehen und in die so vermisste Natur zurück kehren. Der neue Weg soll uns nun über mehrere Bergpässe und nicht über das Tal zu unserem Ziel führen. Sehr genossen wir, dass Udo uns heute bei unserem Aufstieg von 642 auf knapp 2000 Höhenmetern begleitete. Seine 23-jährige pfiffige Russenstute, die so leichtfüßig wie ein junges Reh den Berg hinauf sprintete führte uns, die wir im Gegensatz zu ihr plump wirkenden Gestalten, wie im Fluge die 1400 Hm hinauf. Voller Eifer sammelten die zwei Männer unserer Runde nur die aller schönsten Waldpilze die wir sahen. Sorgsam verstaute Udo die wertvolle Fracht in seiner Satteltasche. Kurz bevor wir die erste Alm erreichten nutzte unsere schwungvolle Leitstute eine unbeaufsichtigte Gelegenheit und düste alleine den Berg hinauf los. Hidalgo und Celly nahmen sofort die Verfolgung auf und sammelten Udos Ausreiser an der nah gelegenen Alm, wo ein Trupp Radfahrer die Stute stoppten, wieder ein. Alle gesammelten Pilze waren nun Matsch und Udo wurde vom Wanderreiter kurz zum Wanderreiter-Wanderer, da er die letzten 200 m zu uns ja zu Fuß meistern musste. Erleichtert freute er sich, dass nichts schlimmeres passiert ist. Zügig saßen wir wieder auf und es ging weiter zur Latscher Alm, wo wir eine kräftige Suppe zu Mittag aßen. Unsere Pferde hatten derweil nette Gesellschaft von freilaufenden Milchkühen und einem schreienden Esel. Die Erholung tat allen gut und so zog unser Tross ausgeruht und gestärkt wieder los, um die letzten 200 Höhenmeter über eine Skipiste zur hübschen Tarscher Alm zu erklimmen. Dort angekommen durften unsere Pferde zum grasen auf eine Kälberweide, die für unsere Hottis reichlich Abwechslung war. Nach einem Kaffe nahmen wir Abschied von Udo der nun den Rückweg antreten musste. Wir bezogen unser Matratzenlager und zum Abendessen gab es eine große Pfanne Hirtenmaccaronis. Die Pferde verbrachten heute Nacht angebunden, in einem alten Kuhstall den sie mit Schweinen teilten. Hoffentlich geht alles gut…..</p>
<p><strong>29. August „Tag 10„<a rel="attachment wp-att-204" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=204"><img class="alignright size-medium wp-image-204" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1080071-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></strong></p>
<p>Erleichterung… alles ging gut!!! Unser 3 Pferde standen vorbildlich, brav und kauten die ganze Nacht sparsam an Ihrem wenigen Heu. Das Matratzenlager teilten wir heute Nacht mit 2 netten jungen Männern. Morgens schauten wir interessiert dem Senn der Alm noch kurz beim Käsen zu und machten gegen 09.30 Uhr einen Kaltstart auf der super steilen Skipiste. In kürzester Zeit trugen uns unsere Pferdchen tapfer und flott die ca. 200 Höhenmeter hinauf. In Mitten der Hangweide begrüßten uns  noch 4 Haflingerstuten mit Fohlen bei Fuß. Als wir die Baumgrenze erreichten, stiegen wir ab und der steinige Schotterpfad zum Gipfelkreuz begann. Nun schnauften nur noch wir Zweibeiner und unsere großen Pferde hüpften wie Gämsen hinter uns her. Während des Aufstieges hielten wir alle Ausschau nach dem freilaufenden Braunbären, der hier gesehen wurde und schon 2 Schafe auf der Hochebene gerissen hatte. Nach schon einer Stunde erreichten wir das Gipfelkreuz vom Tarscher Joch. „Fotoshooting“ am Gipfelkreuz! Weiter gings bergauf über Felsen und einer Steinschlucht bis auf die endgültige Höhe von 2519 Metern über dem Meer. Erstaunt stellten wir fest, dass kleine Rinnsale bereits zugefroren waren. Oben angekommen hatten wir eine super Sicht auf den Hasenöhrlgletscher auf 3052 m . Es war so ein überwältigendes Gefühl mit unseren Pferden hier stehen zu können und zusammen in die imposante Bergwelt zu blicken. Über schroffe Felsen und Gestein machten wir uns auf den Abstieg nach Kuppelwies im Ultental. Nach ca. 1. Std. erreichten wir den Forstweg der uns zielgerade zur Kuppelwieser Alm führte. Dort sattelten wir die Pferde ab und durften sie zum grasen auf eine Viehweide stellen. Bei uns gabs ne kräftige Gerstsuppe und einen Kaiserschmarrn. Ein relativ unspektakulärer betonierter Weg führte in Serpentinen bis auf eine Rodelbahnstrecke. Von dort waren es nur noch wenige km zum ersehnten Ziel. Kurz vor Kuppelwies ritten wir noch durch reizvolle alte kleine Hofanlagen. Der Baustil ähnelte sehr dem Schweizerischen. Von dort hatten wir einen herrlichen Ausblick auf den Zöggeler Stausee und das malerische Ultental. Auf Anhieb fanden wir den richtigen Stall. Rudi Aufderklamm und Kerstin empfangen uns herzlich und verwöhnten uns gleich mit leckerem frischem Kaffee. Als geeignete Bade- bzw. Reinigungsstätte empfahl uns Rudi „wärmstens“ den nahe gelegenen Stausee. Voller Eifer sprangen wir 3 in voller Bademontur über die Wiese zum See. Sehr verwunderlich war ein Italiener der belustigt uns begutachtet. Nach einem kurzen Wassertemperaturtest von Gitti, war Andi und Chrisi klar, wir sind auch ohne baden sauber. Denn der See hatte kuschelige, gefühlte 15 Grad. Für ein Sensationsfoto stürzte sich Gitti in die Fluten und schwamm sogar 3 Züge. Die Pferde sind in einem großen Paddock mit reichlich Heu und Unterstand untergebracht. Zu unserer Freude, nahmen sich Rudi und Kerstin Zeit,  mit uns zu einer „nahen“ gut bürgerlichen Gaststätte in St. Moritz zu fahren. Rudi verfrachtete uns in seinen Großraumjeep und los ging unsere rasante Fahrt, ¼ Std. lang, steile Serpentinen nach oben. Es war ein interessanter, lustiger Abend mit leckerem Essen und guten Gesprächen. Unser Nachtlager hatten wir wieder in der Heutenne aufgeschlagen.</p>
<p><strong>30. August „Tag 11 und 2ter Pausentag„</strong></p>
<p>Oh Schreck! Nach dem Aufstehen stellten wir fest, dass uns das Wetter heute wohl einen Strich durch die Rechnung macht. Das gesamte Tal war Wolken verhangen und regnerisch. Da das nächste Etappenziel wieder die Überquerung eines 2500´Pass ist, entschlossen wir aus Sicherheitsgründen einen Pausentag einzulegen. So fuhren wir kurzer  Hand mit dem Bus nach Meran. Dort angekommen, schmissen wir uns ins Getümmel. Da es sehr kalt war, trugen wir alle unsere Klamotten, die wir dabei hatten, am Leib. Anscheinend hoben wir uns, wenn man von den zugeworfenen Blicken ausgeht, vom Rest der Bevölkerung ganz schön ab. Nach den vielen Tagen unserer „Auswilderung“, kam es uns fast unerträglich vor, in den vielen verschiedenen Parfümschwaden der anderen ausharren zu müssen. Aufgrund der seltsamen Reaktionen ging es den anderen Menschen im umgedrehten Sinn ebenso. Da wir müde, sowie von der Busfahrt etwas angeschlagen und durch die Erlebnisse der letzten Tage sehr verwöhnt waren, konnte uns Meran nicht wirklich sehr begeistern. Also tingelten wir um 15 Uhr schon wieder zurück nach Kuppelwies. Zum Abendessen gab es heute leckeren Salat aus unserer Multi-Funktions-Pferdetränke-Waschschüssel. Wir plauderten mit Rudi und Kerstin noch mal über die ausstehende Route und ratschten bis unsere, zugegeben ein bisschen zu früh eingenommenen, Schlaftabletten wirkten.</p>
<p><strong>31. August „Tag 12„</strong></p>
<p>Recht früh standen wir heute auf und packten unsere sieben Sachen. Diese Nacht war auffällig kalt und als wir in die Berge blickten entdeckten wir, dass die Nordseite, über die wir vorgestern kamen, nun bis auf 1500 m schneebedeckt war. Gott sei Dank ging es ja Richtung Süden weiter und wir hofften auf Sonnenschein und schneefreie Pässe. Wie bereits die letzten Tage, blies der Wind erbarmungslos durch das Ultental. Nach einem Schnellfrühstück verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern und folgten nun dem Weg nach St. Gertraud. Über den Ultner Höfeweg der durch seine Schönheit zigtausend mal zum fotografieren anregte, ging es über Brücken, Stock und Stein nach St. Gertraud. Dort kauften wir unsere Verpflegung für den Abend und den nächsten Morgen. Dann ging es hinein in das Kirchbergtal von 1500m hinauf auf den Passo di Raabi der auf 2525m liegt. Beeindruckend war der sehr, sehr starke Wind dem wir im Beduinenlook trotzten. Erstaunlicherweise bot uns die Natur schon wieder eine neue und abwechslungsreiche Kulisse. Zur Freude aller, entdeckte Chrisi ein echtes lebendiges Murmeltier. Schnell wurden die Kameras gezückt und wild fotografiert. Die Weiden wie auch der Gipfel waren viel, viel mehr mit Geröllmassen übersäht als am Tarscher Pass. Der Abstieg war nicht so herausfordernd wie bereits gemeistert. An der nächsten Alm rettete uns ein fuchtelnder Italiener, der immer wieder Kopfschüttelnd „No Cavalli“ rief, vor dem falschen Weg ins Tal. Jetzt merkten wir, dass es nun mit dem deutschsprachigen Teil Italiens zu Ende ist. Der Abstieg führte uns über schmale Steige mit rutschigem Geröll direkt auf eine Bergklippe, die wie eine Sprungschanze wirkte  und führte weiter über kleine Heide bewachsene Moose bis wir auf den befestigten Forstweg in Richtung Piazzola landeten. Dort nahm Andi mit unserer „Kontaktperson Franco“ in beeindruckendem Italienisch ersten Kontakt auf. Nach ca. 1 weitern Std. trafen wir in Coler ein. Auf unserer Suche nach der richtigen Hütte und Franco sahen wir das ca. 100 m neben unserer Hütte eine Gastwirtschaft ist. Nun mussten wir alle richtig lachen, denn wir hatten ja auf Rudis Rat hin unser gesamtes Essen über den Berg geschleift. Laut Rudi gab es nämlich weit und breit keinerlei Essensmöglichkeit! Erleichtert fanden wir nun Franco und unser Übernachtungshütte. Nach unseren besten Möglichkeiten schnitzten wir mit gefundenem Holz und unseren tollen Ballenbändeln einen vorbildlichen funktionellen Paddock für unsere Pferde. Franco zeigte uns noch unsere Bleibe und überlies uns seine Hütte. Die Hütte lies keine Wünsche offen und bot uns von einer Dusche, Holzofen und einem Matratzenlager alles was wir brauchten. In sehr gemütlicher Atmosphäre bereiteten wir uns unser weit mitgebrachtes natürlich Italien typisches Abendessen. Nudeln mit Tomatensoße alla Holzofenart. Wir genossen es in vollen Zügen unsere von den Vortagen ausgefrorenen Knochen mal wieder richtig aufzuheizen.</p>
<p><strong>01. September „Tag 11„</strong></p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-193" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=193"><img class="size-medium wp-image-193 alignright" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1080154-300x225.jpg" alt="" width="365" height="273" /></a><br />
</strong></p>
<p>Nach einer sternklaren kalten Nacht besticht der Morgen mit stahlblauem Himmel und keiner Wolke. Jeder wusste was in der Früh zu tun ist und ruck zuck hatten wir gefrühstückt und die Pferde waren abrittbereit. Gleich zu Anfang begann unsere Tour entlang an einem glitzernden Bergbach über urige Holzbrücken auf einem Naturpfad. Als wir durch das Kurörtchen Rabby durch waren begann ein längeres Stück Asphalt. Da wir in diesem Talstück keine Karte hatten, baten wir die hilfsbereiten Italiener mit Händen und Füssen und Gitti´s schlauen Zettel um einen geeigneten Weg um nach Male zu finden. Von dort ging es auf einer lauten Teerstr. nach Domare bis wir Gott sei Dank den beschriebenen Bikerweg nach Madonna de Campilio fanden. Auf der Forststraße ging es nun wieder bergauf. Da es bereits Zeit war nach einem geeigneten Quartier Ausschau zu halten, hielt Gitti todesmutig den Ranger in seinem weißen Pick-Up an. Mit Hilfe des berühmten Zettels konnte uns der Ranger eine als Nachtquartier geeignete Alm empfehlen, die etwa noch 10 km entfernt lag. Die Bikerstrecke führte uns an einer gigantischen Schlucht vorbei, die den Weg trotz seiner Höhenmeter angenehm und kurzweilig machte. Auf der Strecke begleiteten uns immer wieder eine deutsche Radlergruppe. Als wir endlich wieder auf 1750 m rauf gekraxelt sind, erblickten wir als erstes ein Pferd und dahinter die so hoffnungsvolle Alm Malga Mondifra. Da wir noch nicht wussten ob wir hier übernachten dürfen, schickte Andi die 2 mitleidserregenden Frauen voran. Sofort hatten wir eine Zusage für uns und unsere Pferde. Uns fiel ein Stein vom Herzen. Wir genossen noch die letzte Abendsonne und verdrückten dabei gleich 1 Liter frische Kuhmilch. Unsere Pferde grasten noch ein bisschen auf einer Weide und verbringen die Nacht heute zusammen mit den Kühen und der Aufseher Ziege, angebunden im Stall. Wir hoffen mal wieder, dass alles gut geht. Überraschender Weise erwartete uns ein 4-Gängemenü im Restaurant der Alm. Vollgefressen und zufrieden fielen wir in die weichen Betten.</p>
<p><strong>02. September „Tag 12„</strong></p>
<p>Chrisi und ich wurden heute Morgen schleunigst von  Andi geweckt, um noch ein paar interessante Handgriffe von dem Senner abzuschauen. Er kochte über dem Holzfeuer, wie zu Großmutters Zeiten die Milch zu Käse. Es duftete herrlich frisch nach Landwirtschaft. Auch heute Nacht bin ich einmal aufgestanden um nach unseren 3 Helden im Kuhstall zu schauen. Am meisten hat sie in dieser Nacht mein Besuch mit der Taschenlampe aufgeregt. Wie, als ob unsere Pferde jede Nacht im Kuhstall angebunden sind, standen unsere routinierten Freunde nebst Kühe mit Glocken und dem freilaufenden Geißbock.</p>
<p>Nach einem ausgiebigen Speckfrühstück mit fluffigen, trockenen Semmeln, machten wir uns auf den Weg. Dieser schlängelte sich, hoch über dem grünen Talboden, durch steile Wurzelsteige zu stattlichen Hotelanlagen auf 1630m Höhe. Madonna di Campilio wirkt im Sommer mit seinen abrasierten, verletzten Schipisten und den vielen Gondelliften nicht besonders reizvoll. Die Investoren, solcher Mega-Lift-Hotelanlagen und die Schifahrer selber, sollten sich im Sommer einmal ein Bild von ihrem Komerzschiparadis machen.</p>
<p>Es wirkt furchteinflößend und naturschädigend und hat mit einer heilen Bergwelt nichts mehr zu tun.</p>
<p>Kaum 3-4km entfernt von diesem Wintersportort, erlebten wir am Refugio Vallesinella ein schönes Naturschauspiel. Ein mächtiger Wasserfall, von 30-40m, toste mit aller Macht ins Tal und staubte uns mit seinen kalten Wassertropfen ein.</p>
<p>Wir folgten dem wilden Wasser weiter ins Tal um den nächsten Pass in Angriff zu nehmen. Kurz nach der Alpe Val d`Agola, folgte der gleichnahmige See. Eingebetet in vergletscherten weißen Felswänden wartete ungeschminkte Natur und der glitzernde Bergsee auf uns.</p>
<p>Es herrschte tiefe Stille und kein Misston störte. Höchstens ab und zu schnaufte ein Mountenbiker an uns vorbei. Ein kleiner Bergpfad führte uns an zerzausten Zirbeln, die sich der Sonne entgegen krümmten, zum Gipfel. Auf dem Passo bregen de IÒrs trugen wir uns gleich ins Gipfelbuch ein.</p>
<p>Die Cavallis nutzten diese Pause zum Fressen. Der Gipfel bescherte uns einen herrlichen Ausblick. Die Brentagruppe ist eine geologische Exklave und stellt den westlich des Etschtals gelegenen Teil der Dolomiten dar.</p>
<p>Dabei macht der Kontrast zwischen einer typischen Dolomiten-Gruppe und den vergletscherten Gipfeln des Adamello-Masivs den Charm dieses schroffen Gebirges aus.</p>
<p>Tiefe Wälder, scheinbar unberührte Natur fügen das ihre hinzu und wecken Assoziazionen. Es scheint als sei man in den Rocky Mountains unterwegs, statt im Trentino. Liefen hier plötzlich Brunos Brüder über den Weg, würde man sich kaum wundern. Dient der Adamello Park als eines der letzten Rückzugsgebiete des Braunbären, der hier seit 1996 wieder ausgesiedelt wurde. Trotz unserer großen Aufmerksamkeit, bekamen wir keinen dieser stattlichen Sohlengänger zu Gesicht!</p>
<p>Nach einigen Höhenmetern abwärts über Wurzelwege hatte uns ein gut ausgebauter Fahrweg wieder. Dieser Schotterweg nahm nun kein Ende mehr. Da bergab für uns immer selber laufen hieß, folgte ein unaufhörlicher Trott ins Tal. Nach jeder Serpentinenbiegung kam ein erneutes Hoffen auf das Ende.</p>
<p>Gegen 18 Uhr war es endlich geschafft. Auf der Autostraße mit atemberaubenden Aus- und Tiefblicken, ritten wir noch weitere 5km bis nach Stenico. Dort angekommen fragten wir gleich am 1. Haus mit Gittis legendären Zettel nach einem Nachtquartier.</p>
<p>Besorgt trafen sich gleich mehrere Leute auf der Straße und 1,2,3 hatten wir für heute eine hervorragende Bleibe. Im 2km entfernten Premione wartete Francesco samt Familie auf uns. Er sperrte kurzer Hand seine 2 Pferde und seinen Esel auf eine seperate Weide und nahm unsere 3 müden Krieger auf. Sein Sohn Fillipo  samt Frau gingen mit uns noch schön zum Pizza essen.  Wir füllten das Auto mit Duft voller Leben, dass Romina die Fenster öffnen musste. Auch sie gaben uns eine gute Beschreibung der nächsten Route und zeigten uns per Auto noch einenTeil der Strecke.Müde und zufrieden fielen wir in unser Heulager.</p>
<p><strong>03. September „Tag 12 und der langersehnte Zieleinlauf„</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Zu unserer ungetrübten Freude, gab der Esel heute Nacht mehrmals ein Konzert von sich. Außerdem war es das ungemütlichste Heulager das wir in den letzten 14 Tagen bezogen hatten.</p>
<p>Die unterschiedlichen kleinen Heuballen bohrten sich die ganze Nacht in unsere Gräten. Als uns am Morgen unverhofft Francesco mit Frühstück aufwartete, war alles schon wieder vergessen. Zum Abschied meint er auf gut verständlichem italienisch,ich sollte meine frisch gewaschene Unterhose nicht zum trocknen ans Gepäck hängen, sondern meinem Pferd verkehrt herum als Mütze aufsetzen.</p>
<p style="text-align: left">Er begleitete uns noch zum Ort hinaus. Das Wetter lachte wieder beständig. Am Wegesrand waren große appetitliche Gemüsefelder und auch die Kartoffelernte war in vollem Gange.Schon eine Weile ging es, seit langem mal wieder, auf ebener Straße, an dem viel belachten Asphaltbecken (Fischzuchtanlage) vorbei. Zu dieser Zeit dachten wir, wir hätten die großen Höhenmeter überstanden. Doch selbst am letzten Tag wartete wieder ein Pass auf uns. Rasch überholte uns eine sportliche Bikertruppe. Verblüfft schauten wir, als der Gait meinte, er habe uns schon mal auf der Alpennordseite, vor einer Woche beim Piller, schon mal gesehen.Lachend antworteten wir: dass der Radler aber langsam unterwegs sei. Doch dann zog er seinen Trumpf aus dem Ärmel. Er ist die Strecke schon zum 2. Mal unterwegs und bringt gebuchte Biker über die Alpen.<a rel="attachment wp-att-194" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=194"><img class="alignnone size-medium wp-image-194" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1080308-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p>Wir folgten wie schon die ganzen 2 Wochen der Weiß-Roten Markierung, dieses mal Richtung Sella di Calino. Der Weg wurde immer interessanter. Im stetigen Auf zieht sich der Bergpfad durch Heidelbeer- und Almenrausch Hänge wieder hoch über dem Tal dahin.Plötzlich war eine große, gefährliche mit Warnzeichen versehene Absperrung zu sehen. Kein Alternativweg war vorgeschlagen. Der Langenscheid übersetzte uns, dass es sich hier um Waldarbeiten handelt. Wir standen vor der Wahl umzudrehen, oder die Absperrung zu ignorieren, was wir nach reichlicher Besprechung auch taten. Es waren keine Waldarbeiter da. Ein paar Baumstämme kreuzten den Weg, was aber für unsere Rösser und uns kein größeres Hindernis darstellte.</p>
<p>Auf dem Abstieg in das nächste Tal kamen wir an einer sauberen Ferienhausanlage in Calino vorbei, wo wir einen älteren Mann nach Wasser für unsere Pferde fragten. Ganz spontan mit großer Gastfreundlichkeit lud uns der Italiener zu einer Flasche Rotwein ein. Leicht beschwipst und mit viel Gelächter machten wir uns auf den Endspurt. Nach ein paar Biegungen der Serpentinen  entdeckten wir sehnlichst bei Calvola den Gardasee. Hier reihten wir uns gleich zu einem Erinnerungsfoto auf. Wir dachten, in einer viertel bis halben Stunde sind wir am Ziel.</p>
<p>Es war schon zum greifen nahe. Schier unendlich lange führten wir unsere Rösser der Auto-Teer-straße nach unten zum Ziel.In Tenno empfahl uns eine Radlerin den alten Karrenweg, der früher von Eselgespannen genutzt wurde,  um ins Tal zu gelangen.Wir bedankten uns für die hilfreiche Info und bogen von der Teerwüste wieder ab. Es war ein senkrecht, steiler Weg, mit schwierigsten Passagen und rutschigen Pflastersteinen. Niemals im Leben kommt da ein Eselgespann nach Oben, oder Unten.Fernando verging die Lust am Laufen und er streikte, durch ständiges Ausruhen und nicht mehr vorwärts gehen.</p>
<p>Das letzte Stück Weg bergab wurde wieder erträglicher und wirkte durch seinen Olivenhain sehr mediteran.Den Zieleinlauf haben wir trotz Hindernis gut überstanden und landeten in Arco. Nach ein paar Orientierungsfragen fanden wir durch St. Giorgio, unser Gestüt. Dort durften wir die Pferde noch weitere 2 Tage einstellen,</p>
<p>Christoph , Bea und Andi K. sind eine halbe Stunde später auch gesund mit den Hängern aus Deuschland angekommen. Zusammen fanden wir für uns noch eine 6 Personen Ferienwohnung und ließen am Wochenende den Urlaub der Superlative ausklingen.</p>
<p>So ein Alpentrekking ist das Höchste für uns Wanderreiter. Durch die Freiheit und Lebendigkeit im Zusammenklang mit dem Pferd und der Natur. Ohne irgendwelche Termine im Nacken, lebt man richtig auf. Je weniger man zum Reisen und zum Leben benötigt, desto reicher wird man. Man sollte aber immer darauf achten, dass die Sicherheit an oberster Stelle steht und dazu braucht man auch immer noch sehr viel Glück. Man erlebt unglaublich schöne Dinge. Es ist aber auch anstrengend für Ross und Reiter.</p>
<p>Herzlichkeit, Offenheit und Gastfreundlichkeit die man weder zu Fuß, noch mit dem Fahrrad, geschweige mit dem Auto auch nur erahnen kann, sind uns aufs Neue jeden Tag begegnet.</p>
<p>Dazu möchten wir hier allen großen Dank aussprechen, die zu diesem guten Gelingen beigetragen haben.</p>

<a href='http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=188' title='P1070749'><img width="150" height="150" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1070749-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="P1070749" title="P1070749" /></a>
<a href='http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=191' title='P1070907'><img width="150" height="150" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1070907-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="P1070907" title="P1070907" /></a>
<a href='http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=192' title='P1070912'><img width="150" height="150" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1070912-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="P1070912" title="P1070912" /></a>
<a href='http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=193' title='P1080154'><img width="150" height="150" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1080154-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="P1080154" title="P1080154" /></a>
<a href='http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=194' title='P1080308'><img width="150" height="150" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1080308-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="P1080308" title="P1080308" /></a>
<a href='http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=203' title='P1070044'><img width="150" height="150" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1070044-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="P1070044" title="P1070044" /></a>
<a href='http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=204' title='P1080071'><img width="150" height="150" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/P1080071-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="P1080071" title="P1080071" /></a>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2&amp;p=182</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fernwanderritt Bodensee-Gardasee</title>
		<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=156</link>
		<comments>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=156#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Jul 2011 19:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alpen]]></category>
		<category><![CDATA[Alpentrekking]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Wanderreiter-Akademie]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Wendel]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderreiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=156</guid>
		<description><![CDATA[von: Gerhard Wendel Ende Mai war es soweit – nachdem die Idee für den Fernwanderritt im Jahr 2007 entstanden war, konnten wir Ende Mai 2011 endlich die Abschlussetappe unseres Fernwanderrittes an den Gardasee angehen. Die Planungen dazu liefen bereits seit &#8230; <a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=156">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-159" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=159"><img class="alignleft size-medium wp-image-159" title="SAM_0658" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/SAM_0658-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>von: Gerhard Wendel</p>
<p>Ende Mai war es soweit – nachdem die Idee für den Fernwanderritt im Jahr 2007 entstanden war, konnten wir Ende Mai 2011 endlich die Abschlussetappe unseres Fernwanderrittes an den Gardasee angehen. Die Planungen dazu liefen bereits seit einigen Monaten. Sehr hilfreich waren dabei die Informationen zur Stationsplanung, die ich von Andrea von Kienlin, einer Rittführer-Kollegin aus Bayern, bekommen habe. Andrea ist im Juli 2009 in 16 Tagen vom Tegernsee an den Gardasee geritten. Da sich unsere Streckenplanung ab dem Nonstal überschnitten hat, konnte ich auf ihre Erfahrungen zurückgreifen – an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Andrea! Speziell bei der Suche nach Unterkünften im italienischsprachigen Raum hat mir die Unterstützung von Andrea sehr viel Zeit und Arbeit erspart. Auf der 4. Etappe hat mich wieder Stefan, ein Rittführerkollege aus Österreich begleitet. Außerdem hatte Ernst, ebenfalls Rittführer und Präsident der vfs Südtirol, im letzten Jahr spontan zugesagt, mit uns auf der gesamten 4. Etappe zu reiten. Er war es auch, der dann telefonisch die Reservierung der Unterkünfte für uns vorgenommen hat. Ebenfalls wieder mit von der Partie war mein Freund Winni, der uns als Trossfahrer und Mountainbiker begleitete.<span id="more-156"></span></p>
<p>Bei Ernst und den Reitern vom Ultental wollten wir uns dann auch zum Start treffen. Angedacht war, dass wir den Übergang vom Ultental ins Nonstal, den wir letztes Jahr bereits als Abschlussetappe geritten sind, noch einmal reiten („weil es so schön war.“) und von dort aus über das Val di Sole und Madonna di Campiglio in Richtung Gardasee ziehen. Am Lago di Ledro, der hoch über dem Gardasee liegt, wollten wir uns dann noch mit Giovanni treffen, der am südlichen Gardasee einen Wanderreitbetrieb führt und auf Ritte in den Bergen im Hinterland des Gardasees spezialisiert ist. Er sollte uns dann noch die schönsten Strecken auf den alten Militärpfaden hoch über dem Gardasee zeigen.</p>
<p><strong>Erstens kommt es anders, als man zweitens meistens denkt…</strong></p>
<p>Bereits seit Anfang März stand ich in ständigem Kontakt mit Ernst und habe mich nach den Schneebedingungen in den Bergen erkundigt. Während die Webcams im Skigebiet Schwemmalm teilweise bereits schneefreie Flächen zeigten, lagen aber am steilen Sattel zwischen dem Ultental und dem Nonstal noch immer große Schneefelder . Diese Schneefelder entstehen im Winter teils durch Windverfrachtung, teilweise aber auch durch Lawinenabgänge und sind so kompakt, dass sie selbst höheren Temperaturen lange widerstehen. Nachdem auch das Regentief Anfang Mai in den Höhenlagen der Berge eher noch für Schneezuwächse gesorgt hatte, war schließlich klar, dass wir nicht wie geplant im Ultental starten konnten. Eine weitere Hiobsbotschaft gab es von Giovanni, bzw. von Anke, die für mich als „Dolmetscherin“ fungierte: Im Stall von Giovanni hatte ein Einsteller eine Infektion eingeschleppt und zahlreiche Pferde hatten Fieber und Nasenausfluss. Da wir das Risiko, dass sich auch unsere Pferde anstecken würden, nicht eingehen wollten, strichen wir  schweren Herzens die letzten 3 Reittage und verabredeten, diese dann im September 2011 nachzuholen.</p>
<p><strong>Prolog</strong></p>
<p>Ich verabrede mich mit Stefan wieder auf der Station von Manfred Larcher in Pfunds. Wir wollen uns trotz der Änderungen in der Rittplanung im Ultental mit Ernst treffen, um den Pferden nach der Anfahrt noch eine Nacht lang Erholung und Anpassung an die Höhe zu ermöglichen. Da Ernst am Wochenende noch auf einem Ausbilderlehrgang der vfs ist und erst ab Montag mitreiten kann, beschließen wir, den Sonntag zu nutzen, um einen Eingewöhnungsritt im Ultental zu machen. In Pfunds laden wir Jimmy und die Ausrüstung von Stefan in mein Gespann um und machen uns dann auf den Weg über den Reschenpass in Richtung Meran. Von dort aus geht es auf einer kurvenreichen Strecke noch einmal eine halbe Stunde das Ultental hinauf bis nach Kuppelwies. Ernst hatte für Stefan, Winni und mich bereits Zimmer reserviert – die Pferde werden wieder auf den Koppeln des Reitvereins Kuppelwies übernachten. Am Reitstall erwartet uns bereits Moritz, ein Reitkollege von Ernst. Er zeigt uns unsere Koppel und lädt uns anschließend zu einem Willkommens-Trunk ein. Während wir unser Bier trinken, können wir unsere Pferde beobachten, die ihre Koppel neugierig ablaufen und dabei nach Grashalmen Ausschau halten. Später machen wir uns dann auf den Weg ins Hotel Ortler, in dem uns bereits ein opulentes 6-Gänge-Menue erwartet. Nach dem vorzüglichen Essen und einem gutem Wein gehen wir voller Vorfreude auf die kommenden Tage zu Bett.</p>
<p>Für unseren Eingewöhnungsritt sind wir am Sonntag für 13.00 Uhr mit den Ultener Reitern verabredet. Neben Moritz und zwei weiteren Reitern aus dem Ultental begleitet uns heute auch Monika, die Frau von Ernst, auf dessen Pferd Aro. Gestern Abend hatten die Ultener Reiter spontan angeboten, uns auf dem Nachmittagsritt zu begleiten. Das hat uns gefreut – schließlich geht es beim Wanderreiten ja auch darum, Land und Leute kennen zu lernen…</p>
<p>Die ersten Kilometer reiten wir wieder entlang des schönen Uferwegs am Zoggler-Stausees. An der Staumauer geht es dann für die nächsten 10 Kilometer steil den Berg hinauf. Hier bekommen wir einen ersten Vorgeschmack darauf, was uns in den kommenden Tagen erwartet. Unsere Pferde kommen mächtig ins Schwitzen und auch Winni kann uns mit dem Mountainbike auf dem steilen Bergweg bald nicht mehr folgen. Auf dem Scheitelpunkt des Weges kommen wir nach zwei Stunden an einer kleinen Hütte vorbei, an der wir eine Pause einlegen. Für die Pferde gibt es Wiesengras zur Stärkung, für die Reiter ein Bier – spendiert von Jugendlichen, die auf der Hütte ein „Fescht“ gefeiert haben. In der prallen Sonne macht das Bier eher müde, als dass es uns erfrischen würde. Deshalb sind wir dann auch ganz froh, als wir nach einer halben Stunden wieder aufbrechen und in den schattigen Bergwald in Richtung Stall abbiegen. „What goes up, must come down“ – fällt mir dazu spontan ein: Die ca. 600 Höhenmeter, die uns die Pferde zuvor den Berg hinaufgetragen haben, geht es nun wieder steil hinunter, wobei diesmal die Reiter zu Fuß gefordert sind. Als wir schließlich wieder am Reitstall ankommen, spüre ich mit jeder Faser meines Körpers, was „Wander<em>Reiten</em> in den Bergen“ bedeutet…</p>
<p>Unser „Nachmittags-Eingewöhnungsritt“ ging lt. GPS über insgesamt über 17 Kilometer mit jeweils knapp 600 Höhenmetern Anstieg/Abstieg. Der Ritt beseitigt dann auch meine letzten Bedenken, dass das Training mit Askalon, mit dem ich erst vor 8 Wochen gezielt begonnen hatte, nicht ausreichend gewesen sein könnte. Ich hatte zwar neben den Trainingsritten „um den Hof“ auch noch Tagesritte im Naturpark Obere Donau eingebaut, weil es dort möglich ist, längere steile Anstiege/Abstiege zu trainieren, war aber nicht sicher, ob das ausreichen würde. Heute hat Askalon aber gut mit den „Gebirgspferden“ von Stefan und Ernst mithalten können. Auch macht er nach dem Ritt nicht den Eindruck, dass er sich übermäßig verausgabt hätte – zumindest reichte die Energie noch, um nach unserer Rückkehr am Reitstall angeberisch über die Koppel zu traben&#8230;</p>
<p>Nachdem wir die Pferde abgeduscht und vom Schweiß befreit haben, bekommt jedes noch 3 kg Kraftfutter, um Energiereserven für den kommenden Tag aufzubauen. Dann</p>
<p>lassen wir den Sonntag im Wellness-Bereich des Hotels mit Sauna und Schwimmbad ausklingen. Zum Abendessen stoßen später noch Monika und Ernst zu uns – gemeinsam genießen wir ein weiteres 6-Gänge-Menue im Hotel Ortler – ganz nach dem Motto der DWA: <strong><em>Reiten, Genießen, Erleben</em>…</strong></p>
<p><strong>Aufbruch mit dem Gespann</strong></p>
<p>Im Hotel sind wir am Morgen die ersten Gäste, die aufstehen. Auch das Personal hat gerade erst mit der Arbeit begonnen und schaut uns verwundert an. Wir bekommen einen „schnellen Kaffee“, bevor wir zu den Pferden fahren, um sie noch einmal zu füttern. Danach geht es zum Frühstück zurück ins Hotel. Auch das Frühstück braucht einen Vergleich mit dem tollen Abendmenue nicht zu scheuen: Neben verschiedenen Sorten Brot und Brötchen gibt es eine große Auswahl an Wurst, Speck und Käse. Außerdem Gemüse, Obst, Joghurt, Müsli, Marmelade, Honig und verschiedene Säfte. Leider können wir gar nicht alles probieren, da  wir vom gestrigen Menue eigentlich noch „voll“ sind. Außerdem sind wir ja um 08:30 Uhr mit Ernst bei den Pferden verabredet, so dass uns nicht mehr viel Zeit bleibt. Am Stall angekommen, putzen und verladen wir die Pferde, was alles in allem keine 15 Minuten dauert. Dann geht es mit zwei Gespannen und Winni als Begleittross nach Rumo im Nonstal. Während der Fahrt können wir einen Teil der Strecke, die wir im letzten Jahr geritten sind, einsehen. Leichtes Bedauern überkommt mich, dass wir diese erste Etappe wegen der Schneelage streichen mussten. Dann aber fordert die schmale, kurvenreiche Straße meine ganze Aufmerksamkeit beim Fahren und lässt mich diese Gedanken verdrängen.</p>
<p>Die Straßen sind zum Teil so steil, dass ich Probleme habe, mit dem vollbeladenen Wagen und zwei Pferden im Hänger ohne Untersetzung im 1. Gang anzufahren. Auf Dauer wollte ich hier nicht mit dem Gespann fahren müssen – das würde die Lebensdauer von Kupplung und Bremsen drastisch reduzieren. Einmal müssen wir einer Umleitung folgen und kommen durch eine Häusergasse, die gerade einmal 20 Zentimeter breiter ist, als unsere Gespanne . Ich halte die Luft an, bis wir die Engstelle passiert haben.</p>
<p>In Rumo halten wir an einer Metzgerei, deren Inhaber ein Bekannter von Ernst ist. Er gibt uns noch Tipps, wo wir die Gespanne am besten parken und in den Weg in Richtung Val di Sole einsteigen können. Durch diese kurzfristige Änderung der Planung können wir erst ab dem Beginn des Val di Sole auf dem geplanten Weg reiten. Stefan hat unsere Planung wieder als Track auf sein GPS geladen; ich bin diesmal mit Kompass-Wanderkarten ausgerüstet. Gleich bei der Frage der Einstiegsstelle in den Bergwald oberhalb von Rumo kommen erste Diskussionen auf. Die Garmin-Karte, die auf Stefans GPS abgebildet ist, stimmt in der Detailgenauigkeit nicht mit meiner Kompass-Karte überein. Mal hat Stefan Wege auf dem GPS, die es bei mir nicht gibt – dann ist es wieder umgekehrt. Viele Wege führen auch nur auf Lichtungen im Bergwald und sind weder bei mir, noch auf dem GPS verzeichnet. So sind wir dann auch nicht wirklich sicher, ob der etwa zwei Meter breite Weg, den wir nun in den Bergwald einschlagen, auch wirklich der auf meiner Karte markierte Weg ist. Nach wenigen Kilometern ist das erste Hindernis zu überwinden. Auf einem schmalen Pfad, der entlang einer steilen Bergflanke führt, hat ein umgestürzter Baum ein Stück des Weges weggerissen. Die Wurzeln des Baumes versperren uns nun den Weg auf den dahinter liegenden schmalen Pfad. An ein Darüberreiten ist nicht zu denken – also heißt es Absteigen und Führen. Jimmy, der Haflinger von Stefan, steigt mit der rassetypischen „Augen-zu-und-durch-Mentalität“ über das Hindernis. Dann folgt Aro, der Maremmano von Ernst, der mit der Routine eines Gebirgspferdes das Hindernis völlig unaufgeregt überwindet. Jetzt sind Askalon und ich an der Reihe. Askalon will es mir dann doch nicht so leicht machen. Vielleicht „sticht ihn auch der Hafer“, den er am Morgen noch einmal bekommen hat – jedenfalls möchte er dann doch zweimal „gebeten“ werden, bevor er mit einem großen Satz über das Hindernis springt. Wäre das Hindernis erst später am Tag gekommen, wenn er bereits etwas „Pulver verschossen hat“, wäre er vermutlich ohne zu mucken im Schritt über das Hindernis gegangen. So aber nutzt er die Gelegenheit, hier einen auf „dicke Hose“ zu machen, nur allzu bereitwillig. Ich bin jedenfalls froh, dass meine Zügel lang genug sind, um mich aus seiner „Landezone“ zu bringen. Wir folgen dem Weg weiter, während der auf der Karte eingezeichnete Weg lt. GPS etwa einhundert Höhenmeter über uns verläuft. Also hätten wir doch einen anderen Einstieg in den Bergwald wählen müssen. „Macht auch nichts“, denke ich mir – „viele Wege führen nach Rom“ oder in unserem Fall „an den Gardasee“…</p>
<p>Da wir nun zudem in ein Gebiet kommen, in dem Windbruch zahlreiche Bäume umgeschmissen hat, müssen wir durch den Wald wieder hinuntersteigen und entfernen und so noch weiter von unserem geplanten Weg. Wir kommen schließlich an einer Straße aus dem Wald heraus und folgen ihr für ca. einen Kilometer, bis wir den Windbruch umgangen haben. Bei der nächsten Gelegenheit biegen wir wieder auf einen Weg in den Wald ab, der zumindest so befestigt ist, dass er regelmäßig benutzt zu werden scheint. Wir folgen dem Waldweg und stoßen irgendwann später doch noch auf unsere geplante Route ins Val di Sole.</p>
<p>War der erste Teil der Strecke noch abenteuerlich und kurzweilig, so ist der nun folgende Abschnitt zwar landschaftlich reizvoll, aber eher langweilig zu reiten. Wie Andrea folgen wir dem Radweg entlang des Flusses Nocce, auf dem uns zuweilen laut kreischende Rafter auf ihrem Ritt über die Stromschnellen passieren. Leider ist der Radweg in voller Länge asphaltiert und obwohl wir immer wieder auf einem Grünstreifen neben dem Weg reiten können, ist das nicht gerade ein verheißungsvoller Start in unseren „Abenteuer-Ritt“. Nach den vielen Kilometern, die wir in den vergangenen Jahren schon durch die Alpen geritten sind, sind wir mittlerweile schon etwas anspruchsvoll geworden. Ein Naturpfad, am besten mit Blick auf Murmeltier und Co sollte es dann schon sein…</p>
<p>Auch die Pferde verlieren die Lust auf dem kilometerlangen „Asphalthaatsch“ und gehen weniger enthusiastisch, als zuvor in unebenem Gelände. So ziehen sich die Kilometer, während die Sonne unbarmherzig auf uns herab brennt. Ein Blick auf die Karte zeigt uns, dass die Station, in der Andrea übernachtet hatte, noch einmal eine Strecke von ca. 6 Kilometern Asphalt bedeuten würde. Darauf hat keiner von uns – die Pferde eingeschlossen – heute noch Lust. Wir halten deshalb seit einiger Zeit schon Ausschau nach einer Alternative. In der Nähe von Croviana kommen wir an einem Bauernhof vorbei. Auf den Weiden stehen Pferde – „die müssten sich mit Unterkünften auskennen“, denken wir uns und reiten in den Hof hinein. Sofort öffnet sich ein Fenster und ein junges Mädchen schaut hinaus. Ernst fragt nach, ob sie eine Unterkunft für uns wüsste, in der auch die Pferde übernachten können. Den auf meiner Kompasskarte eingezeichneten Reitstall bei Molina, auf den wir spekuliert hatten, gibt es aber nicht mehr. Unsere Enttäuschung wandelt sich jäh in Freude, als wir von der freundlichen Familie – allen voran Anna, die reitbegeisterte Tochter – spontan eingeladen werden, bei Ihnen zu übernachten.</p>
<p>Ich spreche ein Stoßgebet gen Himmel, dass uns Ernst mit seinen Italienischkenntnissen „erlöst“ hat und freue mich, dass dieser langweilige, heiße Nachmittag (jetzt weiß ich auch, warum das hier „Val di Sole“ heißt) ein Ende gefunden hat. Ernst hat offensichtlich das Gleiche gedacht. Er macht den Vorschlag, dass wir nächstes Jahr im September, wenn ich den Fernwanderritt Bodensee-Gardasee am Stück reite, eine andere Strecke wählen: Vom Ultentall führt ein Wanderweg über das Rabbijoch (2449 m) bis hinunter nach Male. Das würde uns nicht nur einen Reittag sparen, sondern meiner Vorstellung von einem Ritt über die Alpen, auf naturbelassenen Pfaden und durch atemberaubende Landschaften, deutlich mehr entsprechen, als ewig in den dichtbesiedelten Tälern zu reiten. Die Idee begeistert uns wenig später noch mehr. Ernst ist mit Francesco ins Gespräch gekommen, der sein Pferd – ebenfalls ein Maremmano – auf dem Hof eingestellt hat. Dieser erzählt uns, dass er jedes Jahr mit Freunden über das Rabbijoch nach St. Gertraud im Ultental reitet. Das imponiert mir – der freundliche Italiener ist mittlerweile 79 Jahre alt und reitet noch immer täglich mit seinem 10-jährigen Maremmano durch die Berge im Val di Sole. Zu guter letzt bietet er uns noch an, uns am nächsten Tag auf dem Ritt über die Berge nach Madonna di Campiglio zu begleiten und uns seine schönsten Wege zu zeigen. Wieder voller Motivation versorgen wir die Pferde auf der Weide. Dann machen wir uns, nachdem die Gespanne nachgeholt wurden, zu Fuß auf den Weg in eine Pizzeria, in der es eine phantastische Holzofen-Pizza mit Büffel-Mozarella gibt. Wegen unserer ausgedörrten Kehlen gibt es heute Abend keinen Wein, sondern ein paar Gläser Hefeweißbier zum Essen.</p>
<p><strong>Reiterdiskussionen</strong></p>
<p>Stefan und Ernst haben die Nacht in der kleinen Ferienwohnung des Bauernhofes geschlafen. Winni und ich haben stattdessen die Gelegenheit genutzt, mein neues „Wurfzelt“ zu testen und bei den Pferden auf der Weide zu schlafen. Außerdem ist mir die nur einreihige Einzäunung der Weide nicht sehr vertrauenswürdig erschienen, weshalb ich lieber in der Nähe der Pferde bleiben wollte. Mein Schlaf im Zelt ist nicht so tief, wie daheim im Bett. Mehrmals wache ich in der Nacht auf und nutze dabei die Gelegenheit, nach den Pferden zu schauen. Dann, gegen 5.00 Uhr weckt mich der Bauer. Ich verstehe nur „cavalli“ und schaue rasch aus dem Zelt: Tatsächlich – während Jimmy noch auf der Weide steht, machen sich Aro und Askalon genüsslich über das üppige Gras neben der Weide her. Der niedrige Zaun ist umgetreten – wahrscheinlich ist eines der Pferd beim Grasen unter dem Zaun hängen geblieben und hat ihn dann umgerannt. Ich teste den Strom mit einem Finger. Es ist kaum noch „Saft auf der Leitung“ – nur ein leichtes „Kribbeln“ ist zu spüren. So kann der nur einreihig gezogene Zaun die Pferde natürlich nicht zurückhalten! Mit ein paar „Leckerlis“ aus dem Hänger und zwei Halftern mache ich mich auf den Weg, die beiden Ausbrecher einzufangen. Aro, der mich noch nicht so gut kennt, beäugt mich misstrauisch und entfernt sich zur Vorsicht einige Meter von mir. Dann frisst er – mich von der Seite beäugend &#8211; weiter im Gras. „Dann eben anders“, denke ich mir und gehe zu Askalon. Der begrüßt mich in Erwartung eines „Leckerlis“ schon mit einem leisen Wiehern und kommt mir entgegen. Zur Belohnung bekommt er nach dem Anhalftern zwei „Leckerlis“ gefüttert, die er genüsslich zerkaut. Als Aro das sieht, verliert auch er seine Scheu und lässt sich bereitwillig von mir Anhalftern.</p>
<p>Erleichtert, dass das „Einfangen“ der Pferde problemlos verlief, gehe ich mit den beiden über die taunasse Wiese zurück auf die Weide. Nachdem der Zaun wieder aufgerichtet ist, schließe ich mein eigenes Zaungerät an – jetzt ist wieder „Saft“ auf der Leitung. Die Pferde testen den Zaun prompt einmal aus – schließlich hat es ja vorher auch geklappt und das saftige Grün lockt auf der anderen Seite&#8230;</p>
<p>Das Stichwort „Leckerlis“ erinnert mich an eine Diskussion, die Ernst und ich gestern geführt haben. Ernst lehnt für sich den Einsatz von „Leckerlis“ ab, wohingegen ich sehr gute Erfahrungen mit dem gezielten Einsatz gemacht habe. Da wir beide mit unseren unterschiedlichen Wegen gute Erfahrungen gemacht haben, haben wir auch beide Recht – kein Grund deshalb für uns, in „Glaubenskriege“ auszubrechen.</p>
<p>Ich habe manchmal den Eindruck, dass sich manche Pferdehalter intensiver mit Fragen der Fütterung, der Ausrüstung oder der Reitweise/Ausbildung ihrer Pferde beschäftigen, als sie es bei der eigenen Ernährung oder bei der eigenen Gesundheit tun. „Intensiv“ bedeutet dabei aber nicht zwangsläufig „fachlich fundiert“ – vielmehr erfolgt die Auseinandersetzung mit einzelnen Themen häufig auf der Grundlage eines in der Pferdepresse verbreiteten „Halbwissens“, das nur an der Oberfläche des Themas „kratzt“. Die dabei geführten Diskussionen werden zum Teil mit einer „pseudo-religiösen“ Inbrunst geführt, die kaum Platz für Toleranz gegenüber Andersdenkenden bzw. „Andersreitenden“ lässt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Reiter einen Cowboyhut oder einen Reithelm trägt oder mit einer Wollmütze auf einem Isländer reitet.</p>
<p>Auch das Thema „Leckerlis“ gehört zu den kontrovers geführten Themen. Während die eine Seite meint, mit Leckerlis alle reiterlichen Probleme bzw. Probleme der Dominanz „weg-füttern“ zu können, verurteilt die Gegenseite den Einsatz von Leckerlis generell als „un-professionell und unnötig“. Wer Leckerlis einsetzt, wird von Letzteren gerne in die „Tütel-Schublade“ gesteckt.</p>
<p>Ich jedenfalls bin froh, dass Askalon mir in Erwartung eines „Leckerlis“ entgegen gekommen ist und ich nicht „hasch mich“ mit ihm spielen musste…</p>
<p>In meinen Kursen sage ich den Teilnehmern deshalb, dass es keine „absoluten Wahrheiten“ gibt, die für alle Pferde und jede Situation Allgemeingültigkeit haben. Was bei einem Pferd funktioniert, klappt beim anderen Pferd nicht. Wo ein Pferd mit Durchfall oder gar Kolik reagiert, scheint das andere Pferd eine Konstitution aus Eisen zu haben. Der beste Rat, den ich einem Reiter geben kann, ist sich ein breites, solides Grundlagenwissen anzueignen und dann für sich und sein Pferd das herauszufinden, was am besten funktioniert. Meine Empfehlung ist, sich dieses Grundlagenwissen und die erforderlichen praktischen Fertigkeiten in Kursen oder Seminaren – z.B. der Deutschen Wanderreiter-Akademie (DWA) anzueignen.</p>
<p>Natürlich könnte man das alles auch ohne Kurse, Seminare oder Lehrbücher nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ herausfinden, sofern dies aber auf Kosten der Gesundheit unserer Pferde geschieht, halte ich es für ein Gebot der Horsemanship, dass man Fehler, die andere schon gemacht haben, nicht noch einmal selbst begehen muss.</p>
<p>Das gilt im Übrigen auch für „alte Hasen oder Häsinnen“: Mir gefällt deshalb der Spruch: „Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden“.</p>
<p><strong>Ein typisch italienisches Frühstück</strong></p>
<p>Jetzt ist es 05.30 Uhr und es macht keinen Sinn mehr, zurück in den Schlafsack zu kriechen. Wir verstauen unsere Sachen im Auto und stellen das vom Tau der Nacht feuchte Zelt auf einen Kipper, damit es abtrocknen kann. Während Stefan und Ernst noch im Bett liegen, machen Winni und ich uns mit dem Auto in Croviana auf die Suche nach einem Café, in dem wir frühstücken können. Hier ist jedoch alles ausgestorben und wir müssen einen Ort weiter nach Male fahren, wo es am Kirchplatz gleich zwei Cafés gibt. Nachdem das „Objekt der Begierde“ ausgekundschaftet ist, fahren wir zurück zum Bauernhof, um Stefan und Ernst abzuholen. Die sind mittlerweile auch schon auf den Beinen und nur allzu bereit, mit uns zu frühstücken. Nun kommen wir zu einem „dunklen Fleck“ in der Lebenskultur Italiens &#8211; das Frühstück. Während ich sonst als gebürtiger Südtiroler ein Freund der italienischen Lebensweise bin und insbesondere das gute Essen, den Wein, das Eis und last but not least den italienischen Kaffee sehr schätze, werde ich mich an das Frühstück nie gewöhnen können! Süße, mit Schokolade oder Vanille gefüllte Blätterteighörnchen hätten mich zwar zu meiner Kindergartenzeit glücklich gemacht, sind aber wahrhaftig nicht das, was sich ein gestandener Reiter zum Frühstück wünscht &#8211; schon gar nicht, wenn ein langer und anstrengender Reittag bevorsteht! Da uns nichts anderes übrig bleibt, bestellen wir besagte Hörnchen, derweil ich von unserem Frühstücks-Buffet im Hotel Ortler träume. Wenigstens der Kaffee hält, was er verspricht und so kommen die Lebensgeister bald wieder zurück…</p>
<p><strong>Über die Berge nach Madonna di Campiglio</strong></p>
<p>Zurück am Hof gibt es dann eine weitere Überraschung: Nicht nur Francesco erwartet uns schon, als wir mit dem Auto zurückkommen, sondern auch Anna, die Tochter der Bauern, will heute von der Schule „blau machen“ und uns begleiten. Während wir die Pferde fertig machen, fügt sich Winni in das Los des Tross-Fahrers und kümmert sich um das Weidezaungerät und das Gepäck der Gruppe. Wir studieren dann noch auf der Karte, wo wir einen Treffpunkt vereinbaren können und starten dann zu einer wunderschönen Etappe, die uns für den „Asphalthaatsch“ des Vortages mehr als entschädigen sollte. Von Croviana, das auf 738 m liegt, queren wir noch einmal die Nocce über eine Brücke und biegen dann in den „Bosco di Croviana“ ein. Francesco führt uns mit einer Leichtigkeit, die einen seine 79 Jahre nicht erkennen lässt, über wunderschöne Naturpfade und Forstwege immer weiter steil den Berg hinauf. Wir queren kleine Bäche, steigen über umgestürzte Bäume und sehen den ganzen Vormittag keinen einzigen Meter Asphalt mehr! Anfangs mache ich mir noch die Mühe, auf der Karte unsere Route zu verfolgen – dann aber lege ich sie weg und genieße „die unbeschwerte Leichtigkeit des Seins“. Schließlich zeichnet Stefan den Track mit dem GPS auf, so dass wir ihn daheim auf der Karte nachvollziehen können. Die Gesellschaft von Francesco und Anna ist so nett, dass ich hoffe, dass sie uns auch im kommenden Jahr wieder begleiten werden. Für die Pferde ist das stundenlange Bergaufgehen sehr anstrengend. Obwohl es nicht mehr so warm ist, wie noch am Tag zuvor und wir darüber hinaus auch lange im Schatten des Waldes reiten, sind sie schweißgebadet, als wir nach vier Stunden die Malga Mondifra erreichen. Die Malga (Alm) liegt auf 1632 m – wir haben also am Vormittag bereits knapp 900 Höhenmeter geschafft. Ein Nachteil des frühen Reittermins ist, dass die Almen noch nicht bewirtschaftet sind. So treffen wir zwar auf zwei Einheimische, die auf der Alm die Vorbereitungen für den Almauftrieb treffen, aber eine Bewirtung unserer Truppe ist leider noch nicht möglich. Macht nichts – wir haben den größten Teil des Anstiegs hinter uns und können in der Ferne den Passo Campo schon erahnen. Nach einer kurzen Rast brechen wir auf, um die restlichen Kilometer bis zu unserer Mittagspause anzugehen. Kurz vor dem Passo Campo kommen wir noch an der Malga Magno (1702 m) vorbei. Dann haben wir die Passhöhe auch schon erreicht und folgen nun einer Skipiste, die hinunter ins Zentrum von Madonna di Campiglio führt. Noch einmal bewundere ich Francesco, der nicht nur im Sattel mit uns mithalten kann, sondern auch zu Fuß noch fit ist. Auf einer ungenützten Wiese am Ortsrand lassen wir die Pferde grasen. Nachdem der erste Hunger gestillt ist, verlieren Sie bald das Interesse am Gras und dösen, Zaun angebunden, in der Sonne. Ich informiere Winni per Handy, wo wir sind. Allerdings ist meine Beschreibung „am großen Baukran“ nicht wirklich hilfreich, da es – wie Winni mich belehrt – mindestens 5 Baukräne im Stadtzentrum gibt. Schließlich finden wir uns doch und machen uns auf die Suche nach einem Restaurant. Der 5-Stunden-Ritt bis nach Madonna di Campiglio hat uns hungrig gemacht, zumal das Blätterteighörnchen zum Frühstück nicht gerade lange angehalten hat…</p>
<p>Jetzt, direkt nach Ende der Wintersaison, wimmelt es im Ort nur so von Menschen – fast alle sind Handwerker oder Bauarbeiter, die emsig daran arbeiten, Altes auszubessern oder Neues zu schaffen. Das mit dem Essen gehen gestaltet sich als schwierig. Im ganzen Ort hat nur ein Restaurant geöffnet, in dem nun zur Mittagszeit alle Handwerker essen. Wir müssen vor der Tür warten, bis ein Tisch frei wird.</p>
<p>Winni, der sich heute noch nicht anstrengen musste, hat keinen Hunger und erklärt sich bereit, ein Auge auf unsere Pferde zu werfen. Erstaunlich schnell kommen wir an die Reihe und genießen im Restaurant ein wirklich vorzügliches Mittagessen mit Pizza und Pasta. Der Spruch „gehe dort essen, wo auch die Einheimischen essen“ hat sich wieder einmal als zutreffend erwiesen.</p>
<p>Nach dem Essen schießen wir ein gemeinsames Erinnerungsfoto mit Francesco und Anna. Dann begleiten uns die beiden noch bis zum Dorfausgang, um uns den Einstieg in die alte, unbefestigte Passstrasse zu zeigen. Hier trennen sich unsere Wege – die beiden haben noch einen genauso langen Rückweg vor sich, wie wir auf dem Weg zum heutigen Etappenziel in Caderzone. Jetzt geht es die gesamten Höhenmeter, die unsere Pferde zuvor mühsam erklommen haben, wieder auf der anderen Seite hinunter. Einen Teil reiten wir noch, dann führen wir die Pferde, bis wir die Talsohle erreichen. Von dort aus geht es noch einmal einige Kilometer auf Asphalt weiter, bis wir nach 9 Reitstunden in Caderzone ankommen. Die Station in Caderzone – ein privater Reitstall &#8211; erweist sich für unsere Pferde als grenzwertig. Allerdings bin ich in diesem Punkt auch ziemlich heikel. Die Koppeln, auf denen Andrea vor 2 Jahren noch ihre Pferde unterstellen konnte, sind alle belegt und so sollen die Pferde nun in „Boxen“ gestellt werden. Askalons schmale Betonbox, direkt neben einem Esel, gefällt mir aber überhaupt nicht. Schließlich hat er heute den ganzen Tag geschuftet, um mich hierher zu tragen und deshalb hat er auch ein anständiges „Nachtlager“ verdient! In der schmalen, nicht eingestreuten Box gibt es keine Möglichkeit, sich hinzulegen. Umgeben von Eseln, Pfauen und sonstigem Getier, würde er über Nacht sicherlich keine Entspannung finden. Da Ernst nicht da ist, bemühe ich meine rudimentären Italienischkenntnisse „non è buono“ erkläre ich einem der Angestellten mit finsterer Miene und mache ihm deutlich, dass ich die Pferde auf dem Reitplatz übernachten lassen möchte. Das geht zum Glück ohne Weiteres, allerdings kann der Angestellte nicht verstehen, warum wir die Pferde nicht in die Boxen stellen wollen – ihre Pferde stehen doch auch immer dort…</p>
<p>Gemeinsam stellen wir die Pferde also auf den Reitplatz. Hier können sie sich die Beine vertreten und nach Belieben wälzen. Die drei Jungs vertragen sich zum Glück &#8211; bis auf kleinere Zwistigkeiten &#8211; ganz gut. Allerdings ist eine ungerade Anzahl an Pferden immer etwas ungeschickt. Askalon hat sich jetzt Aro als neuen „besten Freund“ herausgesucht und vertreibt Jimmy immer wieder, wenn er Aro zu nahe kommt. „Du treuloser Verräter“ schelte ich ihn – noch vor wenigen Tagen, als die beiden alleine auf der Koppel standen, waren sie ein Herz und eine Seele…</p>
<p>Wir versorgen die Pferde mit Heu – da ihnen das Heu des Reitstalles nicht wirklich schmeckt, bekommen sie noch „Bodensee-Heu“, das ich von daheim mitgebracht habe. Jetzt lernen wir auch Sandro kennen, dem der Reitstall und eine kleine Pension gehören. Wir fahren in die nahe gelegene Pension. Die Zimmer sind wirklich schön und auch der Empfang ist herzlich. Am Abend, nachdem auch wir gegessen haben, gehen wir noch einmal bei den Pferden vorbei. Sie bekommen ihre Ration Kraftfutter und noch einmal etwas Heu.</p>
<p><strong>Regenintermezzo</strong></p>
<p>Als wir am nächsten Morgen aufstehen, regnet es in Strömen. Nach einem „italienischen Frühstück“, das meine Laune nicht aufhellen kann, gehen wir zu den Pferden. Sie bekommen wieder „Bodensee-Heu“ zu fressen, während wir darüber beraten, was wir tun wollen. Heute steht eine kürzere Etappe an, so dass wir es nicht eilig haben. Wir fahren zunächst die Gespanne vor zum nächsten Etappenziel in Bondo. Dort sorgen wir in einer Bar wieder für Umsatz – mein Kaffeekonsum steigt auf diesem Ritt wirklich bedrohlich an! Als wir zurück in Caderzone sind, regnet es noch immer und wir schlendern gemeinsam in die nächste Bar, um noch einen Kaffee zu trinken. Während wir auf besseres Wetter warten, bekommen wir Durst. Ernst bestellt einen Aperol-Weißwein-Mix, der wirklich lecker ist – da sieht die Welt doch gleich viel freundlicher aus! Gegen Mittag regnet es noch immer und wir beschließen, nun doch aufzubrechen. Heute reiten wir wieder auf dem Weg, den auch Andrea gegangen ist. Allerdings stimmt die Karte nicht mehr wirklich – zwischenzeitlich wurde ein – natürlich asphaltierter – Radweg entlang der Sarca angelegt, der wenigstens abseits der Straße verläuft. Kurze Abschnitte auf schönen Naturwegen vermitteln eine Vorstellung davon, wie es vor einigen Jahren hier noch gewesen sein muss. Das einzige Abenteuer heute ist eine kleine Brücke, die ich auf meiner Karte entdecke. „Damit können wir bestimmt einen halben Kilometer Asphalt abkürzen“ rufe ich Ernst und Stefan zu. Letzterer zeigt deutliche Zurückhaltung, was meinen Vorschlag angeht: „Bei mir ist die Brücke nicht auf dem GPS verzeichnet“ meint er. „Macht nichts, bei mir schon. Komm lasst es uns probieren“ entgegne ich abenteurerlustig. Ernst ist derweil vorgeritten. Als wir bei der Brücke ankommen, entpuppt sich diese als etwa 15 Meter lange Hängebrücke. „Super“ denke ich mir – „jetzt müssen wir womöglich doch wieder zurück auf die Straße“. Ernst wirft einen Blick auf die Bohlen am Boden. Die Brücke macht einen soliden Eindruck und so reitet er dann langsam voran. Ich folge im Abstand von 5 Metern, während Stefan noch auf der anderen Seite wartet, damit wir nicht zu dritt gleichzeitig über die Brücke gehen. Als wir die Mitte der Hängebrücke erreichen, gerät diese leicht ins Schwanken und ächzt und knarrt. Ich merke, dass Askalon leicht unsicher wird und beruhige ihn. Dann kommt Stefan von hinten mit lautem Getöse angeritten – Jimmy wollte nicht länger alleine auf der anderen Seite bleiben und folgt seinen Kumpels nun wildentschlossen in einem Mix aus Schritt und Trab über die Brücke. Das Geräusch spornt auch unsere Pferde an und wir müssen sie zurückhalten, damit sie nicht zu Dritt im Trab über die Hängebrücke gehen. Als wir das sichere Ufer erreichen, blicken wir noch einmal zurück: „Nächstes Mal steigen wir wohl besser ab“, meint Ernst. Wir stimmen ihm zu und freuen uns auf den vor uns liegenden schmalen Pfad, der für kurze Zeit eine willkommene Abwechslung zu den Asphaltwegen bietet. Im nächsten Ort – laut Karte der letzte vor Bondo – entdecken wir an einer Kreuzung an der Hauptstraße eine kleine Bar. „Zeit für eine Kaffeepause“ denken wir uns und parken die Pferde an einem Zaun im Hof der Bar. Dies gefällt einem Hund gar nicht, der von der Terrasse des ersten Stockes aus wütend zu uns herunterbellt. Wir ignorieren den Hund und setzen uns an einen kleinen Tisch vor der Bar. Diesmal gibt es außer einem Espresso auch noch ein leckeres Eis als Nachtisch. Eine halbe Stunde später reiten wir dann weiter. Nachdem wir eine romantische Dorfstraße mit typisch italienischen Häuserfronten gequert haben, biegen wir auf einen Weg ein, der aus dem Ort heraus führt. Die ersten Kilometer ist der Weg noch asphaltiert, dann geht er im Wald unter „allgemeiner Begeisterung“ in einen Schotterweg über, der schön zu reiten ist. Unsere Regenmäntel haben wir schon vor einer Stunde verstauen können und so werden die letzten 1,5 Stunden noch recht angenehm zu reiten.</p>
<p><strong>Visionäre Überlegungen</strong></p>
<p>Ernst kann anscheinend meine Gedanken lesen: „Eigentlich müsste es auch möglich sein, nicht im Tal zu reiten, sondern auf Naturwegen entlang der Berghänge“. Ich stimme ihm zu. „Das sollte man noch einmal auskundschaften – gut wäre es, wenn wir hier Ansprechpartner aus der Region hätten, die sich auf den Wegen auskennen“. So kommen wir darauf, dass es noch viele Möglichkeiten gäbe, die Wanderreit-Infrastruktur grenzüberschreitend zu verbessern. Ernst möchte mit der vfs in Südtirol ein Netz von Ansprechpartnern für Reiter aufbauen, das nicht zwangsweise aus Rittführern bestehen muss. Auch ortskundige Reiter könnten hier bei der Wegplanung und der Vermittlung von Unterkünften behilflich sein. Etwas in dieser Form sollte es grenzüberschreitend und vernetzt geben – das würde sicherlich noch viel mehr Reiter „auf die große Reise zu Pferd“ bringen. Heute wird die Idee geboren, dass wir gemeinsam einen verbandsübergreifenden „Kollegenritt“ organisieren könnten – mit Rittführern aus Deutschland, Österreich, Südtirol, der Schweiz, Italien und Frankreich. Dabei könnte jeweils ein Kollege einen Ritt in seiner Gegend organisieren und wir könnten am Abend gemeinsam darüber sprechen, wie wir künftig über Grenzen hinweg zusammenarbeiten könnten. So, wie Ernst mir bei meiner Planung durch Südtirol behilflich war oder ich Wanderreitern in meiner Region helfe und diese dann an die nächste Region „übergebe“, könnten wir das auch innerhalb Europas tun.</p>
<p>Eine aufregende Idee, nach einem wenig spektakulär verlaufenden Tag, der für mich als „Hängebrücken-Tag“ in Erinnerung bleiben wird.</p>
<p>Am Abend sprechen wir mit unserem Gastgeber in der Agritura Cornasest, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, die Wege im Tal zu verlassen und direkt über die Berge zu gehen. Andrea hatte von den drei möglichen Pässen den Passo di Rango gewählt, der mit 1304 Metern der niedrigste Übergang ins Val di Ledro ist. Laut Karte würde uns hier aber wieder ein langer Streckenabschnitt mit Asphalt erwarten – das wollen wir auf alle Fälle vermeiden. Wir entscheiden uns dafür, am nächsten Tag über den Sattel am Monte Cadria zu gehen, der mit 2254 Metern der höchste der Gardaseeberge ist. Das bedeutet zwar 1000 Höhenmeter zusätzlichen Anstieg, den wir aber gerne in Kauf nehmen. Am Abend fahren wir die Gespanne vor bis zum nächsten Tagesziel, den Lago di Ledro. Der Weg außen um die Berge herum dauert einfach fast eine Stunde. Von Pregasina aus haben wir einen herrlichen Blick hinunter auf den Gardasee. Da es hier oben keine Parkmöglichkeiten für die Gespanne gibt, fahren wir zurück nach Pieve, das am Anfang des Lago di Ledro liegt. Weil es zu spät würde, bis wir wieder in Bondo ankommen, beschließen wir, in Pieve zu Abend zu essen. Hier holt uns die „Touristen-Wirklichkeit“ wieder ein. Die Pizzen kosten hier fast das Doppelte, als zuvor im Hinterland. Selbst in Madonna di Campiglio war das Essen günstiger…</p>
<p>Während Stefan die vierte Pizza innerhalb dieser Woche bestellt, ordern Ernst und ich einen Grillteller mit Fleisch und gegrilltem Gemüse – herrlich! Das versöhnt mit der langen Fahrt und den etwas dreisten Preisen am Gardasee. Wir sitzen noch lange draußen und reflektieren das Erlebte der vergangenen Tage. Nach dem 2. Krug Rotwein wird es dann Zeit zum Aufbrechen. Da wir aus Platzgründen nicht Sitze für alle Mitfahrer haben, lege ich mich hinten zu unserem Gepäck und schlafe schon, als wir aus Pieve herausfahren. Pünktlich eine Stunde später wache ich dann erfrischt auf, als wir die Agritura Cornasest in Bondo erreichen. Wir geben den Pferden noch einmal Heu und Kraftfutter und versinken dann erwartungsvoll in den Schlaf.</p>
<p><strong>Auf dem Sentiero della Pace am Monte Cadria</strong></p>
<p>Als wir am nächsten Morgen aufstehen, ist der Himmel zwar noch bedeckt, aber es regnet nicht mehr. Das Frühstück ist in der Agritura um Klassen besser, als in den Tagen zuvor – allerdings scheint es außerhalb Südtirols keine Bäcker mehr zu geben, die ein „anständiges Brot / Brötchen“ backen können. So streichen wir unsere Butter auf etwas, das zwar aussieht, wie ein Brötchen, mit geschlossenen Augen und nur nach dem Geschmack aber nicht als solches erkannt würde…</p>
<p>Wir führen die Pferde auf den ersten Kilometern, bis wir aus Bondo herauskommen. Der Ort liegt auf einer Höhe von 827 Meter. Von hier aus führt uns der Weg bergab entlang der Talssohle über Rancone bis nach Lardaro (732). Auch hier sind die „Radwegbauer“ wieder am Werk – bei den Fahrgewohnheiten der Italiener und den schmalen Straßen durchaus kein verwerfliches Vorhaben. Wir vergessen die Karten und halten uns nur grob an die Richtung, in die wir müssen. Der Radweg ist zu unserer Freude noch im „Rohbau“. Das heißt, das Fundament ist geschottert und teils planiert, aber der „Asphaltmann“ war noch nicht da. So können wir heute etwa 5 Kilometer entlang eines Flusses reiten, bevor wir auf die Bergstraße nach Deserta (1143m) einbiegen müssen. Zwischen Stefan und mir entspannt sich eine Diskussion darüber, was ein Bach und was ein Fluss ist. Für den Tiroler, der die Landschaft naturgemäß „dreidimensional“ betrachtet, sind Bäche Gewässer, die vom Berg herunter kommen, wohingegen Flüsse im Tal fließen. Für einen Deutschen ist die Abgrenzung zwischen einem Fluss und einem Bach dagegen eher an der Größe festzumachen und so ist der Fluss, dem wir laut Stefan folgen für mich eben nur ein „Bach“. Ich frage Ernst, wie er das als Südtiroler sieht. Er meint auch, dass das ein Bach sei, kann aber auch keine konkreten Unterscheidungskriterien benennen. Was sich auf den ersten Blick als banale Diskussion darstellt, hat allerdings einen durchaus ernsthaften Hintergrund: Bei der Frage, ob wir uns links oder rechts vom Bach halten müssen, hatten Stefan und ich zuvor einige Zeit aneinander vorbeigeredet. Stefan: „Wir müssen uns nachher links vom Bach halten“. Ich: „Aber wir reiten doch schon die ganze Zeit links vom Bach – wir sind richtig“. Stefan: „Nein, wir sind noch rechts vom Bach – erst in einem Kilometer queren wir auf die linke Seite“. Ich: „Und was ist das 5 Meter rechts von uns, neben dem wir schon eine halbe Stunde herreiten“? Stefan: „Das ist ein Fluss“. Ich: Wieso ist das ein Fluss – der ist doch gerade einmal zwei Meter breit“? Schließlich einigen wir uns, dass es sich um ein fließendes Gewässer handelt und dass wir später im Wald noch einmal einen Bach queren müssen…</p>
<p>Schließlich erreichen wir – Fluss hin, Bach her &#8211; die Abzweigung nach Deserta. Eine steile Bergstraße führt in Serpentinen den Berg hinauf. Stefan erkennt auf dem GPS, dass der schmale Pfad, der in der „Diretissima“ quer zu den Serpentinen verläuft, durchgehen müsste. Wir beschließen, unser Glück zu versuchen und biegen auf den schmalen Pfad ein. Für die Pferde ist dieser Pfad sehr anstrengend und bald hört man sie heftig atmen, während sie sich Schritt für Schritt nach oben kämpfen. Dennoch ist es offensichtlich, dass auch ihnen dieser Pfad mehr Spaß macht, als das monotone Gehen auf der Straße. In Deserta, einer Siedlung, die offensichtlich nur als Sommerdomizil genutzt wird, legen wir eine Pause ein. Nur wenige Menschen sind anzutreffen und unsere Hoffnung auf eine Bar und einen Kaffe erfüllt sich leider nicht. Dafür dürfen die Pferde einen privaten „Volleyballplatz“ leer fressen, auf dem das Gras kniehoch steht.</p>
<p>Nachdem sie auch nach einer halben Stunde noch keine Anzeichen machen, dass sie nun bereit für den weiteren Weg sind, müssen wir sie mit sanftem Nachdruck dazu überreden. Wenig später erreichen wir die Malga Ringia (1398 m). Dort erschließt sich uns ein fantastisches Bild über die umliegenden Berge. Hier oben finden wir zur Abwechslung auch einmal wieder ein Wanderschild, das uns die Richtung weist. Allerdings sind wir zunächst ziemlich ratlos und fragen uns, auf welchem Weg wir über den steilen Sattel am Monte Cadria kommen sollen. Von unten ist kein Weg ersichtlich und alle unsere Vermutungen sollten sich später als falsch herausstellen. Wir gehen tatsächlich auf einer Route über den Sattel, die wir von unten nicht für gangbar gehalten haben!</p>
<p>Der Pfad führt anfangs auf Naturboden in Serpentinen den Hang hinauf. Als wir weiter nach oben kommen, führt der Weg über ein Geröllfeld, das sich aus kleinstem Erosionsgestein der umgebenden Felswände gebildet hat. In der ganzen Breite des Hanges stehen wir nun in einer gewaltigen Lawinenbahn, in der umgelegte Bäume von den Naturgewalten des Winters zeugen. In der Ferne kann ich auch noch Schneereste auf einem Lawinenkegel entdecken und in mir wächst die Befürchtung, dass wir womöglich an eine nicht passierbare Stelle kommen könnten.</p>
<p>In etwa 200 Meter breiten Serpentinen folgen wir dem Weg. In der ganzen Breite sind die Spuren von Lawinen zu erkennen. Wenn wir nach unten blicken, können wir den Weg nicht sehen, auf dem wir gekommen sind – wenn wir nach oben blicken, ist auch der weitere Weg nicht erkennbar. Laut GPS sind wir aber auf dem Weg, den unser Gastgeber uns am Vortag auf der Karte gezeigt hatte. Also folgen wir, hintereinander reitend, dem etwa 50 Zenitmeter breiten Pfad den Hang hinauf. Nach der nächsten Kehre liegt der erste, von einer Lawine umgeknickte Baum auf dem Weg. Offensichtlich haben die Waldarbeiter den Wanderweg so früh im Jahr noch nicht freigeräumt und ich frage mich, was uns wohl noch erwartet. Ernst, der vorne reitet, fragt, ob Stefan oder ich eine Säge dabei haben. Ich bejahe das und freue mich, dass ich endlich einmal Gelegenheit habe, meine „Handkettensäge“ zu testen. Ernst nimmt die Säge und zerkleinert den Baum im Nu – er ist von der Säge ganz begeistert: „So etwas habe ich noch nicht gesehen – das funktioniert ja prima“ meint er. Nachdem der Baum beiseite geräumt ist, packt er die Säge wieder ein und sitzt auf – bis zur nächsten Kehre, wo ein weiterer Baum von etwa 30 Zentimeter Durchmesser auf uns wartet. Also: Säge wieder heraus und loslegen. Entgegen dem Versprechen des Herstellers, dass die Säge nicht festklemmen kann, „weil die Sägefläche breiter ist, als der Sägerücken“, verklemmt sich die Säge dann aber doch. Der Baum ist einfach zu breit und hat sich unter dem Gewicht verklemmt, als Ernst die Hälfte durchsägt hatte. Ich gebe Stefan meine Zügel und will Ernst helfen. Beim Versuch, das Sägeblatt zu befreien, reiße ich gleich einmal den Griff heraus – der Haken, mit dem er befestigt war, hat meiner brachialen Gewalt nicht Stand gehalten. Ernst zieht nun seine „Geheimwaffe“ ein Mulittool von Victorinox (ähnlich einem Leatherman). Mit der kleinen Säge kann er mit wenigen Sägebewegungen den Baum so schwächen, dass er vollends bricht und die Handkettensäge wieder frei gibt. Nun können wir wieder aufsitzen und unserem Weg weiter folgen. Noch einmal liegt ein Baum quer über dem Weg. Nachdem die Handkettensäge nur noch bedingt verwendbar ist, haben Glück, dass es diesmal reicht, mit dem Victorinox ein paar Zweige abzusägen. Dann können wir unter dem Baum durchreiten. Wenig später denke ich „nichts geht mehr“, als wir direkt auf einen Lawinenkegel zuhalten –zu Glück wendet sich der Weg wenige Meter vorher aber in einer Serpentine ab und folgt wieder in der entgegengesetzten Richtung. Wie schon im Vorjahr am Übergang des Tarscher Joches sind auch hier die letzten 100 Höhenmeter die schwierigsten. Der Pfad ist jetzt nur noch so breit, dass ein Pferd gerade mit beiden Beinen Platz hat. Rechts geht es den steilen Lawinenhang einige hundert Meter hinunter. Ich stelle Askalon so, dass er mit dem Kopf in Richtung Tal schaut, damit der Hinterkörper möglichst nahe am Hang bleibt. Das geht auch einige Zeit gut, bis selbst Ernst, unser erfahrener Mountainman meint: “Jetzt steigen wir besser ab und führen die Pferde“.</p>
<p>Vor uns liegt nun eine etwa 50 Meter lange Passage , in der wir über Felsstufen gehen müssen, die teilweise nur Platz für ein Pferdebein lassen. Bei solchen Passagen ist es das Beste, wenn man zügig, aber ruhig weitergeht. Zu langes Stehen führt nur dazu, dass die Pferde herumtrippeln und womöglich den Halt verlieren. Ich lasse Ernst ausreichend Vorsprung, damit er mir nach Steilpassagen auch Platz machen kann. Dann gehe auch ich los. Einmal höre ich, wie Askalon abrutscht. Da er aber noch drei weitere Beine auf festem Grund hat, zieht er das Hinterbein wieder ruhig nach oben und geht weiter. Als wir die Stelle überwunden haben, gehen wir zu Fuß weiter, bis wir ein kleines Plateau erreichen, auf dem wir „verschnaufen“ können. Wir machen noch ein paar Fotos – leider ist die Sicht heute aber nicht so toll. Als wir den Sattel erreichen, feiern wir das mit einem Schluck Obstler, den Stefan mitbebracht hat. Wir haben den höchsten Punkt der heutige Etappe erreicht – von jetzt an geht es nur noch bergab bis ins Tal. Den Weg hinunter bis zur Malga Cadria (1914 m) führen wir die Pferde. Auch sie sind jetzt erschöpft und das bergabgehen über die von Steinen gesäumten Almwiesen strengt sie an. In einer Senke hat sich ein kleiner Teich gebildet (Pozza di Cadria), der dem Vieh im Sommer als Tränke dient. Der Grund ist fest und so reiten wir hinein, damit die Pferde ihre Beine abkühlen können. So langsam macht sich auch bei uns der Hunger bemerkbar. Die Pferde hatten zwar vor zwei Stunden einen ausgiebigen Snack, aber die Energie ist nach dem anstrengenden Anstieg längst verbraucht. Das Gras wächst hier oben noch spärlich – der Schnee ist wohl erst vor kurzem getaut und bis das Vieh hier herauf getrieben werden kann, wird es wohl noch mindestens drei Wochen dauern. Nach der Malga Cadria kommen wir endlich auf einen sichtbaren Teil des Sentiero della Pace, der uns hinunter zur Malga Vies (1669 m) führt.</p>
<p>Der Sentiero della Pace („Friedensweg“) hat seinen Ursprung in den alten Militärwegen des 1. Weltkrieges. In der Grenzregion zwischen Österreich und Italien fand hier zwischen 1915 und 1917 der sogenannte „Alpenkrieg“ statt – ein von beiden Seiten erbarmungslos geführter Stellungskrieg, der zahlreiche Opfer forderte. Auf den vom Militär von Hand gegrabenen, teils auch mit Dynamit gesprengten Wegen, wurden Baumaterial, Lebensmittel und Rüstungsgüter – ja ganze Kanonen mit der Hilfe von Mulis und bloßer Menschenhand in die höchsten Gebirgsregionen transportiert. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges machte sich niemand mehr die Mühe, die Überbleibsel des Alpenkrieges zu beseitigen. So sind noch heute entlang des ca. 500 km langen Verlaufs der Alpenfront Bunker, Kanonen und sonstiges Kriegsgerät zu finden. Nur die den Witterungseinflüssen ungeschützt ausgesetzten alten Militärwege begannen allmählich zu verfallen. Erst einen Weltkrieg und mehrere Jahrzehnte später kam die Idee auf, diese alten Militärwege im Rahmen eines Versöhnungsprojektes zwischen Österreich und Italien zu erhalten.</p>
<p>Die Wege wurden wieder instand gesetzt und können nun als historische „Friedenswege“ von Wanderern begangen werden. Ein Teil der Wege – insbesondere dort, wo früher Mulis für den Lastentransport eingesetzt wurden, kann auch mit Pferden begangen werden. Da es sich allerdings ausschließlich um sehr exponiert gelegene, schmale Pfade im Steilgelände handelt, die teilweise auch durch enge, unbeleuchtete Tunnel führen, sollte dies nur unter der Führung eines ortskundigen Rittführers und mit trittsicheren, erfahrenen Pferden gewagt werden.</p>
<p>An der Malga Vies verlassen wir den Sentiero della Pace. Die Malga Vies ist keine Käsealm, sondern wird für das Jungvieh als Sommerweide genutzt. An einem Forstweg, der hier endet, parken mehrere Autos. Von einem nahe gelegenen Hügel können wir Stimmen hören, die auf eine „lustige Gesellschaft“ schließen lassen. Nach der Überwindung des Passes sind auch wir „reif für eine Pause“. Außerdem haben wir einen ordentlichen Hunger und der Weg den Berg hinunter bis an den Lago di Ledro wird noch einmal 3 Stunden dauern.</p>
<p>Wir müssen also etwas gegen unser „Verpflegungsproblem“ tun. Ernst geht weiter in Richtung der Stimmen. Ein kleiner Pfad führt den Hügel hinauf. Auf der Rückseite des Hügels steht eine Jagdhütte, auf der sich heute, am 02. Juni, dem italienischen Nationalfeiertag, eine Gruppe von Jägern zu einer Feier getroffen hat.</p>
<p>Am „Tag der Republik“ – wird an die Volksabstimmung vom 02.06.1946 gedacht, bei der die Italiener für die Abschaffung der Monarchie und die Gründung einer Republik gestimmt haben.</p>
<p>Auf dem mit Holz befeuerten Ofen steht ein Topf, in dem ein herrlich duftender Rehgulasch leise vor sich hin köchelt. Daneben steht auf einem rustikalen Holzbrett eine große, frisch gekochte Polenta (Maisbrei). Die Jäger laden uns spontan zum Essen ein und tischen dazu auch noch einen guten Rotwein auf – eine Geste, die bei deutschen Jägern, die tendenziell nicht unbedingt reiterfreundlich sind, eher die Ausnahme sein dürfte. Nach dem Essen (selbstverständlich mit Nachschlag) wird uns dann noch ein selbst gemachter Nuss-Schnaps und ein Espresso angeboten. In diesem Moment könnten wir nicht zufriedener sein. Die Etappe über den Sattel am Monte Cadria hatte alle Elemente, die man sich von einer Alpentour erwarten kann. Nun werden wir hier in netter Gesellschaft bewirtet. Ivo, einer der Jäger, erzählt uns, dass seine Frau am Ledrosee ein kleines Hotel führt. Ich frage nach, ob man dort auch Pferde einstellen könnte. „Am Hotel geht es nicht, aber ich habe nicht weit entfernt ein eingezäuntes Grundstück, in dem ihr die Pferde über Nacht unterstellen könntet“ antwortet Ivo. Er zeigt uns das Grunstück auf der Wanderkarte und zeichnet auch gleich noch die Lage des Hotels ein. Somit ist ein weiteres Problem gelöst, denn hier am Ledrosee hatte ich ohnehin nach einer Übernachtungsmöglichkeit mit Pferden gesucht, war aber über das Internet nicht fündig geworden. Wir tauschen die Adressen / Telefonnummern aus und verabreden, nächstes Jahr bei ihm vorbeizukommen. Dann verabschieden uns nach 1 Stunde wieder von den Jägern. Auch die Pferde haben sich zwischenzeitlich den Bauch mit frischem Gras vollgeschlagen und dösen in der Sonne. Nur die Kriebelmücken, die es selbst auf dieser Höhe gibt, haben die Entspannung etwas beeinträchtigt.</p>
<p>Der weitere Weg den Berg hinunter hat es dann in sich. Wir können nicht den geplanten Weg gehen – die Jäger meinten, dass der Weg mit den Pferden nicht gangbar ist. Stattdessen sollen wir den Forstweg nehmen, den auch sie mit dem Auto benutzen. Der Weg ist extrem steil und wellenförmig mit scharfen Kanten betoniert worden, damit die Autoreifen auch bei Schneeglätte Halt finden. Anfangs hegen wir noch die Hoffnung, dass der Betonweg irgendwann einmal wieder in einen Naturweg oder Schotterweg übergeht, doch diese Hoffnung zerstreut sich mehr und mehr, je länger wir dem Weg folgen. Wir führen die Pferde nun 2 Stunden lang den Berg hinunter. Zwischendurch müssen wir kurze Pausen machen, weil die Knie heftig schmerzen. Auch für die Pferde, die immerhin einen „Vierfußantrieb“ haben, ist der Weg sehr anstrengend. Immer wieder rutschen sie mit den Beinen weg, wobei es keine Rolle spielt, ob das Pferd wie Aro mit Eisen beschlagen ist oder wie Jimmy und Askalon mit Kunststoffbeschlägen (Duplos). Obwohl der scharfkantige Asphalt dem Kunststoff der Duplo-Beschläge extrem zusetzt, bin ich froh, dass Askalon keine Eisenbeschläge hat. Der Kunststoff absorbiert doch einen Großteil der Schläge, die sonst von den Gelenken und Sehnen aufgefangen werden müssten. Nachdem ich einmal ausgerutscht bin, stecke ich schimpfend meine Karte weg – das hat auf dem harten Boden richtig weh getan! Ich richte meine Konzentration jetzt darauf, wohin ich die Füße setze und versuche, möglichst federnd abzurollen. Bei einer Weggabelung rufe ich Stefan, der ca. 50 m vor mir geht, noch zu, dass ich nicht laufen und auf die Karte schauen kann und er jetzt auf dem GPS nach dem Weg schauen muss. Als wir schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit am Fuß des Monte Cadria auf einen flacheren, reitbaren Weg kommen, bin ich froh, dass ich meine Knie nun wieder schonen kann. Bei der ersten Gelegenheit sitze ich auf. Askalon hat es jetzt eilig – wie immer spürt er instinktiv, wann wir am Ende der Etappe ankommen und legt dann noch einmal deutlich einen Zahn zu. Stefan und Ernst lachen uns deswegen schon aus.</p>
<p>So reiten Askalon und ich voraus, während Stefan und Ernst folgen. Meine Karte lasse ich in der Tasche – im Vertrauen darauf, dass Stefan auf dem GPS schon nach dem Weg schaut.</p>
<p>Wir kommen an eine Straßengabelung. Askalon biegt links ab – von der Malga Vies aus lag der Lago di Ledro links von uns, weshalb die Richtung eigentlich stimmen müsste. Ich bin zu faul, die Karte herauszuholen und verlasse mich auf Stefan, der ja das GPS dabei hat. Nach fünfzehn Minuten kommt mir der Weg allmählich dann aber doch „spanisch“ vor. Eigentlich müssten wir so langsam aus dem Tal heraus und in den nächsten Ort kommen. Ich ziehe jetzt doch die Karte heraus und habe Probleme, unsere Position zu finden. Dort, wo ich glaubte zu sein, stimmt die Landschaft nicht mit den Angaben auf der Karte überein. Mich beschleicht das ungute Gefühl, dass wir hier nicht richtig sind. Ich versuche nachzuvollziehen, wo wir den Berg heruntergekommen sind und wo wir dann an der Gabelung nach links abgebogen sind. Wo genau das war, kann ich nicht mit Sicherheit sagen – nur eins steht fest: Es war nicht dort, wo ich abbiegen wollte! Wo sind wir denn dann links abgebogen? Während ich mir diese Fragen stelle, reiten Stefan und Ernst ein gutes Stück hinter mir und unterhalten sich. Da kommt uns ein Fiat auf der Straße entgegen. Ich halte den Wagen an und frage: „È questo la strada per Pieve?“ in einem nicht ganz korrekten Italienisch. Die Fahrerin versteht mich dennoch und erklärt mir, dass Pieve genau in der entgegengesetzten Richtung liegt. Ich bedanke mich und schaue mir den Weg jetzt noch einmal auf der Karte an. Wir hätten also vorhin rechts reiten müssen und dann erst am Talausgang links abbiegen dürfen. Jetzt heißt es also wieder umdrehen und den Weg zurückgehen. 20 Minuten hin und 20 Minuten wieder zurück macht einen Umweg von 40 Minuten – das hätte heute wirklich nicht mehr sein müssen! Auf dem Rückweg navigieren Stefan und ich wieder „doppelt“. Wenigstens finden wir so einen Naturweg, der parallel zur Straße verläuft und ein wenig Abwechslung verspricht. „Viele Köche verderben den Brei“ lautet ein Spruch, der mir jetzt durch den Kopf geht. Da sind drei erfahrene Rittführer beisammen und wir verreiten uns ausgerechnet an einer wirklich einfachen Stelle! Tatsache ist, dass wir alle schon geistig auf das Rittende programmiert waren und sich jeder von uns auf den anderen verlassen hatte. Als vorne Reitender hätte ich nach dem Weg schauen müssen. Da ich Stefan vorher aber zugerufen hatte, dass ich die Karte wegstecke und er auf dem GPS nach dem Weg schauen muss, hatte ich mich darauf verlassen, dass er die Navigation übernimmt. Stefan ist davon ausgegangen, dass ich jetzt vorne im Sattel wieder navigiere und war durch das Gespräch mit Ernst abgelenkt. Und Ernst hat sich auf uns beide verlassen, da wir auf dem Ritt bislang immer parallel navigiert hatten. So ist das mit den kleinen Geschichten, die es von einem Wanderritt zu erzählen gibt. Ich jedenfalls habe mir das gemerkt – noch einmal wird mir das nicht passieren! Schließlich kommen wir dann aber doch noch in zeitig Pieve an. Am Ortseingang lassen wir die Pferde auf einem ungenutzten Grünstreifen fressen und rufen Winni an. Zu unserem Erstaunen ist er 3 Minuten später bei uns – er war unweit in einer Eisdiele gesessen und hatte gerade ein Eis gegessen. Ernst und ich fahren mit Winni zu unseren Gespannen, während Stefan nach den Pferden schaut. Unsere Pferde sorgen für viel Aufmerksamkeit und so steht schon eine Traube von Menschen um sie herum, als wir eine halbe Stunde später mit den Gespannen eintreffen. Die Mehrzahl sind Frauen und Kinder – aber auch ein junger Mann ist dabei. Er spricht mich an und gibt mir seine Visitenkarte. Es stellt sich heraus, dass er ein paar Kilometer weiter einen kleinen Reiterhof hat. Wir erklären ihm, dass unser Ritt jetzt leider vorbei ist, dass wir ihn aber eventuell im nächsten Jahr besuchen werden. Nach dem Absatteln decken wir die Pferde ein und verladen sie in die Hänger. Dann werden die Pferdeäpfel noch vom Parkplatz abgesammelt und auf dem Grünstreifen am Straßenrand entsorgt. Auf dem Rückweg nehmen wir die Strecke über den Gardasee und die Autobahn in Richtung Bozen/Meran. Ein wenig Wehmut überkommt mich – allzu schnell ist dieser Ritt zu Ende gegangen. Den eigentlichen Höhepunkt dieser 4. Etappe unseres Fernwanderrittes an den Gardasee werden wir nun im September 2011 nachholen &#8211; mit einem 4-5-tägigen Ritt entlang der alten Militärwege in den Gardaseebergen.</p>
<p><a href="http://www.wanderreiten-am-bodensee.de" target="_blank">www.wanderreiten-am-bodensee.de</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2&amp;p=156</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wenn zwei eine Reise tun!</title>
		<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=132</link>
		<comments>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=132#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Jan 2011 19:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerda</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnisbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Alpen]]></category>
		<category><![CDATA[Alpentrekking]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderreiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=132</guid>
		<description><![CDATA[Harry ist aufmerksam, spitzt die Ohren und beobachtet die Landschaft. Harry ist ein 12-jähriger Criollomischling. Es ist mitte Juni 2010, und wir sind unterwegs auf die Hauderalp in der Nähe von Davos <a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=132">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Harry ist aufmerksam, spitzt die Ohren und beobachtet die Landschaft. Harry ist ein 12 jähriger Criollomischling. Es ist Mitte Juni 2010, und wir sind unterwegs auf die Hauderalp in der Nähe von Davos.</p>
<p>Unsere Reise beginnt in Masein – oberhalb von Thusis am Fusse des Heinzenbergs. Schon lange plante ich einen Alpsommer für Harry und für mich, und in diesem Jahr sollte es so weit sein! Allerdings fehlten mir in diesem Frühjahr Zugfahrzeug und Anhänger – so entschloss ich mich, bis auf die Hauderalp zu reiten.  Erfahrungen im Wanderreiten hatte ich schon sammeln können – aber eine Reise alleine zu unternehmen, das war neu für uns. Entsprechend gut und umsichtig habe ich die Route gewählt und auch bereits die Übernachtungen für mich und Harry organisiert.<span id="more-132"></span></p>
<p>Es ist acht Uhr &#8211; wir reiten auf die andere Talseite – ins Domleschg – am Dorf Scharans vorbei Richtung Alter Schyn. Nachdem sich Harry an die neue Umgebung gewöhnt hat, wird er ruhiger. Bald spüre ich die Wärme des Pferdekörpers. Die Vertrautheit zwischen uns wächst. Auch ich sitze entspannt im Sattel – jetzt kann uns die Natur willkommen heissen: ein Glücksgefühl macht sich bei mir breit.</p>
<p><strong>Wind und Regen sind unsere ersten Begleiter</strong></p>
<p>Gut verpackt gegen den Regen, der uns an diesem Morgen begleitet, geniesse ich den Wind im Gesicht. Der Weg ist bequem zu reiten und im Tunnel ist jetzt sogar ein Licht montiert – so dass Harry mutig auch diese Hürde meistert. Harry besitzt ein Stockmass von 150 cm (was ihm im Laufe der Reise noch viele Vorteile bringt und mir natürlich auch). Ich kann also gemütlich durch den Tunnel reiten. ReiterInnen mit Grosspferden werden wohl absteigen müssen. Wer ein Pferd besitzt, das grosse Mühe hat, in ein „dunkles Loch“ hineinzureiten, sollte evt. noch weitere Lampen mitnehmen.</p>
<p>Nach mühelosen 2 Stunden lassen wir den Alten Schyn hinter uns. Gleich bei der Kapelle ausgangs Tobel rasten wir. Ich bin nun schon im Albulatal, oberhalb von uns liegen die Fraktionen Lain und Muldain, die zur Lenzerheide gehören. Die Wolken lichten sich, uns bietet sich ein herrlicher Ausblick auf das Dorf Alvaschein mit Brienz im Hintergrund. Ich kann meine Regensachen in den Packtaschen verstauen und weiter geht’s.</p>
<p>Langsam ziehen die grünen Wiesenhänge an uns vorbei, eine Stille macht sich breit. Vielleicht ist es auch Müdigkeit, denn wir sind jetzt schon seit einigen Stunden unterwegs.</p>
<p><strong>Im oberen Albulatal unterwegs</strong></p>
<p>Harry macht seine Sache sehr gut. Achtet auf meine Zeichen, schreitet zügig und mutig voran, und so reiten wir durch das Dorf Alvaschein, an Vazerol vorbei in Richtung Brienz. Ich finde herrliche Wanderwege zum Reiten und mit den Wegzeichen komme ich sehr gut klar, so dass ich die Wanderkarte gar nicht benutzen muss. Bis jetzt konnte ich alles auf Wanderwegen oder kleinen Nebenstrasse reiten – ein herrliches Vergnügen! Ich lerne eine mir bekannte Gegend nochmals ganz neu kennen.</p>
<p>Brienz zeigt sich an diesen Nachmittag verschlafen. Das Dorf wirkt aber auch sehr ruhig, weil viele Häuser nicht mehr bewohnt sind und zum Teil auch zum Verkauf stehen. Die Beiz ist auch geschlossen.</p>
<p>Also muss ich meine Kaffeepause verschieben – schade. Am Dorfende von Brienz führt mich der Wanderweg rechts weg auf den Kulturweg unterhalb der Kantonsstrasse. Ein anspruchsvoller schmaler Weg. Harry tritt leichtfüssig um die Bäume, nimmt vorsichtige Schritte über Wurzeln und Steine. Es geht leicht bergauf und bergab – es fordert seine und meine Konzentration nochmals in hohem Mass. Wer diese Strecke lieber läuft, kann das natürlich auch tun. Pferde, die es nicht gewohnt sind, über solche Wege zu laufen, sollten besser geführt werden – es hat aber keine gefährlichen Stellen dabei. Als Alternative bleibt auf jeden Fall noch die Kantonstrasse zu reiten – was aber je nach Verkehrsaufkommen anspruchsvoll sein kann.</p>
<p>Nach ¾ des Weges gelangen auch Harry und ich auf die Kantonsstrasse. Jetzt werde ich auch diesen Weg wählen. Es gibt zwar einen Wanderweg, der oberhalb der Strasse weiterführt – er ist aber mit einer Schranke versehen. Ich merke aber schnell, dass die Autofahrer sehr rücksichtsvoll fahren, und auch die Postautos überholen uns mit genügend Abstand.</p>
<p>Es wird immer wärmer und wir kommen sehr gut voran – schon bald werden wir unser Etappenziel Alvaneu erreichen &#8211; mit den ersten Sonnenstrahlen an diesem Tag.</p>
<p>Bis kurz vor Alvaneu führe ich Harry nun auf der Hauptstrasse – dann kurz vor dem Dorf führt auf der linken Seite nochmals ein Spazierweg Richtung Dorf. Harry und ich geniessen nochmals eine Pause &#8211; mit Grasfressen für Harry. Es ist erst 4 Uhr – ich kann es kaum fassen, dass wir unser erstes Etappenziel schon erreicht haben.</p>
<p>Georg Egli, Bauer und Pferdeliebhaber in Alvaneu bietet Harry eine Box für die Nacht – nur leider (oh Schreck) seine Pferde sind auf Tournier.  Verständlicherweise ist Harry etwas nervös – aber mit der Müdigkeit in den Beinen wird er über Nach sogar in der Box liegen. Jetzt gönn ich mir erst mal einen Kaffee und warte auf Markus, meinen Partner. Er wird heute Abend mit mir zusammen die Ankunft feiern. In Alvaneu Bad finden wir eine Trattoria – es ist eine einfach Unterkunft – aber wegen dem sehr guten Essen und der Freundlichkeit sehr zu empfehlen.</p>
<p><strong>Wetterkapriolen am zweiten Reisentag</strong></p>
<p>Der zweite Reisetag bringt uns Sonnenschein, stahlblauen Himmel und viele Höhenmeter – mit der Aussicht, dass es am Nachmittag heftig zu regnen beginnen soll und ab 2000 müM auch Schnee – so hoch wollen wir ja hinauf. Uff – ich starte früh und will das gute Wetter nutzten.</p>
<p>Harry ist erstaunlich ruhig und so bin ich schnell parat, satteln, Hufschuhe montieren und los geht’s. Markus verabschiedet sich von uns – ihn werden wir am Nachmittag in der Alphütte auf der Hauderalp wieder treffen.</p>
<p>Die BewohnerInnen von Alvaneu sind schon unterwegs und begrüssen mich – schauen auch etwas erstaunt, Frau und Pferd alleine unterwegs zu sehen. Kurz nach Alvaneu gelange ich wieder auf einen Wanderweg. Saftige, grüne Wiesen bilden nun unsere Umgebung – für Harry, der die letzte Nacht nur Heu hatte – eine echte Herausforderung. Ich reite zügig Richtung Schmitten, dem nächsten kleinen Dorf im oberen Albulatal, das wir heute morgen durchreiten werden. Das Dorf ist so eng gebaut, dass die Autos nicht kreuzen können. Aber auch hier erlebe sehr viel Verständnis – man wartet auch mal bis ich mit Harry durch die engen Stellen bin. Die Leute vor dem Volg-Laden begrüssen mich und wünschen mir eine gute Weiterreise. Der Tag beginnt gut!</p>
<p>Kurz nach Dorfausgang gelange ich wieder auf einen bequemen Wanderweg. Ein herrlicher Waldweg führt uns nun zum nächsten Ziel: Bahnhof Wiesen. Schon seit einiger Zeit höre ich den Fluss Landwasser im Tobel tosen – wir gelangen immer näher an die Schlucht. Jetzt wird der Waldweg enger, ich entschliesse mich zum Führen, weil ich jetzt auch noch einen kleinen Bach durchqueren muss. Ohne Probleme nehmen wir auch diese Hürde. Aber jetzt geht’s steil bergauf. Auf schmalen, engen Wegwindungen gehen wir bergan. Harry wird gefordert – und ich auch. Harry kommt mit Schwung über den nächsten Stein und drängt mich vom Weg ab – da liege ich, halte mich fest an den Zügeln und Harry schaut mich ganz erstaunt an. Alles geht sehr schnell – ich rapple mich wieder hoch und merke, dass ich diese Strecke noch konzentrierter gehen muss – Gott sei Dank ist nichts passiert. Nach kurzer Verschnaufpause geht’s weiter. Diese Wegstrecke scheint mir unendlich lang und ich weiss nicht, ob ich 10 oder 15 Minuten mit Harry hochgekrazelt bin – und plötzlich sind wir wieder auf einem breiten Wanderweg – Zeit für eine Pause: Harry und ich teilen uns Nüsse und Datteln. Wer diesen Weg geht, sollte sich und seinem Pferd solche Wege zutrauen und sonst Alternativen wählen!</p>
<p><strong>Jenisberg im Dornröschenschlaf</strong></p>
<p>Gestärkt kommen wir in 10 Minuten zum kleinen Bahnhof „Wiesen Station“ – wer hier rasten will – es gibt eine kleine Beiz. Es loht sich, die Schlucht zu besichtigen und den tosenden Wassermassen zuzuschauen. Mich drängt es vorwärts – die Wolken hängen tief, die Sonne ist weg! Ich überquere die Geleise und dann die alte Steinbrücke und reite nach Jenisberg. Eine Naturstrasse, die in engen Wendungen den Berg hinaufführt bringt uns dem kleinen Dorf immer näher. Harry stapft wieder zügig vorwärts – er scheint meine Eile auch zu spüren. Jenisberg liegt auf gut 1500 m – eine kleine Beiz am Ende des Dorfes lädt zu einem kurzen Kaffeehalt und einem Gespräch mit den Leuten ein, ganzjährig leben nur noch wenige Menschen hier  – aber just in diesen Momenten beginnt es zu regnen. Ich montiere wieder meine Regensachen und &#8211; begleitet mit guten Wünschen – reite ich über einen herrlichen Höhenweg Richtung Monstein. Der erste Teil ist gut reitbar – geht auch stetig etwas bergauf. Die Tannen tragen schwer an den grossen Regentropfen und die Äste hängen tief in den Weg – aber auch hier kommen Harry und ich gut „unten durch“.</p>
<p>Dann wird der Weg eng, steinig und am linken Wegrand ist er abschüssig – ich steige ab und führe Harry. Harry ist auch diese Wege gewohnt. Vorsichtig – auch weil die Steine nass und glitschig sein können, gehen wir weiter. Zwei kleine und wegen dem Regen rutschige Holzstege kann ich umgehen, indem ich durch das Bächlein laufe. Der nächste Wegkilometer fordert uns nochmals – vor allem auch weil der Regen heftiger wird. Trotzdem geraten wir nie in eine Situation, die heikel ist – der Weg ist für routinierte, bergtaugliche Pferde auch bei schlechtem Wetter zu gehen. Endlich verlassen wir den Trampelpfad, der Weg wird wieder breiter. Wir nehmen den kleinen Abstieg nach Monstein in Angriff.</p>
<p>Im Dorf dann – ohne Schutz des Waldes – ist nun definitiv Regenmantelwetter. Schuhe und Handschuhe sind durchnässt – puhh. Sonst aber bin ich gut verpackt und trotze dem Regenwetter. Harry hält den Kopf tief. Für das wunderschöne, intakte Walserdorf Monstein, für die Bierbrauerei, die das Dorf bekannt machtund für das herzlige Kirchlein haben wir im Moment keinen Blick – das will ich mir für später aufheben.</p>
<p>Kurz vor der Kirche führt der Weg rechts weg und ich verlasse die Hauptstrasse. Noch trennen uns eine gute Stunde und rund 500 Höhenmeter von der Alphütte. Der Weg ist steil und ich lasse Harry einfach laufen.</p>
<p>Endlich – Kuhglocken verkünden uns, dass die Hütte nicht mehr weit sein kann. Der dichte Nebel aber verbirgt uns die Sicht. Die letzten Meter führen durch die Kuhherde – jetzt spüre ich seine und mein Müdigkeit.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Anstatt kühles Bier gibts heisse Suppe</strong></p>
<p>Es ist knapp zwei Uhr nachmittags: glücklich und zufrieden kommen wir auf der Hauderalp an und werden von Irmtraut und Peter herzlich willkommen geheissen. Für Harry gibt es jetzt Gras in Hülle und Fülle und für mich eine Suppe in der warmen Stube.</p>
<p>Harry wird den Sommer über auf der Hauderalp seine erste Alpzeit geniessen – begleitet von 9 Maultieren und einem Eselhengst. Aber was für ein Einstieg ins Alpleben! – am nächsten Morgen liegen gut 20 cm Neuschnee.</p>
<p>Markus trifft fast zur gleichen Zeit ein – durchnässt und glücklich, den Abstieg bis zur Hütte gut geschafft zu haben. Nach gut einer Stunde verlassen wir gestärkt und mit trockenen Kleidern die Alp – in der Gewissheit, diesen Sommer noch viele Momente mit den Alpleuten Irmtraut Müller und Peter Stutz zu verbringen.</p>
<p><strong>Auf der Heimreise</strong></p>
<p>Kaum zu glauben – es ist der 12. September und wir treten die Heimreise an. Wieder habe ich mich vorher ausführlich mit Wanderreitvarianten beschäftigt – die Heimreise sollte über eine andere Route führen.</p>
<p>Wie würde Harry reagieren, wenn ich ihn von „seiner“ Muliherde wegführen? Gespannt und auch nervös fahre ich mit Markus nach Monstein. Zusammen mit unseren Hunden wandern wir – heute bei strahlendem Herbstwetter – zur Alphütte hinauf. Es ist schon fast Mittag – mich drängt es zum Aufbruch. Obwohl ich heute nur bis Wiesen reiten werde – möchte ich los – auch in der Hoffnung, dass meine Anspannung etwas nachlässt.</p>
<p>Wir verabschieden uns von Menschen und Tieren – mit dem Versprechen mich nach meiner Rückkehr zu melden. Harry macht es mir einfach – er scheint sich auf das nächste Abendteuer einzulassen. Ruft zwar nochmals nach seinen Mulifreunden, schreitet dann aber munter bergab Richtung Monstein. Das Panorama ist gigantisch. Die Sicht ins Albulatal ist klar. Die Herbstfarben kräftig. Schritt um Schritt spüre ich, wie die Ruhe zurückkehrt. In Monstein herrscht ein buntes Treiben – viele BesucherInnen geniessen einen herrlichen Septembertag im Landwassertal. Aber ich will weiter! Ich verabschiede mich jetzt auch von Markus. Er wird wieder zurückfahren, und ich bin auf mich alleine gestellt. Ich wähle die etwas gemütlichere Wegvariante hinunter zum Bahnhof Monstein. Der steile Abstieg von der Hauderalp liegt mir schon in den Knochen. Ein kurzes Wegstück entlang der Hauptstrasse führt Harry und mich zur Abzweigung Richtung Bahnhof. Im Wald riecht es nach Pilzen – weit unten hören wir  das stetige Rauschen der Fahrzeuge, die Richtung Davos brausen. Das schöne Wetter lockt auch viele Töfffahrer.</p>
<p>Beim Bahnhof Monstein überqueren wir die Geleise der Rhätischen Bahn und reiten dann kurz der Kantonsstrasse entlang – endlich beim Restaurant Schmelzboden führt uns der Weg in die Zügenschlucht. Eine andere Welt erwartet uns. Die Schlucht schluckt jeglichen Zivilisationslärm – die Landwasser sprudelt über Stock und Stein. Ursprünglich war dies die einzige Strassenverbindung zwischen Davos und dem Albulatal und wurde mit Autos befahren – kaum vorstellbar.</p>
<p>Der Weg ist wunderbar zu reiten – ab und zu begegne ich Bikern, ein paar Familien nutzten den Tag für ein Picknick an der Landwasser – sonst nur Stille. Harry lauscht und schaut – was er wohl denken mag? Jede Strassenbiegung geht er vorsichtig an. Ich lasse ihm Zeit, sich immer wieder zu orientieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass er den schnellen Wechsel auch erst mal verdauen muss.</p>
<p>Meinen ersten Halt plane ich in Brombenz – einen grosszügig angelegten Grillplatz – herrlich zum Verweilen. Würde ich der alten Zügenstrasse folgen, käme ich wieder zum Bahnhof „Wiesen Station“. Ich wähle aber eine andere Route. Mit Nüssen und Datteln gestärkt nehmen wir den Aufstieg nach Wiesen in Angriff Richtung Steigmeder. Kein Schleck! Es geht auf einem Trampelpfad in engen Kurven ziemlich steil bergauf. Harry hat auf der Alp gute Kondition antrainiert und geht fast mühelos. Aber die Sonne brennt heiss an die Bergseite und wir beide kommen ins Schwitzen. Dieser Weg ist nichts für Flachländer – die Pferde müssen unbedingt gewohnt sein, über Steine, zum Teil losen Schotter zu gehen. Es sind keine gefährlichen Stellen, aber Pferde und ReiterInnen sind wahrlich gefordert.  Ich habe Harry seinen Weg wählen lassen – das ist ganz wichtig und führte ihn nur an einer Stelle. Es geht über 300 Höhenmeter den Berg hinauf. Harry und ich haben uns auch immer wieder Pausen gegönnt. Reiter, die in Gruppen unterwegs sind, sind zudem gefordert, dass die Pferde nicht zu nahe aufreiten. Wow, das war ein Erlebnis.</p>
<p>Die Route wurde mir von Sylvia Dürst, einer Pferde- und Maulitierfrau aus Wiesen empfohlen, und ich wusste, dass es machbar war. Darum bin ich wohl mit so viel Zuversicht immer weiter den Weg hochgeritten.</p>
<p>Endlich wird der Weg weiter, weniger steinig und fast schon gemütlich! Wir machen eine grosse Pause und freuen uns an unserer Leistung.</p>
<p><strong>Indianer und Hasen säumen den Weg</strong></p>
<p>Jetzt gibts keine Steigungen mehr, sondern ein herrlicher Waldweg führt uns Richtung Wiesen. Schon bald begleiten uns Holzskulpturen: Indianer, Hasen, Fantasiefiguren säumen den Weg. Gemütlich schreiten wir weiter – die Sonne brennt und ich spüre und rieche, dass auch Harry schwitzt. Schon bald erkenne ich die ersten Häuser von Wiesen und freu mich auf ein kaltes Glas Wasser. Harry kann ich bei Sylvia Dürst stallen. Sie selber und ihre Tiere sind leider abwesend – aber diese Situation kenne ich ja schon – und Harry auch. Also machen wir uns ganz gemütlich ans Absatteln. Harry bekommt sein Heu und sogar eine kleine Wiese zum Knabbern ist da. Jetzt kann auch ich mein Hotelzimmer beziehen, Füsse hochlagern und gemütlich Kaffeetrinken. Dann werde ich aber wieder unruhig – wie geht es Harry so ganz allein an einem fremden Ort? Ich gebe ihm nachmals etwas Futter – merke aber bald, dass er relativ gelassen auf dem Reitplatz steht. Jetzt kann auch ich beruhigt Essen und nach einem Abendspaziergang und einem letzten Besuch bei Harry gehe ich sehr müde, aber glücklich und zufrieden ins Bett.</p>
<p>In der Nacht regnet es heftig, der Wind bläst und irgendwo im Dorf schlägt ein Fensterbalken. Etwas mulmig denke ich an den nächsten Tag – ich will ja über zwei Alpen reiten – ob das wohl gut geht?</p>
<p>Der nächste Morgen ist grau und nass. Dicke Wolkenbänder hängen an den Bergen. Es ist kalt und schon bald entdecke ich auch Schneefelder oberhalb von Wiesen. Ich merke, dass ich den Alpenritt verschieben muss. Zu unsicher ist die Lage. Harry begrüsst mich freudig, bekommt sein Futter. Ich geniesse auch ein ausgiebiges Frühstück, bin aber schon bald wieder im Stall. Bei mir kommt Nervosität auf.</p>
<p>Ich will nun doch zügig losreiten. Ich bringe den Stall von Sylvia Dürst wieder in Ordnung, und Harry wartet geduldig bis ich alles wieder gut verpackt habe. Wir verlassen das gemütliche Dorf Wiesen und laufen oberhalb des Dorfes Richtung Schmitten. Sylvia Dürst hat mir eine Alternativroute genannt, falls der Ritt über die Alpen zu unsicher ist, und diesen Weg will ich heute morgen auch reiten.</p>
<p><strong>Schon mal unter Schneeverbauungen durchgeritten?</strong></p>
<p>Auf kleinen Teerstrassen führe ich Harry bis ans Ende des Dorfes. Dann führt uns ein gemütlicher Waldweg Richtung Tobel. Ich bin nun parallel zur Hauptstrasse, die unter uns liegt, unterwegs. Noch ist das Reiten kein Problem. Aber dann wird der Weg schmaler. Ich führe Harry über einen kleinen Bach und dann – einen Moment verliere ich die Orientierung. Es führen 2 Wege weiter. Beide Wege sind steinig und müssen von Mensch und Tier vorsichtig begangen werden. Harry drängt weiter, aber ich will mich erst mit der Karte orientieren. Glücklicherweise sehe ich weiter unten eine Wanderwegmarkierung. Endlich die Sicherheit, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich wähle den unteren Weg.Ans Reiten ist nicht zu denken. Der Weg ist sehr anspruchsvoll. Mit Vorsicht und Geduld führe ich Harry den schmalen Weg. Immer noch liegt ein Stück unter mir die Kantonsstrasse.</p>
<p>Der Weg fordert Beweglichkeit und Geschick von Reiterin und Pferd. Auch hier ist es ganz wichtig, dass die Tiere ihrem Menschen willig folgen, Abstand halten und nicht vordrängen oder gar umkehren wollen. Das nächste Hindernis taucht vor mir auf: Lawinenverbauungen! Harry kommt dank seiner Grösse gut unten durch. Grosspferde von mehr als 170 Stockmass können diesen Weg nicht gehen, die Verbauungen hängen tief in den Weg. Uff – auch diese Hürde schaffen wir. Immer wieder machen wir Pausen, und ich belohne Harry für seine ausserordentliche Leistung auf diesem Weg.</p>
<p>Wir nehmen uns viel Zeit für diesen Weg – so nach einer halben Stunde wird der Weg übersichtlicher und ich gelange wieder auf die Kantonsstrasse.</p>
<p>Sylvia Dürst hat mir diesen Weg als pferdetauglich beschrieben – sonst hätte ich wohl meine Zweife gehabt. So aber wusste ich, dass es wohl schwierig ist, aber machbar und auch nicht geführlich. Allerdings fordert es hohe Trittsicherheit und Vertrautheit zwischen Tier und Menschen.</p>
<p><strong>Trotz Regen – Kaffeepause muss sein</strong></p>
<p>Dieser abendteuerliche Weg führt mich wieder Richtung Schmitten und ich komme am Wegvorbei, den ich knapp 3 Monate vorher für die Herreise gewählt habe – nämlich den gemütlichen Waldweg Richtung Bahnhof „Station Wiesen“.</p>
<p>Das Regenwetter hält den ganzen Tag an und ich bin froh, dass nun keine steilen Bergwege mehr vor mir liegen. Gemütlich reiten wir zum Dorfeingang von Schmitten und geniessen da unseren Zmittag aus der Satteltasche. Auf der gleichen Route reite ich nun durch das Dorf Schmitten in Richtung Alvaneu Dorf, wo wir auf der Herreise übernachtet haben. Heute will ich aber weiter. In Alvaneu gönne ich mir eine kurze Kaffeepause und reite dann wieder Richtung Kantonsstrasse, die mich nach Brienz führen wird. Nun ist mir und Harry die Strecke vertraut und munter und flott geht es auf dem Kulturweg weiter bis zum Dorfeingang von Brienz.</p>
<p><strong>Die neue Heimat von Harry</strong></p>
<p>Wir sind schon fast am Ziel. Harry wird unterhalb von Brienz auf dem Spisaggerhof bleiben. Grosse, herrliche Weiden und eine farbige Pferdegruppe erwartet ihn. Mitten im Dorf beim grossen Brunnen wähle ich darum den linken Weg, am Gemeindehaus vorbei Richtung unterer Dorfteil, wo sich viele Ferienhäuser befinden.</p>
<p>Die Aussicht ins Oberhalbstein und Richtung Alter Schnyn sind herrlich. Einen Moment verweile ich, dann gehe ich das kleine Natursträsschen weiter Richtung Stall.</p>
<p>Nach etwa 15 Minuten entdeckt Harry die anderen Pferde und wiehert ihnen freudig entgegen.</p>
<p>Ich werde von Markus Bläsi, dem Hofbesitzer begrüsst. Harry ist ungeduldig. Erst aber will ich ihn durchbürsten, die Beine abwaschen und seine Beine gründlich kontrollieren. Harry hat auf dem Ritt immer Hufschuhe getragen. Die Schuhe sind optimal angepasst, darum hatte ich auch auf der ganzen Reise keine Probleme damit.</p>
<p>Dann gehts los auf die Weide. Harry wird sich nun wieder in eine neue Herde einleben müssen – es wird sicher ein paar Tage dauern, bis er seinen Platz in der Gruppe findet. Aber erstmal wird ausgiebig gewallt und dann will er einfach nur mal fressen. Ich weiss, dass ich nun beruhigt nach Hause kann.</p>
<p>Ich bin müde, glücklich und sehr zufrieden &#8230; und sehr froh, dass wir beide gesund und munter heimgekehrt sind.</p>
<p><strong>An Wunder glauben</strong></p>
<p>Seit 8 Jahren ist Harry mein treuer Begleiter – er ist ein Verlasspferd geworden, ruhig und ausgeglichen begleitet er mich auf den Ausritten, arbeitet interessiert mit mir auf dem Platz und zeigt Freude an der Dressurarbeit.</p>
<p>Harry lässt mich immer wieder an Wunder glauben, weil er mir immer wieder bewusst macht, dass wir beide zu Vielem fähig und bereit sind. Er ein Partner fürs Leben: vertrauensvoll, neugierig und zwischen durch auch ein charmantes Schlitzohr.</p>
<p>Markus möchte ich von Herzen danken. Er hat mich unterstützt, hat mir Mut gemacht und immer daran glaubt, dass wir es schaffen.</p>
<p>Fürs 2011 plane ich wieder einen Ritt mit Harry. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, in welche Richtung es gehen soll!</p>
<p>Zur Vorbereitung dieser Ritte habe ich die Karten 1:25 000 Nr. 1215, 1216 und 1217  benutzt.</p>
<p>Gerda Previtali<br />
Bugliac 49<br />
7424 Präz</p>
<p>Stegstrasse 10<br />
8132 Egg</p>
<p><a href="mailto:bugliac49@hotmail.com">bugliac49@hotmail.com</a></p>
<p>Ende Januar 2011</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2&amp;p=132</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Drei-Tages-Trail Engadin Juli 2010</title>
		<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=93</link>
		<comments>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=93#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 16:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Alpen]]></category>
		<category><![CDATA[Alpentrekking]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Wanderreiter-Akademie]]></category>
		<category><![CDATA[Engadin]]></category>
		<category><![CDATA[Freiberger]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Wendel]]></category>
		<category><![CDATA[Men Juon]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderreiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=93</guid>
		<description><![CDATA[Die Station von Men Juon, der bei Scuol einen perfekt organisierten Gäste-Reitbetrieb führt, kannten wir bereits von den Winterritten der Vorjahre. Men Juon leitet den schweizer Ableger der Deutschen Wanderreiter- Akademie (DWA), die für ihre Mitgliedsbetriebe einheitliche Qualitätsstandards für das „Reisen zu &#8230; <a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=93">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-92" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=92"><img class="alignleft size-medium wp-image-92" title="Wendel" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Wendel-300x225.jpg" alt="3-Tages-Ritt im Engadin" width="300" height="225" /></a>Die Station von Men Juon, der bei Scuol einen perfekt organisierten Gäste-Reitbetrieb führt, kannten wir bereits von den Winterritten der Vorjahre. Men Juon leitet den schweizer Ableger der Deutschen Wanderreiter- Akademie (DWA), die für ihre Mitgliedsbetriebe einheitliche Qualitätsstandards für das „Reisen zu Pferd“ vorgibt. Dass die Station von Men Juon diese Kriterien erfüllt, zeigen die zahlreichen Auszeichnungen, die der Betrieb regelmäßig in der Schweiz erhält.</p>
<p><span id="more-93"></span></p>
<p>Auf der Veranda des Saloons begrüßt Men Juon unsere Gruppe und stimmt uns bei einem Begrüßungstrunk auf die kommenden drei Tage ein. Auf einer topographischen Karte ist die Streckenführung des Trails eingezeichnet, der uns durch eine der einsamsten Bergregionen des Engadins führen wird. Passend dazu können wir in der Tageszeitung lesen, dass erst vor 14 Tagen in der Nähe des Val Mora ein Bär gesichtet wurde. Einzelne Bären wandern immer wieder aus Italien in das Engadin ein, was bei den Einheimischen aber sehr kontrovers diskutiert wird. Einerseits gibt es entlang des Nationalparks einen Themenweg, der sich ausschließlich den Bären widmet und von zahlreichen Bärenskulpturen gesäumt wird, andererseits möchten die Bauern aus Sorge um das Vieh auf den Alpen aber keine echten Bären mehr in der Region haben.</p>
<p>Nachdem Men bei den Teilnehmern die bisherigen Erfahrungen und Vorlieben abgefragt hat, teilt er die Pferde ein. Beim anschließenden Rundgang können wir unsere Pferde dann schon einmal anschauen. Anschließend weiht uns Men in das Procedere beim morgendlichen Satteln der Pferde ein. Bei ca. 70 Sätteln in der Sattelkammer und ebenso vielen Trensen, ist es wichtig, dass jeder Teilnehmer weiß, welcher Sattel zu seinem Pferd gehört und wo der richtige Platz dafür ist.</p>
<p>Da wir auf dem Ritt jeweils auf einer anderen Station übernachten werden, erhalten wir anschließend noch Satteltaschen, in denen das gesamte Gepäck für die nächsten drei Tage Platz finden muss. Nach dem Abendessen, einem leckeren Drei-Gänge-Menue, sitzen wir dann noch bis spät in der Nacht vor dem Saloon. Jürgen, unserer „Gitarristo“, hat ein Liederbuch mitgebracht und gemeinsam singen wir dann die Lieder aus dem Liederbuch vorwärts- und rückwärts. Als dann auch das Licht der Kerzen nicht mehr ausreicht, holt Andrea noch ihre Stirnlampe aus dem Zimmer, was wieder einmal beweist, dass nichts über eine gute Ausrüstung geht&#8230;</p>
<p>Am nächsten Morgen sind dann alle Teilnehmer mehr oder weniger pünktlich beim Frühstück. Ein paar haben ihre Satteltaschen am Morgen nochmals komplett neu bepackt, nachdem ihnen über Nacht Zweifel gekommen waren. Andri, unser Rittführer, geht mit uns nach dem Frühstück in den Stall und übergibt jedem das zugeteilte Pferd. Beim Satteln mit den fremden Sätteln und Packtaschen gibt es anfangs noch Unsicherheiten – diese sollten sich in den kommenden Tagen aber schnell legen. Eine halbe Stunde später sitzen wir dann in den Sätteln – unser Drei-Tages-Trail durch das Engadin hat begonnen&#8230;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Etappe 1</span></strong><strong> „Durch das Val S´charl über den Pas da Costainas ins Val Müstair&#8221;</strong></p>
<p>Von San Jon folgten wir der einzigen Straße im Val S´charl hinauf zum Bergdorf S´charl. Die erste Hälfte der Straße ist asphaltiert, seit vor einigen Jahren eine Wasserfassung für ein Wasserkraftwerk gebaut wurde und für die Baufahrzeuge die bis dahin unbefestigte Straße ausgebaut werden musste. Wir reiten glücklicherweise jedoch kaum auf der Straße, auf der bis S´Charl auch Autos fahren dürfen. Vielmehr führt uns Andri immer wieder auf schmalen Pfaden rechts und links der Straße bis hinauf nach S´Charl. Wir erreichen das ehemalige Bergbau-Dorf nach etwas mehr als zwei Stunden. Dort legen wir eine kurze Rast ein, bei der die Pferde verschnaufen können und die Reiter Gelegenheit haben, im Gasthaus eine Kleinigkeit zu trinken. Ab S´Charl ist der Weg dann für den Autoverkehr gesperrt. Entlang eines Wildbaches folgen wir einem Forstweg hinauf zur Alp Tamangur. Rechts und links des Weges befinden sich die Sommerweiden für die Jungrinder und das Milchvieh. Letzteres wird täglich gemolken und die Milch anschließend zu köstlichem Bergkäse verarbeitet.</p>
<p>Immer wieder müssen wir anhalten, um Weidetore zu öffnen und hinter uns wieder sorgfältig zu schließen. Gewöhnungsbedürftig sind auch die quer zur Straße eingelassenen Regenrinnen, die eine Erosion der Wege bei starkem Regen vermeiden sollen. Während diese früher aus einer Metallrinne – ähnlich einer Regenrinne – bestanden, werden sie nun wohl aus Kostengründen aus zwei Holzbalken gefertigt. Leider haben diese neuen Regenrinnen genau die Größe eines Pferdehufes, was schon zu tragischen Unfällen in den Alpen geführt hat, wenn sich Pferde darin verfingen und in Panik gerieten. Von Panik weit entfernt sind jedoch unsere Freiberger. Ihnen merkt man die Routine von vielen Trails in den Alpen an, wenn sie ohne die Geschwindigkeit zu verändern, die Schrittlänge jeweils so anpassen, dass sie sicher über die Regenrinnen kommen.</p>
<p>Die beruhigende Einförmigkeit des wiegenden Schrittes unserer Pferde lässt uns nun allmählich „herunterkommen“. Wie in Zeitlupe zieht die Landschaft an unseren Augen vorbei, was dazu beiträgt, dass wir nach und nach &#8220;entschleunigen&#8221;. Mir fällt das Zitat eines Indianers ein, der einmal sagte, <em>&#8220;dass er sich nach einem Flug erst einmal an den Rand der Landebahn setze, damit die Seele Zeit hat, nachzukommen&#8221;.</em><br />
Mir gefällt dieses Bild. Wer heute mit dem Flugzeug in ein fremdes Land reist, steht urplötzlich in einer fremden Kultur, ohne dass er Zeit hatte, sich darauf einzustellen. Wie anders ist das beim Wanderreiten! Wir reisen so langsam, dass Zeit bleibt, die Gedanken schweifen zu lassen und saugen dabei die Eindrücke dieser einzigartigen Berglandschaft, ihrer Gerüche und Geräusche in uns auf.</p>
<p>Vereinzelt begegnen uns Wanderer, was aber weder für den Reiter, noch den Wanderer eine Störung darstellt – sind doch unsere „Reisegeschwindigkeiten“ ähnlich, so dass sogar ein kurzer „Plausch“ möglich ist. Anders verhält es sich mit den Mountainbikern, die leider auf einzelnen „In-Strecken“ in den Alpen zur Plage werden können. Ihnen fehlt die Gelassenheit des Reiters oder Wanderers, vielmehr steht der sportliche Ehrgeiz so im Vordergrund, dass man das Gefühl hat, dass sie von der sie umgebenden Natur nur etwas mitbekommen, wenn sie auf einer Alp zur Pause einkehren. Und auch dann kreist das Gesprächsthema häufig um „Pulsfrequenz, Durchschnittsgeschwindigkeit“ und ähnliche Dinge&#8230;<br />
Wer das ständige „Achtung Radfahrer von vorne/hinten“ vermeiden möchte, sollte solche Strecken an den Wochenenden meiden und lieber in aller Ruhe unter der Woche gehen.</p>
<p>Unsere zweite Rast legen wir auf der Alp Tamangur (2122 m) ein. Die bewirtschaftete Alm bietet Getränke an, außerdem kann man ein Vesper mit Käse und Brot bekommen. Dies allerdings nur mit Vorbehalt, denn die Alp ist in erster Linie eine Käserei und nicht auf eine ständige Bewirtung ausgerichtet. Es empfiehlt sich deshalb, für die Rast ein eigenes Vesper mitzubringen. Auf der Alp Tamangur verzweigt sich dann der Weg. Rechts hinauf führt ein schmaler Pfad hinauf zur Alp Astras und weiter zur Funtana da S´charl (2420 m). Über diesen Weg werden wir am dritten Tag wieder zurück ins Val S´Charl reiten</p>
<p>Wir folgen aber dem Hauptweg weiter zum Pass da Costainas (2251 m). Unterhalb des Passes steht der höchstgelegene Arvenwald der Alpen. Durch diesen Arvenwald reiten wir auf einem schmalen Pfad, der uns immer wieder zum Wegducken unter die Äste zwingt. Die immergrüne Arve (Zirbelkiefer) besiedelt in den Alpen die höchsten alpinen Regionen. Sie kann bis zu tausend Jahre alt werden und ist die frostunempfindlichste Baumart der Alpen. Da sie auch sehr widerstandsfähig gegen Lawinen- und Schneebruch ist, erfüllt sie in den Hochlagen der Alpen eine wichtige Funktion als Schutzwald. Dort, wo Vieh weidet, setzt sich die Arve gegenüber der ebenfalls häufig vorkommenden Lärche durch, weil sie auch Schäden durch Verbiss besser wegstecken kann. Das weiche Holz der Arve wird übrigens traditionell für Schnitzarbeiten, Holzvertäfelungen und Möbel verwendet.</p>
<p>Nachdem wir den Arvenwald hinter uns gelassen haben, erreichen wir schließlich den Pass da Costainas. Von hier ab heißt es absteigen und führen. Der erste Teil des Weges hinunter zur Alp Champatsch (2093 m) hat ein Gefälle von bis zu 30 Prozent und erfordert Trittsicherheit von Pferd und Reiter. Hier erschließt sich auch die Bedeutung des Wortes „Wander-Reiten“. Auf der Alp Champatsch kehren wir heute zum letzten Mal ein. Die starke Sonne auf der Südseite der Alpen fordert ihren Tribut und Pferd und Reiter sind dankbar für die Pause. Im Schatten der Sonnenschirme putzen wir zwei Platten mit Bergkäse, Bündner Fleisch und Speck weg und haben dabei ein wenig ein schlechtes Gewissen, weil unsere Pferde die Pause ohne Futter verbringen müssen. Aber von nun an sind es nur noch eineinhalb Stunden, bis wir auf einem breiten Forstweg unser Quartier in Tschierv im Münstertal erreichen. Dort erwartet die Pferde eine Koppel und jede Menge Heu für die Nacht.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Etappe 2</span></strong><strong> – vom Münstertal durch das Val Vau, das Val Mora zur Alp da Buffalora.</strong></p>
<p>Der Ort Tschierv (1693 m) liegt an der Straße zum Ofenpass und ist bei Rennradfahrern wie Motorradfahrern gleichermaßen beliebt. Auch wir werden heute Richtung Ofenpass reiten – aber nicht auf dem direkten Weg entlang der Straße, sondern auf einsamen Pfaden, die uns in einem Bogen zunächst in Richtung Südtirol führen und dann weiter durch das Val Vau ins Val Mora. Auf den ersten zwei Kilometern führen wir unsere Pferde entlang der Straße. Dann zweigt ein Waldweg rechts ab, der uns eben in Richtung Val Vau führt. Hier haben wir auch Gelegenheit, die Pferde eine kurze Passage zu traben. Beim Gedanken an unser Vesper, das in der Satteltasche hin- und hergeschüttelt wird, sind wir allerdings froh, dass es bald wieder im Schritt weitergeht.</p>
<p>In Fuldera haben wir am Dorfbrunnen noch einmal Gelegenheit, unsere Wasserflaschen mit köstlichem Quellwasser zu füllen und auch unsere Pferde genehmigen sich noch einen kräftigen Schluck – wahrscheinlich wissen sie, dass jetzt der anstrengende Teil beginnt. Von hier an folgen wir einem steil ansteigenden Forstweg durch den Wald. Meter um Meter klettern unsere Pferde unbeirrt den steilen Berghang hinauf, bis wir schließlich die Waldgrenze erreichen. Von hier an knallt die Sonne unbarmherzig auf uns herab und wir sind froh, dass sich die Pferde immer wieder an kleinen Bachläufen, die unseren Weg kreuzen, erfrischen können.<br />
Uns geht es wie Johann Wolfgang von Goethe, als er 1786 in der Postkutsche den Brenner überquerte, um in Richtung Gardasee zu reisen: &#8220;<em>Die Sonne war hoch und heiß, ich musste meine Kleidung erleichtern, die ich bei der veränderlichen Atmosphäre des Tages oft wechselte&#8221;. </em></p>
<p>Nach einer steilen Kehre streifen wir noch einmal die Waldgrenze. Hier, auf einer mit niedrigen Lärchen und Alpenrosen bewachsenen Weide, bietet sich die Gelegenheit zu einer Rast. Wir binden die Pferde an den Bäumen an und genießen die Rast bei einem Satteltaschen-Picknick und Quellwasser aus unseren Flaschen. Zweimal müssen wir neugierige Kühe vertreiben, die sich die Pferde aus der Nähe anschauen wollen und mit ihren Glocken einen unglaublichen Geräuschpegel erzeugen. Am gegenüberliegenden Berghang stürzt ein malerischer Wasserfall 50 Meter die Wand herunter, um dann unter den Resten eines Lawinenkegels zu verschwinden und am Ende dann wieder als Bachlauf herauszutreten.</p>
<p>Nach der Pause folgen wir dem Forstweg weiter bergauf. Hier wachsen nur noch Gräser und Moose. Auf dem Sattel queren wir vom Val Vau ins Val Mora. Der Weg führt uns nun zunächst bergab entlang einer Hochebene, in der sich das Oberflächenwasser der umliegenden Berghänge sammelt. In der Folge ist hier ein Hochmoor entstanden, das eine ganz eigene Vegetation aufweist. Wir folgen dem Forstweg weiter talabwärts, bis wir eine weitere bewirtschaftete Alpe erreichen. Hier machen wir heute die letzte Pause vor dem Tagesziel, der Alp da Buffalora. Die nächste Teilstrecke nach der Pause hat es in sich. In steilen Serpentinen auf losem Untergrund kämpfen sich unsere Pferde unermüdlich bergauf, bis wir das Talende des Val Mora erreicht haben. Hier oben machen wir ein Erinnerungsfoto &#8211; die Pferde nutzen diese Pause, um wieder zu Atem zu kommen. Ab hier sind es dann nur noch eine knappe Stunde bis zum Tagesziel der heutigen Etappe, der Alp da buffalora. Kaum haben wir die Pferde versorgt, kommt auch schon unser &#8220;Shuttle&#8221; vom Hotel am Ofenpass. Dort werden wir mit einem &#8220;Apero&#8221; begrüßt &#8211; ein schöner Ausklang für einen noch schöneren Tag&#8230;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Etappe 3</span></strong><strong> &#8211; über den Ofenpass nach San Jon</strong></p>
<p>Über Nacht hat der Himmel zugezogen und es hat leicht geregnet. Rechtzeitig zum Frühstück macht der Himmel aber wieder auf und wir sind guter Dinge, dass das Wetter heute noch einmal hält. Dennoch ist es jetzt heute &#8220;einen Kittel kälter&#8221; und wir können unsere Westen und Jacken gut gebrauchen. Das Shuttle fährt uns zurück zur Alp da buffalora, wo die Pferde schon auf uns warten. Schon früh am Morgen waren sie von den Sennern mit Heu gefüttert worden &#8211; jetzt sind sie &#8220;pappsatt&#8221; und drängen auf den Heimweg. Wir reiten durch ein traumhaft schönes Tal, queren einen kleinen Gebirgsfluss und folgen dann einem steil ansteigenden Pfad hinauf zum Ofenpass. Der Ofenpass hat seinen Namen aus der frühindustriellen Epoche, in der hier Erzöfen betrieben wurden, in denen mit dem Holz der Wälder die Erze geschmolzen wurden. Wie muss es hier früher ausgesehen haben, als die Erzöfen Tag und Nacht brannten und ihren Rauch in die Atmosphäre abgaben? Heute hat die Natur die Narben dieser Zeit längst geschlossen und alles, was noch an diese Zeit erinnert, ist der Name &#8220;Ofenpass&#8221;.</p>
<p>Ob sich unsere Politiker heute darüber im klaren sind, dass die Folgen der Entscheidung, die Laufzeiten von Kernkraftwerken zu verlängern, viel weitreichender sind und noch in Tausend Jahren unsere Nachkommen belasten werden?</p>
<p>Wir passieren das Hotel, in dem wir gestern Nacht geschlafen haben. Gleich dahinter folgen wir einem steilen Fußpfad den Hang hinunter und kommen schließlich auf eine idyllische Talweide. Vorbei an einer Rinderherde, in deren Mitte ein stattlicher Bulle als Patriarch über sein Harem wacht, queren wir noch einmal die Straße. Hier verlieren wir uns wieder in einer einsamen Natur, die uns immer wieder mit neuen Ausblicken überrascht. Schließlich kommen wir in ein kleines Skigebiet, in dem Andri als Kind das Skifahren gelernt hat. Skigebiete geben im Sommer ein trostloses Bild ab und so sind wir froh, als wir es bald wieder hinter uns lassen und dann bergauf in Richtung Funtana da S´Charl reiten. Hier oben sind Steinböcke, Gemsen, Murmeltiere und Adler zu Hause. Nur einer Handvoll Wanderer begegnen wir hier oben. Unser Weg führt uns dann auch an einer großen Murmeltiersiedlung vorbei. Doch die putzigen Kerle sind wachsam und verschwinden bei unserem Näherkommen laut protestierend in Ihren Bau.</p>
<p>An einem großen Findling steigen wir ab, denn jetzt geht es einen steilen, sandigen Pfad hinunter in Richtung Alp Tamangur. Dort angekommen, schlagen wir den Weg zurück durchs Val S´Charl ein. Eine letzte Rast im Gasthof in S´Charl bei leckerem Kuchen und erfrischenden Getränken und wir sind am Ende dieses Drei-Tages-Trails durch das Engadin angekommen. Auf den letzten Kilometern schieben sich dunkle Wolken an die hohen Gipfel, stauen sich dort und werden dunkler und bedrohlicher. Am Talende ist der Himmel dagegen wolkenlos und die Sonnenstrahlen erleuchten das Gipfelkreuz eines Berges. Ob wir es trocken schaffen? Nicht ganz - es beginnt langsam zu tröpfeln und wir ziehen, im Sattel bleibend, unsere Regenmäntel an. Doch der Spuk dauert nur kurz und schon kommt die Sonne wieder zwischen den hohen Gipfeln hervor.<br />
Diese raschen Wetterumschwünge sind nichts Ungewöhnliches in den Bergen, wie schon Johann Wolfgang von Goethe auf seiner &#8220;Italienischen Reise&#8221; (1786-1787) in sein Tagebuch notiert hat: <em>&#8220;Auf dem flachen Lande empfängt man gutes und böses Wetter, wenn es schon fertig geworden, im Gebirge ist man gegenwärtig, wenn es entsteht&#8221;.</em></p>
<p>Zu schnell ist dieser Drei-Tages-Trail vorbeigegangen und gerne wären wir noch ein paar Tage länger geritten. Aber wer weiß &#8211; vielleicht kommen wir ja im Herbst noch einmal zur Station von Men Juon, um die Freiheit auf dem Rücken der Pferde zu genießen&#8230;</p>
<p>Dieser Artikel wurde von Gerhard Wendel eingereicht.</p>
<p><a href="http://www.wanderreiten-am-bodensee.de/" target="_blank">www.wanderreiten-am-bodensee.de<br />
</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2&amp;p=93</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wanderritt auf dem Eselsweg</title>
		<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=66</link>
		<comments>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=66#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 11:11:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breunig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Eselsweg]]></category>
		<category><![CDATA[Spessart]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderreiten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=66</guid>
		<description><![CDATA[geheimnisvolle Hügelgräber und Felsformationen im Zauberwald Spessart 23-25. Juli 2010 Unterwegs auf Teilen des Eselsweges, der alten historischen Handelsroute, die auf insgesamt 111km durch den hessischen und bayrischen Spessart, von Bad Orb nach Großheubach an den Main führt. Am Freitagnachmittag &#8230; <a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=66">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>geheimnisvolle Hügelgräber und Felsformationen im Zauberwald Spessart 23-25. Juli 2010</p>
<p><a rel="attachment wp-att-67" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=67"><img class="alignnone size-medium wp-image-67" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Esel-023-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p><a rel="attachment wp-att-73" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=73"></a>Unterwegs auf Teilen des Eselsweges, der alten historischen Handelsroute, die auf insgesamt 111km durch den hessischen und bayrischen Spessart, von Bad Orb nach Großheubach an den Main führt.</p>
<p><span id="more-66"></span>Am Freitagnachmittag traf schon die erste Mitreiterin bei mir am Stall ein, gerade als ich mit meinen 3 Pferdchen von der großen Weide zurück kam, fuhr Svenja schon mit dem Anhänger an.</p>
<p>Nach kurzer Begrüßung waren wir uns einig, gleich los, einmal rund um Mönchberg, zum lockern und kennen lernen.</p>
<p>Meine 2 Ponys waren schnell weggepackt, Chicco wurde fix geputzt und gesattelt. Währendessen lud Svenja Ihren Merlin aus und machte Ihn ebenfalls fertig.</p>
<p>Eine halbe Stunde später führte ich die Beiden auf weichen Wegen in den Mönchberger Wald.<br />
Wir ritten bei angenehmer Temperatur und Sonnenschein über laubbedeckte Pfade, trabten und galoppierten entspannt entlang der Höhenlinien.<br />
Nach zwei Stunden Wald, Wiesen und Panramablick, waren wir wieder am Stall zurück, die Pferde wurden ordnungsgemäß in die Paddocks verpackt, die Reiter gingen Duschen.<br />
Später trafen wir uns zum Essen im „Schwarzen Adler“, mönchbergs uriger Kneipe und vertilgten große Portionen Fleisch – Spessart macht hungrig!<br />
Danach fuhren wir noch mal bei den Pferden vorbei und deckten die Männlein für die Nacht ein, denn gerade die frische Nachtkühle, mit Taunässe sollte von den angestrengten Rücken der Pferde fern gehalten werden.</p>
<p>Am Samstagmorgen, nach einem fröhlichen Frühstück, verpackten wir die beiden Herren in meinen Anhänger und los ging es zum Ausgangspunkt unseres Wanderrittes, nach Dammbach zur Ferschenmühle.<br />
Das Wetter erschien noch gut, später sollte sich die Voraussicht, Regenzeug in ausreichender Menge mitgenommen zu haben, als sehr positiv erweisen!</p>
<p>An der Ferschenmühle trafen wir auf Michael und seinen Wallach Aaron, der schon ungeduldig auf uns wartete.<br />
Wir beeilten uns und machten die Pferde flux fertig und nach einer halben Stunde waren wir auf den Strecke.</p>
<p>Es ging bei schönen Sonnenstrahlen entlang des Dammbaches in Richtung Rohrbrunn, das Bächlein plätscherte munter neben uns, die Zebuherde schaute neugierig zu uns herüber, während wir Mädels den Neuzugang Michael betrachteten und ausfragten.</p>
<p>Nach zwei Kilometern wussten wir, das passt, wir werden ein Superwochenende haben!<br />
Die Pferde fanden sich in einem guten Schritt Tempo zusammen, es ging entlang des Waldrandes weich geschwungen das Tal hinauf.<br />
Vor dem Liebischgrund überquerten wir die Straße nach Rohrbrunn und stiegen nun über eine Schotterpiste langsam auf, zum Eselsweg.</p>
<p>Während des Anstieges fing es immer mehr an, zu tropfen bis hin zu einem ordentlichen, dauerhaften Landregen.<br />
Wie packten Regenjacken und Ponchos aus und die Unterhaltung verstummte langsam.<br />
Die Bäume hielten zum großen Teil die Wassermassen ab und als wir zur Mittagspause am Hundsrückhof ankamen, hörte der Regen auch schon auf.</p>
<p>Die Pferde wurden an den vielen Anbindemöglichkeiten verstaut, kurz die Hufe kontrolliert, dann gings auch schon in die Wirtschaft.<br />
In der Stube saß schon eine Gruppe junger Wanderrinnen, hier wurde unser Michael schon begrüßt, ja der Spessart ist klein, man kennt sich!</p>
<p>Nach der Stärkung und einem heißen Kaffee machten wir uns auf den zweiten Teil der Tagesstrecke, nach Mönchberg auf.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-75" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=75"><img class="alignnone size-medium wp-image-75" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Esel-006-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<div class="mceTemp"></div>
<p>Vom Hunsdrückhof entlang des Eselsweges Richtung Wildensee wurden die Pferde geführt, dann, kurz vor dem Parkplatz und der Straßenüberquerung bot sich eine Aufsteighilfe und wir schwangen uns wieder in den Sattel.<br />
Der Weg war wie erwartet weich, bis auf ein paar unangenehme dicke Gleisschotterstücke. Nur kurz vor der Dreifaltigkeitslärche ist eine nagelneue Schotterschicht aufgebracht worden, dieses Wegstück haben wir umgangen und blieben auf dem weichen Weg, der uns auf die „Gasleitung“ brachte und hier folgten wir einer Fahrspur bis wir wieder auf den Eselsweg stießen.</p>
<div class="mceTemp">Die Strecke war sehr schön, die Sonne schien und wir plauderten den ganzen Tag über Gott und die Welt.<br />
Auch über Umweltverschmutzung, denn ein netter Mensch hat seine ganze Wohnungseinrichtung am Wegrand entsorgt und so steh nun eine Blaue Couch mitten im Wald, mit samt der Schrankwand in kleinen Teilen.</div>
<p>Die von mir geplante Strecke sollte am Mönchberger Vierlenstein, der imposanten Felsformation vorbei führen, aber da Michaels Aaron ja leider dank Eisenverlust am Morgen Barhuf unterwegs war, legte ich die Strecke kurzerhand auf weiche Wege um und wir stiegen über die „Leuchte“ nach Mönchberg ab.</p>
<p>Etwas müde aber zufrieden kamen wir in Mönchberg an und machten uns sogleich daran, die Pferde zu versorgen und den Grillabend vorzubereiten.<br />
Nach einer Stunde kontrollierte ich die Pferde, es war alles in Ordnung, nur mein alter Chicco hatte vom vielen Bergab etwas angelaufene Sehnen. Ich ließ ihm die übliche Kneipp Anwendung zukommen und wie erwartet, war nach ein paar Stunden nichts mehr zu sehen.</p>
<p>Wir verbrachten einen gemütlichen Abend unter der großen Kiefer am Gartenteich, bei leckeren Steaks und Salaten teilten wir uns eine Flasche Wein, die Michael mitgebracht hatte.<br />
Die Augen wurden immer kleiner und langsam verstummten die Gespräche, nach einem letzten Blick zum sternklaren Himmel gingen wir alle zufrieden zu Bett.</p>
<p>Am Sonntag morgen wurden wir von strahlendem Sonnenschein überrascht.</p>
<div id="attachment_68" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-68" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=68"><img class="size-medium wp-image-68" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Esel-008-e1280740060954-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">www.Spessartreiter.de</p></div>
<p>Nach dem gemeinsamen Frühstück machten wir uns nach der Pferdekontrolle auf, Richtung Süden.</p>
<p>Unterwegs wartete Johannes auf uns, um sich anzuschließen und uns für den Reittag zu begleiten.</p>
<p>Gemeinsam stiegen wir nun auf zum Eselsweg, um Aarons Sohle zu schonen versuchte ich die Strecke absolut auf weichem Boden zu führen, was nach einem kleinen Irrflug durch eine Buschenschonung auch überwiegend gelang.<br />
Nachdem wir auf dem Bergkamm angelangt waren, ging es überwiegend weich, entlang der Höhenlinien und wir genossen ausgiebige Trabpassagen.<br />
Unterwegs wurden die Hügelgräber und Waldkreuze besichtigt, auf den Hunnenstein gestiegen und viel gelacht.<br />
Plötzlich standen wir schon vor den Mauern des Klosterweinberges Engelberg und sahen Heidi, die schon unser Mittagspicknick vorbereitet hatte.<br />
Wir ließen die Pferde eine halbe Stunde grasen, um den ersten Heißhunger zu dämpfen und banden sie dann im Schatten zum Ruhen an.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-69" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=69"><img class="alignnone size-medium wp-image-69" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Esel-028-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Dann durften sich die Reiter auf das Mittagessen stürzen.<br />
Das Kloster, die Aussichtsterrasse und die Barockkirche wurden besichtigt, danach machten wir uns langsam fertig, um den Rückweg über die Felder nach Mönchberg anzutreten.</p>
<p>Wir führten wieder die ersten 800 Meter, über den Parkplatz des Klosters und in den Wald hinein.<br />
Stets bergab, ging es auf den kleinen Pfaden, bis wir zum Klotzenhof kamen.<br />
Durch den Weiler, vorbei an den Rindern, Kühen und Kälbern, besonders der offene Schweinestall, direkt am Weg war etwas neues für unsere Pferde. Alle gingen brav und gelassen vorbei.<br />
Nach einer kurzen Teerpassage ging es wieder auf Wiesenwegen direkt auf den Mönchberg zu, der Kirchturm wies den Weg.<br />
Vorbei an den neuen Photovoltaikanlagen, der Wendelinuskapelle und schon waren wir am Dorfrand angekommen und stiegen ab, um den Pferderücken schon einmal die Erholungsphase einzuleiten.</p>
<div class="mceTemp">Die letzten Meter durch das Dorf und schon waren wir wieder am Stall.</div>
<p>Heidi wartete schon mit frischem Kaffee und Kuchen auf uns.<br />
Die Pferde wurden kurz versorgt und noch mal in den Paddocks verstaut.<br />
Wir genossen den Rest vom Nachmittag und besprachen den Ritt und die vergangenen Tage.</p>
<p>In aller Ruhe wurden dann die Pferde verladen und es ging für meine Reitpartner wieder nach Hause.</p>
<p>Klar für uns alle, wir machen das wieder!!!</p>
<p>Weitere Termine und Infos zu Tages- und Wanderitten im Südspessart:<br />
www.Spessartreiter.de</p>
<p><a rel="attachment wp-att-76" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=76"><img class="alignnone size-medium wp-image-76" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/08/Esel-035-e1280741071970-300x172.jpg" alt="" width="300" height="172" /></a></p>
<p>Tanja Breunig,<br />
Wanderreitstation Aubachtal<br />
63933 Mönchberg</p>
<div class="mceTemp"><a rel="attachment wp-att-69" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=69"></a></div>
<p><a rel="attachment wp-att-69" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=69"></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2&amp;p=66</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Main, Wein und Spessarträuber“ &#8211; 30. Lehrwanderritt des Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz</title>
		<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=42</link>
		<comments>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=42#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 19:12:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrwanderritt]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdesportverband Rheinland-Pfalz]]></category>
		<category><![CDATA[Spessart]]></category>
		<category><![CDATA[Tanja Breunig]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderreitausbildung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=42</guid>
		<description><![CDATA[Unter dem Motto „Main, Wein und Spessarträuber“ fanden sich am 26. Juni 2010 23 Wanderreiter aus ganz Deutschland mit ihren Pferden zum 30. Lehrwanderritt des Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz in Mönchberg ein. In den Vorjahren selbst als Ausbilder in den schönsten Gegenden &#8230; <a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=42">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Motto „Main, Wein und Spessarträuber“ fanden sich am 26. Juni 2010 23 Wanderreiter aus ganz Deutschland mit ihren Pferden zum 30. Lehrwanderritt des Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz in Mönchberg ein.</p>

<a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/gallery/breunig/breunig_14.jpg" title="" class="shutterset_singlepic37" >
	<img class="ngg-singlepic" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/gallery/cache/37__320x240_breunig_14.jpg" alt="Landeslehrwanderritt 2010" title="Landeslehrwanderritt 2010" />
</a>

<p><span id="more-42"></span>In den Vorjahren selbst als Ausbilder in den schönsten Gegenden Deutschlands dabei, durfte ich in diesem Jahr die Organisation übernehmen und konnte so den Teilnehmern und Rittführern die schönsten Seiten meiner Heimat zeigen. Das Vorbereitungsjahr 2009 war meinerseits geprägt von dem Satz „keine Zeit, ich muss noch Strecke abreiten“. Als dann endlich der Anreisetag kam, schien mir die Zeitspanne dennoch zu kurz und ich hatte das Gefühl, ganz viele Kleinigkeiten vergessen zu haben. Die Freude beim Eintreffen der Reiter, in lachende bekannte und neue, erwartungsvolle  Gesichter zu sehen, ließ mich aber den Stress schnell vergessen.</p>
<p>Der Anreisetag begann mit der Ankunft der Teilnehmer und Gruppenführer. Das Wetter zeigte sich sommerlich, bei sonnigen 27 °C wurden Paddocks gebaut, Wasser geschleppt, viele „wo ist was“ – Fragen gestellt, Freunde und neue Reiter begrüßt und Karten abgezeichnet. Die Voruntersuchung der Pferde durch Tierärztin Frau Horn verlief für alle positiv, die Pferde waren in guter Kondition und wurden alle für den Ritt zugelassen. Am Abend kamen noch ein paar Überraschungsgäste, eine Truppe wilder Spessarträuber ließen sich mit einem kühlen Bierchen zu einigen Liedern zur Gitarre überreden. So fand der erste Abend einen gemütlichen Ausklang in großer Runde um das Lagerfeuer.</p>
<p>Der erste Reittag begann leider mit einem Unfall, eine Reiterin wurde noch vor Abritt von ihrem Pferd so unglücklich getreten, dass sie mit gebrochenem Arm ins Krankenhaus gebracht werden musste. Wir waren geschockt, es war das erste Mal, dass bei bislang 29 unfallfreien Landeslehrwanderritten etwas passierte! Nach diesem anfänglichen kleinen Durcheinander verlief der Start der Reitergruppen aber reibungslos und der Landeslehrwanderritt 2010 begann.</p>
<p>Die erste Etappe führte die Reiter sogleich hoch in den kühlen Spessartwald, wo sie sich auf den alten Handelswegen bis zur Henneburg, hoch über Stadtprozelten am Main durchschlugen. Die Gruppen durften sogar bis ganz hoch in die Burg reiten, ein imposantes Erlebnis, mitsamt seinem Pferd von der Aussichtsterrasse zu blicken, oder?</p>
<p>Am Abend fanden wir Quartier in Breitenbrunn, beim örtlichen Reitclub konnten wir uns nach der Hitze des Tages in den Schatten der Festhalle und des Reiterstübchens zurückziehen.</p>
<p>Keiner ahnte, dass es noch viel heißer werden sollte!</p>
<p>In der Nacht zeigte der bekannte und berüchtigte kleine Ponymann, „free Willi“ wieder einmal, dass er die Disziplin des Paddockabbaus versteht, wie kein anderer und so verbrachten wir die Nacht mit einem wachen Auge.</p>
<p>An diesem Morgen wurde ein Pferd bei der Reittauglichkeitsuntersuchung für einen Tag aus der Strecke genommen und durfte mit dem Anhänger nach Heimbuchenthal, ins nächste Quartier fahren.</p>
<p>Der Morgen war erfrischend  kühl und so machten sich die Gruppen auf zur zweiten Etappe.</p>
<p>Durch schattige kleine Täler, an der Karthause Grünau vorbei zum Wildpark Schollbrunn, und ins Tal hinab. Entlang des Spessartweges und auf Teilen des Eselsweges führte sie die Strecke bis zum Parkplatz, wo ich mit Getränken und frischen leckeren Salaten zur Mittagsrast wartete. Nachdem die Reiter und Pferde gerastet hatten, ging es weiter zum Oberschnorrhof und von da zum Waldsee Heimbuchenthal, unserem Quartier für diese Nacht.</p>
<p>Im Badehaus des Zeltplatzes wurde geduscht, die leckeren Bratwürste fanden reißenden Absatz und viele Reiter schliefen unter freiem Himmel, bei ihren Pferden am See. Die Temperaturen stiegen jeden Tag höher und am Vorabend des dritten Reittages entschieden wir uns zur Pferdeschonung und kürzten die Strecke von 28 km auf 23 km Länge. Wieder fiel ein Pferd aus der Tauglichkeit und durfte nach dem Transport im improvisierten Schattenpaddock in Mönchberg auf das Eintreffen der anderen Pferde warten.</p>
<p>Die dritte Etappe verlief durch die Kürzung nicht mehr am Wasserschloß Mespelbrunn vorbei, sondern direkt in Heimbuchenthal über den Eichelberg, Richtung Ruhetagsquartier Mönchberg. Die Ortsdurchquerung in Eschau-Sommerau erleichterten sich zwei der Gruppen, indem sie im Verband auf der Dorfstraße ritten und so vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr demonstrierten. Beim Anblick der Reithalle waren alle froh, endlich im Tagesziel zu sein, denn mittlerweile zeigte das Thermometer an die 35 °C. Die Pferde wurden geduscht, Beine gekühlt und die Reiter verschwanden ins Freibad, um die eigene „Reittauglichkeit“ sicherzustellen.</p>
<p>Am traditionellen Ruhetag  holten viele den Besuch des Wasserschlosses nach, Eisbecher und Schwimmbadbesuch , eine kleine Weinprobe uns das Käsebuffet am Abend rundeten den Erholungstag perfekt ab. Ein Teilnehmer reiste planmäßig am Dienstagabend ab und zwei der Pferde wurden aus gesundheitlichen Gründen aus dem Ritt genommen, so waren es nur noch 21 Reiter.</p>
<p>Es kommt besonders bei Ritten in fremdem Gelände immer mal wieder zu Belastungsanzeichen, wie leichte Lahmheiten, durch Muskelkater, Überanstrengung und schweres Geläuf. Auch hitzebedingte Ödeme, Druckstellen oder gar Scheuerstellen in Hautfalten durch den Pferdeschweiß kommen bei Ritten unter solchen Wetterbedingungen vor. Wir Ausbilder machen die Teilnehmer gerade auf die ersten Anzeichen aufmerksam, bei den täglichen Pferdekontrollen lernen die Reiter, sensibel und aufmerksam auf die kleinsten Anzeichen der Pferde zu reagieren und so aus Rücksicht auf das Tier, einfach mal einen Tag auszusetzen, oder im Zweifelsfall den Ritt vorzeitig zu beenden.</p>
<p>Auch am Donnerstag, dem vierten Reittag kürzten wir die Strecke um einige Kilometer, um im Sinne der Pferde bei den unmenschlichen Temperaturen keine Überlastung zu riskieren.</p>
<p>Die am Abend allgemein als „schönste Etappe“ des Rittes bezeichnete Strecke führte über den Höhenzug von Mönchberg nach Großheubach, am Kloster Engelberg vorbei ins Tal, um nach einem kurzen Steilaufstieg in das Naturschutzgebiet zum Rosshof hoch über Großheubach aufzusteigen. Am Hofgut fanden wir freundliche Aufnahme, die Paddocks konnten in direkter Nähe des Wasserschlauches am Gasthaus unter Obstbäumen aufgeschlagen werden.</p>
<p>Der Schlauch ersetzte auch an diesem Abend die Dusche, erfrischenderes gibt’s auch im Wellnesstempel nicht! Diese Nacht verbrachten wir wieder ohne Zelt unter Sternen und bei jeder Sternschnuppe wünschte ich mir für den nächsten Tag „bitte nicht so heiß“.</p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-2-42">

	<h3>breunig_01</h3>

	<div class="pic">
<a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/gallery/breunig/breunig_01.jpg" title="" class="shutterset_breunig">
	<img alt="breunig_01" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/gallery/breunig/breunig_01.jpg"/>
</a>
</div>
	<div class="ngg-imagebrowser-nav"> 
		<div class="back">
			<a class="ngg-browser-prev" id="ngg-prev-37" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=42&amp;pid=37">&#9668; Zurück</a>
		</div>
		<div class="next">
			<a class="ngg-browser-next" id="ngg-next-36" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=42&amp;pid=36">Vor &#9658;</a>
		</div>
		<div class="counter">Bild 1 von 14</div>
		<div class="ngg-imagebrowser-desc"><p></p></div>
	</div>	

</div>	


<p>Schon war der vorletzte Reittag gekommen, der die Reiter hoch über dem Main zum Aussichtsturm in Klingenberg und von dort durch die Weinberge nach Erlenbach und den schattigen Wald nach Elsenfeld zum Schützenhaus brachte. Die Einkehrmöglichkeit nahmen alle Gruppe gerne an und stärkten sich mit Döner und anderen Leckereien. Als die erste Gruppe im Quartier „Old Shanty Ranch“ ankam, glaubten wir schon an eine Fata Morgana, denn die Tagestemperatur hatte den Höchststand von 37 °C erreicht. Staubfahnen wehten unter den Pferdehufen, Hitze flirrte über den trockenen Gräsern der Weiden und es stand uns nur nach SCHATTEN.</p>
<p>Nach dem etwas beschwerlichen Bau der Paddocks in dem trockenen Untergrund, erfrischten sich alle Reiter unter der Dusche und schon sah der Tag anders aus! Am Abend gab es frisch gegrillte Forelle vom offenen Feuer und wir saßen noch lange in geselliger Runde zusammen.</p>
<p>Der Samstag, letzter Reittag dieses Rittes, zeigte sich wieder unversöhnlich und die Sonne brannte schon am frühen Morgen gnadenlos herab. Auch hier veränderte ich die Strecke und ersparte den Pferden den anstrengenden Aufstieg zur Geishöhe. Die Etappe wurde zwar nicht kürzer, aber enorm leichter für die Pferde, indem ich Wege auf einer Höhenlinie wählte. Die offene Höhe über Rossbach hatten die Reiter in der frühen Morgensonne geschafft, dann ging es im kühlen Wald bis hinab zum Höllhammer, wo die sprudelnde Elsava die Pferde erfrischte. Hobbach umritten die Gruppen im Wald, um bei Unteraulenbach noch einmal hochzusteigen auf den kleinen Berg mit der Ruine der Wildenburg. Von da ging es recht schnell am Waldrand entlang über die letzten offenen Wiesen zurück ins Ziel, nach Mönchberg.</p>
<p>Wir Trossbegleiter hatten alle Mühe, die Getränke kühl zu bekommen und die erhitzen und erschöpften Reiter damit zu empfangen. Einige erfrischten sich nach dem Versorgen der Pferde noch mal im schönen Freibad. Das Spanferkel bruzzelte schon über dem Feuer und lockte alle am Abend doch zur Reithalle, zum letzten gemeinsamen Abendessen dieser Tour.</p>
<p>Das Highlight des Abends war wohl unumstritten das sensationelle Dessertbuffet, zwischen Wunderkerzen und Lichtilluminationen versteckten sich kühle Torten, Fruchtschalen, Eis und andere Leckereien. Es wurde noch lang am Feuer geplaudert, bis die letzten dann in die Schlafsäcke krochen.</p>
<p>Am Sonntagmorgen begannen wir schon um halb acht mit der tierärztlichen Nachuntersuchung, um der größten Tageshitze aus dem Weg zu gehen. Von 23 Teilnehmern kamen 19 ins Ziel, am Sonntag morgen waren 15 Pferde nach der Tierarztuntersuchung reittauglich, könnten also weiterreiten und 4 Pferde bekamen die Wertung bedingt reittauglich, sie sollten also vor Weiterritt mindestens einen Ruhetag einlegen.</p>
<p>Traditionell wurde der Ritt mit der Plakettenübergabe und Grußworten von Manfred Weick, Vertreter und Rittführer Pferdesportverband Rheinland Pfalz beendet. Die Strecke war nur 153 km lang, führte aber 5.061m hoch und 4.995m abwärts. Eine beachtliche Leistung!</p>
<p>Wieder einmal ist der Landeslehrwanderritt vorbei, ich freu mich schon aufs nächste Jahr, es geht in die Westpfalz, an die Grenze zum Saarland.</p>
<p>„nach  dem LLWR, ist vor dem LLWR“!</p>
<p>Infos zur Wanderreitausbildung und den Lehrwanderritten finden Sie unter</p>
<p><a href="http://www.spessartreiter.de/">www.Spessartreiter.de</a> oder direkt beim PSVRP.de</p>
<p>Dieser Artikel wurde von Tanja Breunig eingereicht.</p>
<p>﻿</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2&amp;p=42</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Swisscross 2009</title>
		<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=14</link>
		<comments>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=14#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 20:30:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnisbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Alpen]]></category>
		<category><![CDATA[Alpentrekking]]></category>
		<category><![CDATA[Graubünden]]></category>
		<category><![CDATA[Montreux]]></category>
		<category><![CDATA[Peter van der Gugten]]></category>
		<category><![CDATA[Sargans]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Via Alpina]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderreitführer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=14</guid>
		<description><![CDATA[Ein Wanderritt auf der Via Alpina von Sargans nach Montreux und zurück nach Graubünden auf dem Alpenpässeweg Noch ist es bewölkt, aber die Nebelschwaden haben sich gelichtet und der Berggipfel hinter dem Haus erglüht im Sonnenlicht. Es ist 6 Uhr &#8230; <a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=14">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Ein Wanderritt auf der Via Alpina von Sargans nach Montreux und  zurück nach Graubünden auf dem Alpenpässeweg</p>
<p style="text-align: left;"><strong><a rel="attachment wp-att-26" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?attachment_id=26"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-26" title="swisscross_23" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/swisscross_23-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></strong></p>
<p>Noch ist es bewölkt, aber die Nebelschwaden haben sich gelichtet und der Berggipfel hinter dem Haus erglüht im Sonnenlicht. Es ist 6 Uhr früh. Die Pferde werden zum Carport gebracht, wo sie Heu, Wasser und Kraftfutter bekommen. Unsere Sachen sind nach dem gestrigen Regentag frisch gewaschen und riechen herrlich.</p>
<p><span id="more-14"></span></p>
<p>Nach einem reichhaltigen Frühstück satteln wir auf und machen uns auf den Weg, um die Straße auf den Klausenpass in Angriff zu nehmen. Pats Knie macht Probleme und deshalb wollen wir auf möglichst leichten Wegen gehen. Wir folgen der Straße und machen auf dem Urnerboden Rast. Die Pferde grasen, wir essen etwas Brot, Käse und Wurst. Später geht’s im Trab dem Bachlauf entlang der Passhöhe entgegen und dann sind wir wieder auf der Via Alpina.</p>
<p>Unter uns erstreckt sich das nebelverhangene Tal, über uns leuchten die Gletscher und unser Weg ist eingerahmt von schimmernden Berggipfeln. An noch sattgrünen Alpen vorbei nimmt uns der Höhenweg Richtung Vierwaldstättersee nach Altdorf.  Pat’s Knie schmerzt und wir entscheiden, die geplante Route zu verlassen und ins Tal zur Klausenstraße abzusteigen. Nach einem kühlen Bier im Naturfreundehaus nimmt Pat die Seilbahn ins Tal, während wir die Pferde hinunterführen. Ich rufe unseren nächsten Gastgeber an und bitte ihn, ein Taxi zu schicken. Er kommt selbst und Pat wird abgeholt, während Stefan und ich die letzten Kilometer bis Attinghausen mit Pahlevan als Handpferd zurücklegen.</p>
<p>Kein guter Start für unser Abenteuer, das wir während langer Wintermonate geplant und vorbereitet hatten. Acht Monate zuvor hatten wir uns entschieden, nächsten Sommer eine weitere Etappe der Via Alpina unter die Hufe zu nehmen und eifrig Wegbeschreibungen, Fotos und Berichte von Weitwanderern studiert. Google Earth mit seinen Fotos war uns ein sehr wichtiges Werkzeug, als es um die detaillierte Routenplanung ging, wo wir entscheiden mussten, ob die einzelnen Pässe für unsere berggewohnten Pferde machbar sind.</p>
<p>Die Route wird am PC in Topokarten eingezeichnet, jede Problemstelle markiert und alternative Routen geplant. Diese Routen übertragen wir auf unser GPS  und drucken die Karten im 50.000er Format aus, um möglichst Gewicht zu sparen. Denn jedes Kilogramm, das unsere Pferde schleppen müssen, belastet diese mehr, als viele zusätzliche Kilometer. Dann geht es darum, die Verpflegungssituation zu klären: werden wir überall Kraftfutter bekommen oder müssten wir wieder eine extra große Bevorratung einplanen, wie auf der Tour in Rumänien 2008? Wir entschieden uns für die kleinen Vordertaschen mit 4 kg Platz und sind zuversichtlich, überall Kraftfutter  zu bekommen. Unsere Satteltaschen (Eigenbau aus Leder) und die gesamte Ausrüstung wird jedes Jahr neu, entsprechend den Anforderungen des Klimas und der Verpflegung, zusammengestellt.</p>
<p>Ab Februar beginnen wir mit dem Training der Pferde. Langen Schritt- und Trab-Touren im tief verschneiten Jura und an acht weiteren mehrtägigen Touren im Schwarzwald oder  im Engadin. Wir reiten und klettern insgesamt weit über 1.000 km, um uns und unsere Pferde in Kondition zu bringen für die Herausforderung der Schweizer Alpen.</p>
<p>Gestartet sind wir Mitte August in Mels bei Sargans und nach zwei Tagen und zwei Pässen waren wir in Linthal. Von dort ging es über den Klausenpass nach Attinghausen, wo wir Pat`s Knie checken ließen. Der Arzt diagnostizierte „nur“ eine Zerrung und  so konnten wir weiter über Engelberg nach Meiringen bei strahlendem Sonnenschein über die große Scheidegg mit  Blick auf den schneebedeckten Eiger nach Lauterbrunnen. Von dort wollten wir über die Sefinenfurgge nach Kandersteg. Doch die Furgge war wegen einer langen engen Treppe für unsere Pferde nicht machbar. Wir kehrten um und nächtigten auf der Rotstockhütte. Stefan kehrte anschließend alleine nach Lauterbrunnen zurück. Pat und ich brachen am nächsten Tag bei nebelverhangenem Wetter nach Saxeten auf, um auf dem Höhenweg nach Kandersteg zu gelangen.</p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-1-14">

	<h3>swisscross_01</h3>

	<div class="pic">
<a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/gallery/swisscross-2009/swisscross_01.jpg" title="" class="shutterset_swisscross-2009">
	<img alt="swisscross_01" src="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/wp-content/gallery/swisscross-2009/swisscross_01.jpg"/>
</a>
</div>
	<div class="ngg-imagebrowser-nav"> 
		<div class="back">
			<a class="ngg-browser-prev" id="ngg-prev-23" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=14&amp;pid=23">&#9668; Zurück</a>
		</div>
		<div class="next">
			<a class="ngg-browser-next" id="ngg-next-14" href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=14&amp;pid=14">Vor &#9658;</a>
		</div>
		<div class="counter">Bild 1 von 23</div>
		<div class="ngg-imagebrowser-desc"><p></p></div>
	</div>	

</div>	


<p>Am nächsten Morgen strahlt blauer Himmel über dem Pass. Im Hotel Alpenrose gibt’s Frühstück und wir genießen frischen Kaffee und gutes Brot. Wir holen die Pferde aus dem Kuhstall des Nachbarn und reiten die Straße hoch und gelangen bald auf den Wanderweg zum Renggeli Pass. Wir überqueren den Pass auf schmalen Kuhpfaden. Der Abstieg von der darunter liegenden Alm ist steil und eng. Aber was Kühe können, schaffen wir auch. Am Nachmittag erreichen wir auf dem Wanderweg Reichenbach. Im Tal traben wir der Kande entlang nach Kandersteg und die Pferde freuen sich mal wieder laufen zu dürfen. Der Kiesweg ist super und führt durch lichte Kiefernwälder. Wir genießen den halbstündigen Trab in vollen Zügen. Bald ist Kandersteg erreicht und wir bekommen einen tollen Stall für die Pferde. <strong></strong></p>
<p>Wir füttern die Pferde mit Weizenkleie und Milchkuhkraftfutter, das uns der Bauer zur Verfügung stellt. Die Pferde sind heute Nacht gelegen, der Pferdemist ist überall sichtbar. Wir putzen und satteln auf und nehmen den Weg zum Bunderspitz unter die Füße. Der Wanderweg ist steil und das Öffnen und Schließen der Weidetore nimmt viel Zeit in Anspruch.  Wir entscheiden deshalb die Forststraße zu nehmen und kommen von da an gut voran.  Die Hitze drückt schon und wir sind froh an Höhe zu gewinnen.</p>
<p>Oberhalb der Alm, auf der wir ein Vesper zu uns nehmen, ist ein Eisentor, das gerade von einem PKW-Fahrer geöffnet wird. Wir traben hoch, um gleich nach ihm durchs Tor zu kommen. Er will wissen, wo wir hin wollen und erst als ich im versichere, dass unsere Pferde Gamspfade gewohnt sind, lässt er uns passieren. Wir lassen uns am Schweif der Pferde den Weg hinauf ziehen. Dieser wird immer steiler, enger und schwieriger, bis mir der Weg für das Führpferd zu schwierig wird und ich selber die Führung übernehme. Die nächsten 300 Höhenmeter nehmen uns so ziemlich die Puste. Alle 10 Minuten machen wir Pause, um den Puls wieder auf normale Frequenz zu bringen. Dann ist es fast geschafft. Die letzten 3 bis 4 Meter vor dem Pass führen an einer Felswand vorbei, die mit Seilen gesichert ist, da es fast senkrecht abfällt. Der Weg ist nur 80 cm breit und der Fels ragt in den Weg hinein. Sorgsam führen wir die Pferde auf die Engstelle zu.  Die Satteltaschen schrammen am Fels entlang und unser Adrenalinspiegel steigt heftig.  Pahlevan ist durch. Der ist aber schmaler als Flash. Ich gehe voran und Flash zirkelt am Abgrund entlang. Die Tasche streift, er aber drückt sich an den Fels und kommt problemlos durch.</p>
<p>Endlich sind wir oben und ein Ehepaar macht Fotos von den letzten Metern unseres Aufstieges. Sie sind ganz begeister, das wir es geschafft haben und gratulieren uns.</p>
<p>Der Abstieg nach Adelboden ist gemächlich. Heute machen wir schon bald Rast, um den Pferden eine Pause zu gönnen. Sie haben es verdient. Wir entlassen die Pferde auf die riesige Weide beim Bistro, besorgen Kraftfutter im Dorf und fahren zu Andy, einem Geschäftsfreund, um bei ihm zu Hause zu essen.</p>
<p>Am nächsten Morgen genießen wir die Landschaft am Hahnenmoospass. Modellflugzeuge schwirren über uns, als wir nach Lenk absteigen. Der Himmel ist strahlend blau und wir machen Rast an einem Almrestaurant bevor wir in Lenk einkaufen. Wir kommen um 14 Uhr beim Simmenhof an, wo wir die Pferde versorgen, duschen und gemütlich im Sterne Restaurant Abendessen. Nachts lassen wir die Pferde in der Reithalle laufen, wo sie sich nochmal so richtig austoben, bevor Ruhe einkehrt. Wir schlafen im Reiterstübchen auf unseren Matten.</p>
<p>Am nächsten Tag brechen wir früh auf, denn wir haben über 50 km vor uns. Es ist grau und nieselt und wie gewohnt führen wir die Pferde die ersten Kilometer. Auf dem Weg zum Trüttlisbergpass laufen wir unverhofft in einen hölzernen, langen Treppenaufstieg hinein. Wir kehren um und nehmen den Forstweg, während das Wetter langsam besser wird.</p>
<p>Es sind wieder jede Menge Törchen zu öffnen und zu schließen. Bald liegt das Tal mit Lauenen vor uns. Über eine Sumpfwiese gelangen wir ins Tal und werden auf dem Abstieg mal wieder von neugierigen Kühen verfolgt. Pah hat gelernt, dass diese weichen, wenn man mit angelegten Ohren auf sie losgeht. Er macht sich ein Spiel daraus, während Flash mit hochgehängtem Zügel neben mir hergeht.</p>
<p>In Lauenen machen wir Rast und nehmen kurz darauf den Chrine Pass in Angriff, der nur etwa 400 m höher liegt. Unterwegs müssen wir durch eine stinkende Sumpfmulde und unser Outfit leidet mal wieder. Ein schöner Wanderweg tut sich auf und führt den Hang entlang, während sich über uns ein Gewitter zusammenbraut. Wir kommen nach G´steig, wo es aus Kübeln gießt, und nicht zu Bessern verspricht. Wir entscheiden, den Weg zu kürzen und direkt über den Col de Pillon Richtung Montreux zu reiten. Auf dem Pillon, werden wir nochmals richtig eingeweicht. Die Pferde weigern sich weiterzugehen und an der Seilliftstation suchen wir Schutz. Eine Viertelstunde später lässt der Regen nach und tropfend und mit quietschenden Schuhen führen wir die Teerstraße hinunter. Es ist inzwischen fast vier Uhr und wir haben noch 20 km vor uns in nasskaltem Wetter.</p>
<p>Über einen Forstweg kommen wir von der Hauptstraße weg und gelangen auf dem Höhenweg nach La Forclaz. Ich schlage vor, eine Unterkunft zu suchen, da wir es nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit nach Noville schaffen werden. Auf dem Weg nach Exergillod kommt uns mitten im Wald ziemlich rasant ein PKW entgegen, der mich fast über den Haufen fährt. Das Auto gehört Sylvana und als sie sich vom Schock erholt hat, lädt Sie uns auf ihre Lama- und Ziegen-Ranch ein. Wir nehmen dankend an und reiten die 1,5 km im Trab zurück. Die Pferde dürfen sich auf dem Gelände frei bewegen und wir kommen in Genuss eines vorzüglichen Ziegenkäse-Fondues. Dazu bekommen wir unsere Wäsche frisch gewaschen und getrocknet zurück. Die Pferde grasen gemütlich, die Lamas begeben sich in den Berg und wir nächtigen im Heustock. Hier finden wir Säcke mit Kraftfutter, welches für die Lamas eingekauft, aber von diesen verschmäht wurde. Dankbar füllen wir unseren Vorrat wieder auf.</p>
<p>Am nächsten Tag erreichen wir Villeneuve, wo wir ein Paket mit zusätzlicher Ausrüstung hingeschickt hatten. Hier machen wir Pause, stocken unsere Vorräte auf, reparieren und ersetzen unsere Ausrüstung. Die ersten 500 km sind geschafft.</p>
<p>Ein Tag später reiten wir bei regnerischem Wetter nach Grand Paradis, am nächsten Tag hinauf zum Lac de Salanfre, überqueren den Emaney Pass und gelangen über Mex nach Les Mericottes und kommen vier Tage später nach Champex.</p>
<p>Wir hatten geduscht und gut geschlafen in der Gites in Champex und um 6:15 Uhr gab es bereits Frühstück. Entsprechend früh waren wir unterwegs, um die 15 km Teer-Strecke vor der Hitze des Tages hinter uns zu bringen. Wir trabten den längsten Teil davon entlang der Straße hinauf. Im nächsten Dorf fragten wir die ersten Leute nach Kraftfutter. Sie führten uns in ein Bistro, dessen Besitzerin selber Pferde hat. Wir bekamen Kraftfutter, so viel wir tragen konnten</p>
<p>Der Alm-Weg führt das Tal hinauf, rechts gletscherbehängte Berggipfel und links grüne Hänge bis zum Horizont. Bald führt nur noch ein Wanderweg weiter und wir schlängeln uns über grasige felsdurchsetzte Pfade am Berg immer höher. Die Weiden sind gut abgefressen, aber hier und dort schauen uns die Blütenköpfe von hochstängeligen Disteln entgegen. Der  Weg wurde felsiger und ein paar Dutzend Meter müssen wir klettern. Flash geht in gewohnter Manier voran und Pat folgte mir, ohne Pahlevan, der seelenruhig weiter Distelköpfe abreißt. Auch als Pat ihn ruft, um zu Filmen, wie er über die Felsen nach oben klettert, bleibt er ruhig stehen und würdigt sie keines Blickes. Sie muss nochmals runter und ihn persönlich holen.</p>
<p>Oben sind wunderschöne Seen und wir klettern an ihnen vorbei, hinauf zum Pass Fenetre du Ferret. Wir sind in Italien. Nach einer Pause, in der die Pferde fressen und anschließend in der Sonne dösen,  klettern wir in einem Bachlauf zur Straße hinunter, reiten hinauf zum Passo Grand  St. Bernhard. Die Schweizer Zöllner grüßen uns freundlich. Ich zeige meinen gelben Schein und wir werden durch gewunken. Wir führten die Pferde die Passstraße hinunter und erreichten bald Bourg St. Bernhard, wo die Bergstraße durch den Tunnel führt. Wir nehmen den Fußweg, um nicht 6 km Tunnel machen zu müssen, und stehen vor einem Tor, das mit einer Kette gesichert ist. Pech für uns, aber wir haben keine Alternative.  Wir folgende dem tosenden Bachlauf Richtung Stausee und queren ihn in einem kleinen Tobel und klettern wieder zum Weg hinauf. Das Bad hat Pahlevan gut getan, denn er entscheidet sich, dem Hafer entgegen zu traben, Flash folgt ihm und deshalb geht es flott dahin. Nach über 45 km kommen wir nach Bourg St. Pierre und fragen die ersten Leute, die wir treffen, ob sie uns weiterhelfen könnten. Man empfiehlt uns, zum Hotel Biwak zu gehen, dort würde man uns auf jeden Fall aufnehmen. Die Besitzerin erklärt, dass die ganzen Weiden links und rechts des Weges ihr gehörten, und wir die Pferde einzäunen dürften, wo wir wollen. Vorzugsweise oben an der Kapelle, da es dort Wasser gäbe. Mit ihrem Mann gehe ich Heu holen und bald sind die Pferde versorgt und ein Schlafplatz ist neben der Kapelle unter freien Himmel gerichtet. Wir gehen ins Hotel, um Abend zu essen und erhalten ein vorzügliches Mahl, von dem wir wirklich satt aufstehen.</p>
<p>Die nächsten Tage führen uns über den Coll de Mill durch Walliser Täler nach Verbier und Nandez,  immer weiter das Rhonetal hinauf bis ins Goms und über den Nufenenpass nach Airolo ins Tessin. Auf dem Nufenen liegen 30 cm Schnee und wir marschieren 40 km zu Fuß im Schnee- und Regentreiben der Hauptstrasse entlang. In Airolo trocknen wir unsere Sachen in einer Pension und reiten bei stürmischem Wetter über den Passo Sale zur Lukmanierstraße und hinunter nach Camperio im Bleniotal. Bei jetzt besserem Wetter steigen wir zur Greina auf,  durchqueren diese und kommen nach 4 Wochen und 1.200 km in den Beinen, ein Tag später in Bonaduz an, wo unser Abenteuer zu Ende geht.</p>
<p>Peter van der Gugten ist Wanderreitführer des schweizerischen Wanderreiterverbandes und der DWA. Er reitet Flash, einen 18-jährigen Araberwallach.</p>
<p>Seine Wanderreitkollegin Patricia Bohnert aus Freiburg ist mit ihrem 7-jährigen Dillboz Pahlevan unterwegs.</p>
<p>Dieser Artikel wurde von Peter van der Gugten<strong> </strong>eingereicht<strong>.</strong></p>
<p>www.alpentrekking.ch</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2&amp;p=14</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Blog-Netiquette</title>
		<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=9</link>
		<comments>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=9#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 20:09:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Netiquette]]></category>
		<category><![CDATA[Regeln]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=9</guid>
		<description><![CDATA[Das Blog ist Bestandteil des Online-Angebotes von wanderreiter-magazin.de. Wir möchten eine Plattform zum freien und gegebenenfalls kritischen Austausch sein – dabei soll immer ein offenes und freundliches Gesprächsklima herrschen, auch wenn es mal zum Streit kommt. Im Interesse aller Teilnehmer &#8230; <a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=9">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Blog ist Bestandteil des Online-Angebotes von wanderreiter-magazin.de. Wir möchten eine Plattform zum freien und gegebenenfalls kritischen Austausch sein – dabei soll immer ein offenes und freundliches Gesprächsklima herrschen, auch wenn es mal zum Streit kommt.</p>
<p><span id="more-9"></span></p>
<p>Im Interesse aller Teilnehmer bitten wir Sie Folgendes zu beachten: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare oder Bloglinks ohne vorherige Information des Verfassers zu löschen, deren Inhalt</p>
<ul>
<li>ehrverletzend</li>
<li>beleidigend</li>
<li>jugendgefährdend</li>
<li>politisch oder religiös      extrem</li>
<li>pornographisch</li>
<li>strafbar</li>
<li>anderweitig inakzeptabel      ist.</li>
</ul>
<p>Solche Kommentare dürfen nicht ins Blog gestellt werden.</p>
<p>Gleiches gilt für Inhalte gewerblichen und/oder werbenden Charakters. Eine Nutzung des Forums zu kommerziellen Zwecken ist nicht erlaubt.</p>
<p>Ebenfalls unerwünscht sind eine ständige Wiederholung des gleichen Inhalts, Unfug sowie unsinnige Texte. Bitte berücksichtigen Sie, dass sich Ihre Kommentare stets auf die zugehörige Meldung beziehen sollen.</p>
<p>Das Wanderreiter-Magazin stellt besonders hohe Anforderungen an den Datenschutz in seinem Internetangebot. Bei der Eingabe müssen Sie Ihre E-Mail und einen Namen angeben. Die E-Mail wird unter keinen Umständen veröffentlicht, sollte aber zustellbar sein. Es steht Ihnen frei, sich unter einem Pseudonym (Nickname) anzumelden. Informationen über sich selbst können Sie über Ihr eigenes Blog veröffentlichen. Wenn Sie die Internet-Adresse im entsprechenden Feld eintragen, wird sie veröffentlicht. Die Verwendung von Internet-Adressen zu anderen Zwecken, insbesondere zur kommerziellen Nutzung ist nicht gestattet. Das Wanderreiter-Magazin behält sich vor, Verstöße juristisch zu verfolgen.</p>
<p>Teilnehmer, die gegen diese Blog-Regeln und die generelle „Netiquette“ verstoßen, können aus dem Blog zeitweise oder dauerhaft ausgeschlossen werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2&amp;p=9</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jetzt Blogger beim Wanderreiter-Magazin werden!</title>
		<link>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=5</link>
		<comments>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=5#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 20:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=5</guid>
		<description><![CDATA[Immer wieder bekommen wir spannende und umfangreiche Berichte über die tollen Reittouren unserer Leser zugesendet. Daher haben wir beschlossen, für diese Berichte eine eigene Plattform zu schaffen und einen eigenen Blog für unsere Leser einzurichten. Leser können hier für Leser &#8230; <a href="http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?p=5">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder bekommen wir spannende und umfangreiche Berichte über die tollen Reittouren unserer Leser zugesendet. Daher haben wir beschlossen, für diese Berichte eine eigene Plattform zu schaffen und einen eigenen Blog für unsere Leser einzurichten. Leser können hier für Leser schreiben, von ihren Touren berichten, Bilder einstellen und sich austauschen – natürlich alles gratis!</p>
<p>Warum Ihr bei uns bloggen sollt? Weil Eure Geschichten hier genau die richtigen Leser erreichen: leidenschaftliche Outdoor- und Wanderreiter.</p>
<p>Im Interesse aller Teilnehmer bitten wir dabei um Berücksichtigung unserer <a href="../?p=9">Netiquette</a>.</p>
<p>Wer sich als Wanderreiter-Blogger bei uns registrieren möchte, der schreibe eine E-Mail an <a href="mailto:info@wanderreiter-magazin.de">info@wanderreiter-magazin.de</a>. Wir vergeben dann einen Zugang zu unserem Blog.</p>
<p>Also nix wir ran an die Tastatur, E-Mail schreiben, einloggen und losbloggen! Wir wünschen Euch viel Spaß dabei und freuen uns schon auf viele spannende Geschichten von Reittouren und Wanderritten, von Reitern und ihren Pferden, von Wanderreitstationen und …!</p>
<p>Eure Redaktion vom Wanderreiter-Magazin</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wanderreiter-magazin.de/blog/?feed=rss2&amp;p=5</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

